Elvis und sein Super-Erde-Effekt

Portrait eines umsetzungs-starken Elements

Er hatte buchstäblich mehr Sex im kleinen Finger, als viele andere im Becken. Als man Elvis Aaron Presley, zu dem Zeitpunkt gerade 21 Jahre alt, 1956 in Florida per Haftandrohung seine berühmte "Körper-Vibrationen" verbot, machte Neptun gerade ein großes Kardinal-Quadrat zu seiner Spannungs-Figur von Venus, Uranus und Pluto im Radix auf. Elvis, the Pelvis, verzichtete also auf jeden einzelnen seiner berüchtigten Hüftschwenks und schaffte trotzdem Bilder von Erotik: Er wackelte nur noch lasziv mit dem kleinen Finger. Die Massen tobten trotzdem. Vor 36 Jahren ist der King, eine der größten Musik-Legenden seit der Nachkriegszeit, gestorben. Er war auch ein astrologisches Phänomen: Mit einem extremen Überhang an Erde (über Häuser und Zeichen - siehe Segment-Grafik weiter unten) wurde er zum Sex-Mythos, obwohl lebenslang die Sache mit den Damen eher schief ging. Aber Erde materialisiert eben auch das, was nicht ist, als geistige Ahnung - wenn Venus mit Sonne steht.

Elvis Presley hatte zwar einen eher intellektuell schwer aktiven Waage-Mars, aber auch den wiederum im umsetzungsbetonten 10. Haus. Zusammen mit Sonne, Merkur und Venus in Erdhaus- und Zeichen, sowie Neptun ebenfalls in Jungfrau, war er letztlich ein Macher. Sein Chart ist ein Lehrstück darüber, was Erde will, kann und vor allem tut. Da, wo der King auftrat, war er - ganz. Da, wo er sich entzog, blieb er verschwunden. Genauso vollständig. Keine Halbheiten, keine unausgegorenen Visionen, keine illusionären Ansagen, keine unklaren Versprechen. Er machte einfach sein Ding. Anfang, Mitte, Ende, es musste Ergebnisse habe. Erde im Chart, das ist eben auch aufbauen, Stück für Stück, mit einer Ausdauer, die Luft oder Feuer die Fingernägel aufrollt. Mit dieser Power versetzte der schüchterne Junge aus der Arbeiterklasse Berge. Erde heisst astrologisch: Jede weite Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Beim Blick auf das Radix des King kann man ganz nebenbei eine Menge über den Schütze-, Steinbock- und Stier-Zyklus am erlebten Versuchs-Objekt lernen. Das Gesamtpaket dessen also, was zum Verwirklichen  der Gedanken des Merkur oder der breiteren Vision des Jupiters unabdingbar ist. Dieser Mann hatte zur Realisierung seiner Träume (Fische-Mond bei Schütze-AC) einen ungewöhnlichen Jackpot im Chart mitbekommen. AC-Herrn Jupiter im Skorpion, Zeichen der fanatischen Konzepte, von denen man nicht abgeht. Wille und Vorstellung. Dazu die immense Zweithaus-Betonung über Planeten im Steinbock. Alles, was so einer anfasst, wird mindestens zur Materie. Geht er es falsch an, kommt Falsches heraus. Packt er die Konzepte in einen konstruktiven, ihm gemäßen Weg, rollt plötzlich eine Maschinerie von Erfolg an. Vielfach erlebt. Sprich: Erde setzt um. Das Midas-Prinzip, nur anfangs immer mehrere Nummern kleiner als Gold.

Steinbock als Elvis' 2. Feld der Gaben, Grenzen und des Selbstwerts ist in der generellen Zeichen-Folge auch 2. Zeichen ab Schütze. Hier wird das Große immer nötigerweise zusammengestutzt auf seine Realisierbarkeit. Saturn sagt, verbunden mit 2: Wenn du deine jupiterhafte Vision verwirklichen willst, kostet das Mühe, Kraft und Ausdauer. Du wirst Selbstwert-Einbrüche haben und scheitern, falls Jupiter nicht immer erst meine engen Ösen durchläuft. Das ist eine Sicherung der Stabilität, kein Drama. Also, bescheide dich und tu, was du tun willst - ich zeige dir, wie du realitäts-kompatibel bleibst. Das Stier-Prinzip, das Werte schafft, wird hier in 2, auf der Verhaltens-Ebene der Häuser, besonders wichtig. Als erstes Erdzeichen ist Stier gleichzeitig das 6. ab Schütze und funktionaler "Arbeitsplan" und Garant jeder Vision - und sei sie noch so klein.

