Die "weisse Witwe" und das GZ

Diese Frau ist ein Phantom. Die "weiße Witwe", Mutter, Strategin, mutmaßliche Terroristin, hat ein Horoskop, wie man es nicht jeden Tag sieht. Selbst wenn man nur die Mittags-Stände kennt. Fünf Schütze-Faktoren, drei davon ausgerechnet sehr nah am Galaktischen Zentrum. Nach dem Blutbad in der Westgate Mall Nairobi, das ebenfalls mit Aszendent (Zeitangabe: "about noon") am GZ begann, wird nun heftig nach Samantha Lewthwaite gefahndet, von Interpol per Red Notice. Die fast 30jährige (mit Ballung aller zehn klassischen Radix-Faktoren zwischen Waage und Steinbock) ist momentan die meist gesuchte Frau der Welt - als gefährlich beschrieben, möglicherweise Bomben-Bauerin, Terrorismus-Verdacht. 

Menschen mit so vielen Radix-Stellungen nah dem Massenzentrum des Milchstraßen-Systems üben oft einen beträchtlichen Zug auf die Umgebung aus. Sie strahlen aus und ziehen an und häufiger kommt es zu ungewöhnlichen Lebens-Wendungen. Sie können grandios oder schwerst destruktiv sein. Lewthwaites Spitzname, "Weiße Witwe", ist nicht nur Blaupause der tscheschtschenischen Selbstmord-Attentäterinnen, der "Schwarze Witwen". Er bezeichnet auch die astrologische Nähe zum Skorpionischen (Skorpion-Pluto-Sextil zu Merkur im Geburtsbild), die westliche Herkunft und den Fakt, dass Lewthwaite mit dem Attentäter Germaine Lindsay, der 2005 bei den U-Bahn-Anschlägen in London ums Leben kam, zwei Kinder hat. Seine Sonne sitzt - passend zu ihren galaktischen Stellungen - kurz vorm Supergalaktischen Zentrum bei 2 Waage.

Ein weiteres Gesicht dieser Zeit

Als die Westmall-Atacken begannen, zu denen sich später die militant-islamische "Al-Shabaab" aus Somalia bekannte ( = die Jugend - auch ein Bild für Rebell Uranus mundan im Widder), war Sonne gerade aus dem genauen Quadrat zu Lewthwaites Neptun in den letzten Graden Schütze (mit Mond und Jupiter) herausgelaufen. Aber das aufsteigende Zeichen aktivierte dieses Quadrat noch einmal exakt. Bei den mehrtägigen Geiselnahmen und Anschlägen wurden mindestens 72 Menschen getötet, unzählige gequält und verwundet. Auch wenn keiner weiß, ob Lewthwaite tatsächlich mitverantwortlich ist, passen sich die Transite während der Ereignisse in Kenia ungewöhnlich genau in ihr Radix und ihre Geschichte ein. Zur Zeit trägt auch sie - wie viele Gesichter der Zeit - das mundane Uranus-Pluto-Quadrat als atmosphärisches Signum über Geburts-Mars in Waage. Damit entsteht auch Pluto-Mars, der Aspekt der Entrechteten, Vogelfreien. Täter wie Opfer. Wer ist diese "weiße Witwe"?

Samantha Lewthwaite kam im Dezember 1983 in Nord-Irland zur Welt, in Banbridge, einem kleinen Ort, irgendwo zwischen Belfast und Dublin. Als ihre Eltern sich 1994 scheiden ließen, lief Saturn aus den Fischen im Quadrat zu all ihren Schütze-Stellungen - und wie man liest, soll sie damals das Vertrauen ins Christentum verloren haben. Glaubensfragen als Lebensthemen, nicht ungewöhnlich für Schütze oder 9.Prinzip-Stellungen im Geburtsbild, die auch mit dem gedachten Bild des Gottes oder der Götter (vor allem auch fremder) verbunden ist, samt so mancher Beseelung durch "göttliche" Weisheiten.

