Und wieder einmal ist das deutsche Volk gespalten. Zumindest der Teil, der sich allabendlich am Leiden einiger prominenter Wohlstandsflüchtlinge im australischen Busch ergötzt. Das Dschungelcamp biegt auf die Zielgerade ein und ähnlich wie schon in den Jahren vorher, fallen jetzt Masken und reißen die letzten Geduldsfäden. Sofern man mit seinem „Gegenüber“ eben nicht energetisch kompatibel ist, wie zum Beispiel Wassermänner und Skorpione. Alleine über den Begriff Wasser-Mann würde sich Helena Fürst im Moment vermutlich schon höllisch aufregen, sollte ausgerechnet Thorsten Legat auf die Idee kommen, sie als solchen zu bezeichnen.

Mindestens eine Diskriminierungskampagne mit anschließendem Shitstorm würde da losgetreten werden und am Ende müsste der Tierkreis nach einigen tausend Jahren umbenannt werden - aus Wassermann wird Wasserfrau. Warum auch nicht, Hauptsache die Protagonisten des Astro-Biotops verhalten sich weiter so nachvollziehbar wie bisher.

Dass Helena und Thorsten sich von Anfang an nicht sonderlich gut leiden konnten, war schon beim einfachen Synastrie-Vergleich ihrer Geburtshoroskope sichtbar. Da steht also eine Sonne-Jupiter Konjunktion zum eigenen Mars im Quadrat, und dann tauchen da plötzlich zwei Männer im Camp auf, die ihre Skorpion-Sonne ebenfalls dazu ins Quadrat bzw. in die Opposition stellen. Ja, richtig, es sind zwei: denn auch Menderes hat die Sonne im Skorpion stehen, dazu aber auch noch Saturn.

Während Thorsten Legat seinen Neptun in diesen Spannungsbogen mit einbringt (siehe Dreifach-Horoskop – innen Helena, Mitte Thorsten, außen Menderes).

Alleine dieser Vergleich offenbart so manches Geheimnis zwischenmenschlicher Beziehungsregeln aus kosmischer Sicht, wenn man denn genauer hinsieht. Denn das Spannungspotential zwischen den Sonnen würde normalerweise nicht ausreichen, um solch ein Chaos zu stiften, wie es zwischen Helena und Thorsten immer wieder ausbricht. Dazu braucht es dann auch schon eine gehörige Portion Uranus, die Helena nun ja in schönster Regelmäßigkeit einbringt. Denn neben ihrer uranischen Sonne steht vermutlich auch noch ihr Waage-Mond in Konjunktion mit dem Herrn des Wassermanns (oder der Herrin der Wasserfrau). Ausgerechnet dort hat nun der Leginator seinen Merkur stehen und das bedeutet: wann immer er den Mund aufmacht, wird bei Helena Uranus ausgelöst. Und damit so ziemlich alles was sie ausmacht. Als Reaktion darauf meldet sich dann der Radix-Saturn von Thorsten (der gegenüber im Widder steht) zu Wort. Oder drückt sich über bestimmte Gesten aus, was wiederum von Helena als Zurückweisung, Eingrenzung oder Schlimmeres empfunden wird (Mond).

Umgekehrt funktioniert das aber ganz genauso. Denn Thorsten lebt vor allem auch von seiner Jupiter-Mars-Uranus-Pluto Konjunktion Ende Jungfrau/Anfang Waage, diese Ballung ist quasi sein energetisches Markenzeichen. Dazu steht nun wiederum Helenas Saturn im Quadrat, was bei ihm gewisse Phobien auslöst, sobald sie anfängt, ihn kritisch zu hinterfragen.

So gesehen: beide spüren richtigerweise, dass alleine die bloße Präsenz des Anderen bestimmte „Selbst-Verständlichkeiten“ einschränkt. Und natürlicherweise sucht man dann immer nach Gründen und Ursachen, die man verändern oder beeinflussen kann. Was aber beide dabei völlig übersehen, es gibt noch einen Dritten im Bunde, der genau diese Konfliktzonen befeuert. Ebenfalls einfach durch seine bloße Präsenz bzw. seine energetischen Grundanlagen.

Denn Menderes (Planeten im Außenkreis) hat nicht nur seine Sonne-Saturn Konjunktion im Fadenkreuz des Grundkonflikts zwischen Helena und Thorsten stehen, sondern bringt auch noch seine Venus-Neptun Konjunktion in die zweite energetische Baustelle mit ein (Opposition Saturn Helena, Quadrat Jupiter-Mars-Uranus-Pluto von Thorsten). Zudem hat er Merkur in Konjunktion mit Uranus, was zum einen Thorsten immer wieder an Helena erinnert (sein Merkur wird durch ihren Uranus „chaotisiert“), zum anderen steht sein Zwillings-Mond vermutlich in genauer Opposition dazu. Gleichzeitig steht Uranus-Merkur von Menderes auf Helenas Neptun und somit auch im Quadrat zu ihrem Merkur. Man muss das alles mal ein wenig sacken lassen, damit sich die einzelnen Informationen zu einem Gesamteindruck fügen können. Aber dann hat das Ganze einen hohen Wiedererkennungswert, denn genau das sind die Hintergründe, vor denen sich dann die meisten Beziehungsdramen abspielen.