Analog nagte und zog Elvis sozusagen am Leben, indem er es betrat, nicht beträumte. Er ging los, und marschierte, komme, was wolle, einfach ganz praktisch weiter. Steinbock klettert die Treppen, wo Schütze noch lediglich den Impuls des "Hoch-Hinaus" dauerhaft installiert. Der Erfolg folgte beim King wie ein unaufhaltsamer Fluß, dem einer - in Gummistiefeln -  Bahn gebrochen hat. Die Verbindung der Felder 2-8 (im achten steht bei Presley Pluto im Krebs), die ihn auch mit typischen Ess-Störungen malträtierte (Nahrungs-Exzesse contra extreme Selbst-Beschränkung), garantierte Elvis über ein eingebundenes MC und Neptun in 9 Jungfrau trigonal und im Sextil die ausgleichende Komfort-Zone zu all der inneren Anspannung, die mit Merkur-Venus-Pluto-Opposition verbunden sein kann. Und ihren ewigen Forderungen: Mache!

Und dann geht es voran. Haus 2 kann gar nicht anders. Es macht alles sichtbar. Die Talente und die größten Defizite. Der King entschied sich dabei immer für die Mühen der Ebenen. Tingelte. Reparierte Maschinen und fuhr Lkw, schon als ganz junger Mann. Setzte dabei aber stets auf die Kraft der Vision, die sich - bei dieser Veranlagung in den Folgezeichen Skorpion-Schütze-Steinbock (Jupiter, AC und Sonnen-Cluster) bald auch handfest in seinem Leben ausbreitete.

In Haus 2 und Stier sitzt auch das Signum der Stimme. Hier schenkt man uns die Mittel, um uns in 3 später Ausdruck zu verschaffen. Stimme und Selbstwert als Hardware. In 2 demütigt nichts, keine Arbeit ist zu unterfordernd, wenn man ein Empfinden für seine Würde hat. Er hatte. Dieser Junge sang, seit er denken konnte. Mit aller Energie, Durchhalte-Kraft und Top-Dog-Mentalität einer Steinbock-Sonne im 2. Feld entschied sich Elvis Aron Presley, dessen Familie typischerweise arm war, auch später immer dafür, sich Gehör zu verschaffen. Aktiv. Dafür nahm er - klassisch Erde gegenüber den Widerständen des Saturnischen - jede Mühe auf sich. Klein anfangen. Groß werden. Hätte sein Schütze-AC Steinbock "übersprungen" (die Schütze-Krankheit, wie das PHILIP SEDGWICK nennt), wäre ein Jupiter-Uranus-Effekt, bei dem ebenfalls immer Saturn fehlt, das Ergebnis gewesen. Im Ernstfall also: Trennung von den Visionen, die dann ohne Anbindung an die Wirklichkeit kometenhaft mit sich selbst Ball spielen.

Aber Elvis fehlte gänzlich jedes Elite-Denken schlecht geerdeter Jupiter-Formationen. Er startete durch. Wo immer sein AC im Schützen sich schon an der Spitze empfand, begannen Sonne, Merkur und Venus erst recht das Feld der Ehre zu beackern und kleine Brötchen zu backen. Das rechnete sich, später. Viele Steinbock- oder Saturn-Betonte sind früh schon erschlagen von den Mühen des Lebens. Man bürdet ihnen einiges auf. Haben sie dazu noch einen Schütze-Touch, wird es manchmal problematisch. Das Selbst will glänzen, das Sein muss ziehen und zerren. Besser, als die allfälligen saturnische Blockaden passiv - von außen - zu erleiden, was stets passiert, wenn man Saturn-Bezüge zum 2. Feld hat, ist, ihre positive Ausdrucks-Optionen dann selbst aktiv und bewusst zu übernehmen. Weh tut beides, weil Steinbock-Bezügliches immer mühsam erreichbar ist. Ist man allerdings endlich ganz oben, auf dem Berg, wohin das Zeichen gehört, fällt man auch nicht mehr so leicht wieder herunter. Die eigen-initiative Form des Umgangs mit Saturn hat den Vorteil, dabei langsam wirklich unabhängig zu werden. Nicht umsonst ist er der zweite Herrscher von Wassermann. So ging es Elvis an. Seine aktive Arbeit am Traum entsprach seinem Hang zur absoluten Autonomie. 