Das erst eher schüchterne Mädchen suchte danach offenbar Halt in der muslimischen Nachbarschaft, deren Familiensinn es sehr genoss. Als Pubertierende soll Samantha sich ausgiebiger mit den religiösen Hintergründen beschäftigt haben, spätestens mit 17 Jahren konvertiert sein, um die Zeit, als Pluto über Sonne-Uranus-Konjunktion im Radix lief. Mit skorpionischer Beteiligung ein Freifahrt-Schein in Ideologien. Die Trennung, Befreiung, Loslösung als Anlage, mit plötzlicher, neuer Fixierung über Pluto. Mit der Herkunft, eigenen Kultur, Familien-Ambivalenzen und den manchmal klebrigen Bindungen des Gewachsenen fühlt sich über 60 Prozent Feuer in Lewthwaites Radix selten wirklich wohl. Erst recht nicht im Schützen. Diese Anlage benötigt Aktion und Vision - vor allem Inhalte, die den geistigen Waage-Mars zu Konfrontationen einladen.

So gesehen bildet das Geburtsbild der "weißen Witwe" schon ohne Häusersystem ein extremistisches, sprich, im Schützen zwar sehr weites, aber letztlich eindimensionales Muster ab. Alles geht in die Überschreiten aller Grenzen, vieles um Einfügen exotischerer Inhalten als die, die das United Kingdom diesem jungen Mädchen bieten kann. Samantha sagt sich von der Welt der Eltern los und studierte Politik und Religion an einer Schule für Orientalische und Afrikanische Studien. Mit nur einem Planeten in Erde, dem Merkur, ist es wahrscheinlich, dass Lewthwaite von Anfang an zwar extrem stark anfällig für Visionen, Projekte, Pläne, energetische Abenteuer war, aber Vor-Denkerin bleibt, die - wenn - dann nur saturnal gründlich ihre zahllosen Impulse umsetzt.

Die Erd-Position des Denkens führt das Schütze-Team auf einen harten Pragmatismus zurück, wenn es eng wird. Mit 19 Jahren, unter Saturn Opposition Neptun und Mars-Mars-Konjunktion heiratet "Asmantara", so ihr islamischer Name, "Jamal" oder Germaine, den Muslim, der 2 Jahre jünger ist als sie. Die Heirat geschieht nach traditionellem Ritus, soll aber ungültig sein, da nie registriert. Langsam läuft Pluto nun auf Mond-Jupiter-Neptun am GZ zu, ihren Geburts-Aspekt, der genausogut Auslöschung des Fremden wie, am anderen Pol, Überhöhung von Illusion anzeigt. Meist beides Hand in Hand. Pluto hat Samantha bereits die Begegnung mit dem Islam und Faszination von dessen Glaubens-Konzepten gebracht. Lewthwaite bekommt (passend zu Mond-Pluto) einen kleinen Jungen und ist wieder im 8. Monat schwanger, diesmal mit einer Tochter, als "Suizid Bomber" Germaine in einem Untergrund-Zug als Teil einer Serie eine Explosion zündet, bei der er 26 Menschen mit in den Tod nimmt.

An diesem Tag, der Lewthwaite zur "weißen Witwe" macht, steht Jupiter genau auf ihrem Mars und löst als Sonnen-Herrscher geistige Aggression, Impulse und Antriebe in Waage scharf und übertrieben aus. Über jede Grenze hinweg. Venus-Merkur-Konjunktion im Löwen macht ein Quadrat zum Geburts-Saturn - eine Kombination, die auch später immer wieder eine Rolle in ihrem Leben spielen wird. Venus-Saturn bedeutet unter anderem: Für immer. Das, was an Maßstab bleibt, nicht auszumerzen und nicht abzuweisen ist, und paradox oft mit Abweisung zu tun hat. Im Zeit-Combin hat Samantha an dem Tag eine genaue Mars-Uranus-Neptun-Opposition und befindet sich rückbezüglich noch einmal im Jahr der Scheidung ihrer Eltern. Trennungs-Erfahrung wiederholt sich. Aber sie will von Germaines Absichten und Hintergrund nichts gewusst haben.