Warum nun aber hauptsächlich der Konflikt zwischen Helena und Thorsten in den Mittelpunkt rückt, und alles andere dagegen verblasst, hängt auch mit dem gemeinsamen Combin der beiden zusammen.

Die Opposition zwischen Mond und Mars spielt sich genau im Wirkungsspektrum des Sonnenquadrats zwischen den beiden ab. Es ist also ihr natürlicher Ausdruck, um die Spannungen zwischen den Grundanlagen ihrer Persönlichkeiten auszugleichen. Das mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, aber letztendlich ist jeder Versuch in eine gemeinsame Resonanzschwingung zu kommen, der Versuch einen Ausgleich für die existierenden Spannungen zu finden. Das sieht dann wie Streit aus und ist auch Streit. Kann aber, entsprechende bewusste Anstrengungen vorausgesetzt, durchaus auch sehr kreative Prozesse in Gang bringen, wenn man nicht in der Auseinandersetzung stecken bleibt.

Ansonsten sind die beiden natürlich auch prädestiniert, den aktuellen Zeitgeist widerzuspiegeln. Denn ihre Jupiter-Neptun Konjunktion in Opposition zu Saturn auf der Null-Grad Achse Schütze-Zwilling ist eben auch ein Ausdruck der aktuellen Spannung zwischen den drei Planeten aus mundaner Sicht. Kein Wunder also, dass sich die Fernsehnation jetzt ähnlich spaltet, wie sie das schon in Bezug auf andere Themen getan hat.

Aber genau das macht dieses Dschungelcamp jedes Jahr auch wieder zu einem Erlebnis, irgend etwas oder jemand findet sich immer, der genau die Themen wieder spiegelt, die gerade im kollektiven (Unter-)Bewusstsein eine gewisse Dominanz entwickeln. Das ist das eigentlich Spannende bei „Ich bin ein Star holt mich hier raus“, die Krönung des Dschungelkönigs am Samstag wirkt dagegen dann schon fast wie ein notwendiges Pflichtprogramm.

Denn manche Majestäten sind schnell wieder vergessen, bestimmte Sprüche wie „der Klügere lässt nach…“ bleiben dagegen meist noch Jahre später in Erinnerung.

Bilder: © RTL / Stefan Menne; 'Alle Infos zu 'Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!' im Special bei RTL.de: www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star.html

Die Horoskope der Teilnehmer:
Rolf Zacher (Widder), Jenny Elvers (Stier), Gunter Gabriel und Ricky Harris (Zwilling), Brigitte Nielsen (Krebs), David Ortega (Löwe), Sophie Wollersheim (Jungfrau), Menderes Bagci und Thorsten Legat (Skorpion), Jürgen Milski (Schütze), Natalie Volk (Steinbock) und Helena Fürst (Wassermann) 

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Kommentare  

 
Tun-Fisch
# Aus der Tiefe in die FlächeTun-Fisch 2016-01-31 13:20
Respekt für das Durchhalten im Labor. Ich habe mir das mal 20 Minuten angeschaut. Ich würde vorziehen, einer geöffneten Dose Hundefutter 2 Wochen zuzusehen. Das beschäftigt mich aber schon, was den "Erfolg" (Jupiter) eines solchen Unterhaltungskonzepts ausmacht in diesen Zeiten und auch sonst. Gesetzt es gäbe so etwas wie eine 'kosmische Intelligenz', die Kollektives für einen suchenden Verstand kleinmörsert, findet man hier sicher einiges.

"Erfolg ist das, was hinten rauskommt." Das ist nicht so ganz richtig zitiert, stellt aber ganz gut dar, was Jupiter bringt, wenn Pluto nur im Darm stattgefunden hat oder irgendwie unter der Gürtellinie. Ein Haufen Sch..... und zig Prozent Einschaltquoten können nicht irren. Das soll kein moralisches Urteil sein, Meta. Das hast Du mehr als genug begründet, was die Funktion dieser Aufarbeitung von Zeitgeschehen ist. Deshalb erwarte ich ja auch nicht, daß Du Dich davon jedes Mal distanzierst.

Würde der Sache aber eventuell ganz gut tun. Der Blick auf die Motive der Zuschauer. Die müssten im Horoskop der Ursendung hinreichend repräsentiert sein, da sich in den letzten Jahren am Konzept kaum etwas wesentliches verändert haben sollte.
Allein der Dschungel als chaotisches Dickicht, wo es um Überleben und Instinkte geht (Neptun/Pluto) spricht da soviel Unverdautes aus den Tiefen...

Möglicherweise mag ich deshalb nicht hinsehen, weil es so breit an die Oberfläche klatscht.
 

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Samstag, 23. Juli 2016

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