Also stand er sehr jung sehr lange an. In kleinen Studios, bei Produktionen, sang Gospels, verlor sich mit den neptunischen Anteilen nur soweit in der Musik, dass er weitermachte, um da anzukommen, wohin er wollte.  Er versuchte es immer wieder, wenn man ihn gedeckelt hatte. Verdiente sein Geld dabei mit Zeug, das unnütz war für das, als was er sich empfand. Ging den unteren Weg, auch wenn Jupiter - oben über dem Horizont seines Chart in 11, Spitze 12 - alles wollte und zwar am besten sofort. Im Skorpion kann aber selbst der große Visionär sich bescheiden, von rostigen Nägeln leben, abwarten und nichts trinken, bis sich seine Geschenke plötzlich der Welt eröffnen und die Welt darauf antwortet. Die tiefe Liebe zur Musik (Fische- bzw. Neptun-Anteile), Rhythmus-Empfinden (Waage-Mars in 10 und Uranus Widder Spitze 5) liess sich von keinen äußeren Umständen aufhalten. Alltag, Aufgaben, Armut, die der spätere King einfach absolvierte, hinter sich brachte, wie ein starkes Regelwerk in einem Spiel, das er unbedingt gewinnen wollte. Jupiter und Saturn machen Könige.

Unter mundanem Jupiter in 7, dem schon oben genannten großen Neptun-Quadrat und - natürlich - Saturn, der aus dem Skorpion ins Sextil zu seinen Steinbock-Planeten zu laufen begann, kam die Ernte: Mit erst 19 Jahren produzierte Elvis mit That's Allright Mama den ersten Rockabilly-Titel der Musikgeschichte, der am 19. Juli 1954 unter Sonne, Uranus, Jupiter und Merkur im Anlauf auf Elvis' 8. Haus (betrifft Geld und Werte der anderen) herauskam.

Der Segen der mühevollen Konstellation in der Achse 2-8 im Chart des King zeigte sich nun. Wo Haus 2, den Talenten, keine Haus-8-Plazierungen (oder zumindest 7-Betonungen) hinzugefügt sind, durch die Öffentlichkeit die Gaben auch ganz praktisch sehen und würdigen kann, wird es manchmal problematisch. Presley hatte beide Häuser schon in der Anlage verbunden und setzte auf ein unbedingtes Konzept der Klarheit, das auch die innere Ethik (Pluto in 8) einbezog, durch die sich Skorpionisches einzig und allein positiv lösen lässt.

Wer als Plutoniker oder 8.Häusler genau bleibt und nie vom Weg der altruistischen Maßstäbe abweicht, ist gegenüber denen, die sich Seitenwege erlauben, stark im Vorteil. Selten wird dann das Skorpionische zur Existenz-Bedrohung. Elvis setzte früh auf die alten, aber deshalb keineswegs moralischen Werte von "Treu und Redlichkeit". Er versprach nie zuviel. Er löste ein. Er zog seine Sache durch, ohne das, was Welt von ihm forderte im Geringsten zu missachten. Das eine tun (arbeiten, für wenig Geld), das andere nicht lassen (Musik!). Mit Fische-Mond konnte er spüren, was die tiefere Wahrheit in dem war, was ihn zog. Und wie trügerisch es sein kann, auf dem Weg Abkürzungen zu nehmen und den Jupiter-Anspruch des Glanzes und ewigen Lebens-Geschenks zu Ernst zu nehmen.

Mit Jupiter-Überlauf durch 8 kam dann der Segen-Regen. Bis 1959 entwickelte sich Elvis, der Sohn eines Lagerarbeiters, dessen Zwillingsbruder bei der Geburt gestorben war, zum berüchtigten King of Rock'n Roll. Er klopfte, Türen gingen auf. Dabei bestand er darauf, die damals strenge Rassen-Trennung durch seine Musik einfach umzuwerfen. Auch andere gesellschaftliche Dogmen, zum Beispiel die Prüderie im nicht eben erotisch durchtränkten Amerika, kippte er durch Körper-Einsatz (Betonung erster Quadrant) schlicht über den Haufen. Als Saturn seinen Aszendenten überlaufen hatte, war er bereits ein gemachter Mann und ständige Einrichtung weltweit. Nicht nur Frauen lagen dem neuen, so anderen Sänger zu Füßen (Herr 7 auf der Sonne und Venus - das Entgegenkommen des Gegenübers).