Keiner nimmt an, dass sie wirklich in all das verwickelt ist. 2008 steht Pluto auf Lewthwaites Neptun am GZ. Sie taucht irgendwo auf und dann wieder unter, zieht mit ihren Kindern durch England, hat neue Kontakte. Wieder ein Wendepunkt im Schicksal: Irgendwo soll sie Habib Ghani, Halb-Kenianer, Halb-Pakistani mit Verbindungen zu islamistischen Extremisten und Hamas, geheiratet und ein drittes Kind bekommen haben und anschließend mit ihm nach Nord-Afrika gegangen sein. Man nennt den Mann auch "Osama al-Britani", er ist einer, der Verbindungen zu Dschihadisten hat. Lewthwaites Merkur befindet sich unter zunehmenden Druck durch Pluto und eine Radikalisierung und besessene Beschäftigung mit Extrem-Haltungen liegt nah. Ein häufiger Ausdruck von Container-Denken - vor allem in Konjunktion. Man kommt schwer von bohrender Fixierung auf Inhalte los.

Was immer in der Zwischenzeit geschieht - im Februar 2012, vier Jahre danach, bewegt sich Pluto dann ins Quadrat zu Lewthwaites Mars. Ein Aspekt allergrößten Zwangs, wie Dampfdruck. Es geht um Bezwingungen, Panik, gebrochen zu sein und den Versuch, Macht statt Ohnmacht zu erleben, die man beginnt zu fürchten und zu zerstören. Verbunden damit nicht selten Bedrohungs-Erwartungen, die ohnehin Sonne-Uranus immer wieder einholt, und eigene Aggressionen. Mars in Waage sieht sie als Antwort auf gedachte Angriffe - und reagiert zuweilen mit Selbstherrlichkeit, zumal sich auch Uranus aus dem Widder einer Opposition nähert. Dazu steht Saturn bereits wie ein Uhrzeiger auf Venus-Pluto in Lewthwaites Radix und symbolisiert einerseits erneute Abweisungs-Erlebnisse und andererseits langfristige Weichenstellungen für die Zukunft und nicht selten außerdem finanzielle Verwicklungen. Wer jetzt eine destruktive Entscheidung trifft, wird ihre Folgen oft jahrelang nicht mehr los. Samantha scheint einen hoch problematischen Weg zu wählen.

In Kenia ergeht jetzt ein Haftbefehl gegen eine Europäerin mit drei Kindern, die mit drei verschiedenen Identitäten unterwegs ist und äußerlich starke Ähnlichkeit mit der "weißen Witwe" hat. Diese Frau, die zuweilen in Südafrika, dann wieder an anderen Orten des schwarzen Kontinents auf- und wieder abtaucht, steht unter Verdacht, Verbindungen zu Al-Shabaab, den somalischen, militanten "Jungen", zu haben, deren Finanzierung mitzuorganisieren und sogar Anschläge in Kenia zu planen - als Rache für Anti-Terror-Aktionen in Somalia. Einer der Pläne beinhaltet möglicherweise auch den ein Jahr später stattfindenden Überfall auf die Westgate Mall (Radix des Anschlags-Beginns oben rechts). Wenig später stellt sich heraus, dass es sich bei dieser Frau, die immer wieder Identitäts-Diebstahl begeht, vermutlich tatsächlich um "die weiße Witwe" handelt. 

Samantha Lewthwaite wird bis zu den dramatischen Ereignissen im September 2013 der Beteiligung an mehreren Anschlägen in Afrika verdächtigt. Am 12. September stirbt ihr Gefährte Habib Ghani, jener Osama al-Britani, mit dem sie wohl ein Kind hat, mit einem mutmaßlichen amerikanischen Dschihadisten offenbar während einer internen Fehde in der militanten Organisation. Sonne steht genau im Quadrat zu Lewthwaites Radix-Jupiter im Schützen, Venus auf ihrem Pluto und Mars da, wo damals, in London, als Germaine per U-Bahn-Anschlag öffentlich Suizid beging, Venus im Löwen stand. Er macht diesmal statt ihrer das Quadrat zum Geburts-Saturn. 