Wenn Steinbock-Herr über das aufsteigende Zeichen geht, wird häufig das eingefahren, was man gesät hat. Das, was dann passiert, zeigt meist sehr genau, ob man konstruktiv mit seinen Anlagen umgeht oder in den Jahren, als Saturn über dem Horizont lief, ungute Entscheidungen getroffen hat. An ihren Ergebnissen werdet ihr sie erkennen. Elvis hatte gut gearbeitet. Die Event-Versessenheit des Musik-Business interessierte ihn, trotz wachsender Berühmtheit, nur am Rande. Zuviel Zeug, das Erdmenschen mit ihrem Hang zum Verwirklichen statt Verträumen oft nur an ihrer Mission, dem Weg, der das Ziel ist, hindert. Wo die Schickeria sich traf, lief Presley ungern auf, Name-Dropping oder Sehen, um gesehen zu werden, waren ihm ein Gräuel. Dafür schleppte er zu seinen eigenen Konzerten, Freizeit-Vergnügungen und in den Alltag seine gesamte Ersatz-Familie mit. Menschen, die ihm geholfen hatte, denen er sich verbunden fühlte, die ihm am Herzen lagen. Die Sippe als Kennzeichen der starken 2.Haus-Betonung.

Und wieder das "korrekte" Erde-Wasser-Gemisch: Als der King 1957 zum Militärdienst sollte, konstatierte er lapidar: "Das ist eine Pflicht, die ich zu erfüllen gedenke". Statt Vergünstigungen anzunehmen, die man ihm reihenweise anbot, stand Herr Super-Erde bewusst, entschieden, freiwillig und ohne Tamtam das "normale Soldaten-Leben" durch. Er dachte gar nicht daran, etwa eine Sonderstellung zu beanspruchen, auch wenn seine Produktion ihm drohte, zwei Jahre Karriere-Stop könnten regelrecht tödlich für seinen Aufstieg. Wen interessierte das? Nicht Elvis. Als er nicht nachgab, versuchten seine PR-Leute wenigstens, Kapital aus dem "Vaterlands-Dienst" zu schlagen und man zog ihn als das, was er war, hoch: Jemand, der trotz größter Senkrechtstarts der blieb, der wie alle ist und die Pflichten tut, die das Leben ihm aufgibt. Ein weiteres Plus für seine Fans.

Untröstlich beim Tod der Mutter

Als am 14. August 1958 seine Mutter starb, stand eine Mond-Uranus-Konjunktion mundan im genauen Trigon zum Aszendenten im 8. Haus des King. Elvis war untröstlich und eine Weile wackelte sein Bewusstsein für sich selbst. Jupiter quadrierte seine Kardinal-Planeten und Pluto bewegte sich fast genau gegenüber dem Fische-Mond. Der Tod veränderte den hypersensiblen Mann, der seine Ventile in der Umsetzung fand, zutiefst. Trotzdem fuhr er in Friedberg, Deutschland, kurz darauf schon wieder Panzer, aber holte seine restliche Familie nach. Die Sippe sollte ihn stabilisieren. Das passierte auch. Als er 1960 nach Amerika zurückkehrte, wartete schon der Film auf ihn - mit fast 30 Musikstreifen bis 1969. Die große Konjunktion von Jupiter-Saturn '61 besetzte seinen Steinbock-Cluster in 2, er war nicht aufzuhalten, obwohl Pluto sich 1963 aus Haus 9 dem Quadrat zum AC näherte und eine Kehrtwende in der Karriere andeutete. Elvis hatte einen Riesen-Erfolg mit Musikfilmen, aber seine hoch ambitionierten Studio-Alben liefen schlecht. Das muss ein Horror für ihn gewesen sein. Neptun, der über Jupiter ging, machte ihn mehr und mehr zum Abziehbild und flachen Idol für die Massen.

1965, bei Pluto-Uranus auf seinem Neptun, hielt er es nicht mehr aus. Er switchte zurück zu sich selbst, Elvis Aaron Presley, der kein Teenie-Idol mehr sein wollte. Wieder ackerte er regelrecht für ein Gospel-Album, das dann den Grammy erhielt. Es folgten weitere anspruchsvolle Alben. Der alte Elvis, Steinbock mit Schütze-Visionen, bearbeitet im Stierhaus, war zurück, als Jupiter, zum zweiten Mal in seiner Karriere, das 7. Haus durchwanderte. Bei Jupiter auf Pluto in 8 (Erweiterung des Verbindlichen) und Stier-Sonne heiratete er Priscilla. Bis 1973 schien sein Aufstieg auch beruflich kein Ende zu nehmen. Konzerte, Fernsehen, Las Vegas. Aber dann kam Neptun. Im Quadrat zum Fischemond (Herr 8) trennte sich seine Frau von ihm und der King bekam immer mehr gesundheitliche Probleme. Unter anderem wurden ihm nun - neptun-typisch - stärkste Medikamente verschrieben, von denen er abhängig wurde. Zu vermuten ist, dass der Tod seiner Mutter unter Pluto-Mond als Trauma durch die Scheidung 1973 erneut aufkam. Wie eine Bastion gegen das Unnennbare wurde er dick, quoll auf, entwickelte den Jupiter-Körper, der so typisch für unglücklich schütze-hafte Entwicklungen sein kann.

Erde findet allerdings nur selten ein Ende im Tun, vor allem, wenn sie mit einem konzept-hungrigen Jupiter mit Bezug zum AC "gesegnet" ist. In diesem Fall überzog Presley seine Reserven gnadenlos. Er arbeitete - trotz immenser Schwächen und Krankheiten - immer weiter. Neptun näherte sich bedenklich seinem aufsteigenden Zeichen, während der King sang und das Programm Selbst-Überrollung (Jupiter Skorpion) lief und lief und lief. Das Produzieren nahm also kein Ende. Im August 1977 stoppte die große Schwäche ihn. Vermutlich der einzige Faktor, der das konnte.

Neptun lief am Todestag - in nur einem Grad Abstand - gerade erneut auf den Schütze-AC zurück und Pluto (Herr 12, aus dem Radix 8) begegnete gradgenau Mars in 10. Das Unbewusste holte den King ein: Vergessen hatte er vielleicht, dass selbst einer wie Elvis endlich ist. Dass es Tage zum Säen und Tage zum Ernten gibt, auch für jemanden, der ungern einfach nur die Ernte abwartet. Dass sich das Dogma eines so fanatisch vorstellungsbezogenen und drängenden Jupiters im Skorpion gegen das Selbst, die Existenz, wenden kann, wenn man Neptuns Signale, eine Weile doch lieber zu schwimmen und zu schweben, statt die Welt nach dem eigenen Bilde zu fügen, überhört. Physische Erschöpfung ist unter diesem Transit nicht selten. Unklarheit über die wahren Schädigungen genauso wenig. Bis heute weiß man nicht genau, was den Ausschlag für diesen Tod gab. 

Anzunehmen ist, dass der Medikamenten-Überfluss in den Jahren davor Elvis dickstes Pfund, seine körperliche Widerstandskraft, an die sein Wollen in gewisser Weise gekoppelt war, weitgehend blockierte. Schleichende Vergiftungen sind möglich und wahrscheinlich. Nicht lange davor hatte Saturn ein Quadrat zum AC-Herrn Jupiter gemacht und die Vision der Allmacht angegriffen, die im Skorpion weniger persönlich empfunden wird, denn als überpersönlicher Auftrag, das Leben zur erlebten Vision zu zwingen. Auf einer weniger physikalischen Ebene ist der King vielleicht daran gestorben, dass er spüren konnte: Ich habe mich geirrt, die alte Kraft lässt sich nicht unter allen Umständen an mich fesseln. Ich bin zerstörbar. Der merkwürdige Dreh bei diesem selbst-aktiven, hoch tätigen Chart: Obwohl er körperlich sterblich war, geschah etwas, was ihn selbst vermutlich am meisten gewundert hätte: Elvis Aaron Presley, der Macher und Umsetzer, hat am Ende das Sein überdauert. Unsterblich wird man nicht im Leben, sondern nur im Tod. 

 

Bilder (bearbeitet): Jorge Barrios, GDuwen, Metro-Goldwyn-Mayer, Inc. Reproduction Number: LC-USZ6-2067 via Wikimedia Commons

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Dienstag, 30. August 2016

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