Als wenig später, am Mittag des 21. September, Terroristen die Westgate Mall in Nairobi stürmen, Geiseln nehmen und ein mehrtägiges Blutbad anrichten, vor allem unter Nicht-Muslimen, wiederholt sich erneut Venus-Saturn, der Aspekt, der in Lewthwaites Leben schon zuvor eine Rolle bei Wendepunkten gespielt hat. Nicht nur, dass Venus nun genau auf ihrem Saturn steht, Mond aus dem Widder wirft auch ein Trigon zu den Schütze-Planeten, die der Aszendent während des Beginns der Anschläge auslöst. Augenzeugen wollen eine Europäerin unter den Terroristen gesehen haben.

Aber niemand liefert bisher einen Beweis für Samantha Lewthwaites Beteiligung an dem dreitägigen Terror. Seit wenigen Tagen läuft dennoch die Fahndung über die Red Notice bei Interpol weitweit. Samantha Lewthwaites Pluto- und Saturn-Transite über Mars sind allerdings noch längst nicht vorbei. Am Tag der Mall-Anschläge weist ihr Zeit-Combin eine sehr ungewöhnliche Aspektierung auf - die exakte Konjunktion von Sonne, Venus und Lilith im Skorpion. Saturn ist gerade in den Widder zurückgelaufen. Die Frau befindet sich - im Schnittpunkt des Heute mit dem Gestern, das Zeit-Combine spiegeln - im Jahr 1998, in einer thematisch rückbezüglichen Wiederholung der Phase, als sie zum Islam konvertierte und offenbar aus dem schüchternen, bürgerlichen Mädchen eine selbstbestimmt denkende, eigensinnige junge Frau wurde. Radikaler, blockierungsloser als je zuvor. Das GZ in ihrem Horoskop wurde damals bereits deutlich spür- und sichtbar. Für Samantha Lewthwaite war ja der Islam keine Einschränkung, sondern offenbar das Tor in eine befreite Welt.

Ihre entsetzten Eltern wissen heute nichts über ihren Verbleib, sie kennen nicht mal den Namen des dritten Kindes. Ihre Tochter soll inzwischen Scharfschützin sein und möglicherweise eine militärische Ausbildung bei den Milizen absolviert haben. Nicht nur, weil man annimmt, dass sie Bomben bauen kann, gilt sie als brandgefährlich. Bis vor einiger Zeit galt Al-Shabaab noch als eher vorsintflutliche Organisation. Das Drama in der Mall belegt, dass die "Revolutionäre" logistisch aus den Kinderschuhen herausgewachsen sind - was man auch auf den Einfluss junger westlicher Dschihadisten zurückführt. In dieser Woche aktiviert Sonne noch einmal Lewthwaites problematische Transite über Mars. Wenig später hat die Frau, nach der inzwischen die halbe Welt sucht, ihren Saturn-Return, der eine ganz neue Schicksals-Runde einläutet.

Diese Überläufe können zusammen zu starken Kontroll-Wünschen, ebenso intensiven Ausbrüchen oder Aggressionen und heftigem Hierarchie-Streben führen. In Kenia und auf der britischen Insel vermutet man in Samantha Lewthwaite eine Art fanatisierter Drahtzieherin, hält sie eher weniger für eine praktisch Ausübende des Terrors. Im Tierreich ist die "Weiße Witwe" übrigens eine Spinne (passende Pluto-Analogie), die sehr ungewöhnliche Netze auswirft. Das Besondere daran ist ein spezieller, eigenartiger Schlupfwinkel, der weit entfernt und abgetrennt vom Fangnetz, dicht, hermetisch und röhrenartig als Versteck für die Bewohnerin gesponnen wird. 

Bild-Quellen: INTERPOL

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Dienstag, 28. Juni 2016

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