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Wie man mit Selfies Könige zerstört...

Fast magisch wird Astrologie oft, wenn Transite über die große Zeit hinweg wirken, als würden die Protagonisten der Geschichte noch leben. Es begab sich letzte Woche, dass ein 24jähriger im Selfie-Wahn eine Fassade in Lissabon bestieg, um sich da mit dem versteinerten König Sebastian, dem Ersten, abzulichten, der dort den historischen Bahnhof bewacht. Nun hat allerdings dieser tote, edle "Dom Sebastião, der Ersehnte" just den Saturn am schon lang nicht mehr existierenden MC, als Posthum-Transit. Dazu kommen als weitere Knall-Effekte im Überlauf:

Eine scherben-affine Uranus-Uranus-Opposition, der rückläufige Merkur im engen Quadrat zum rückläufigen Merkur des einstigen Herrschers und außerdem Mars im zunehmenden Quadrat zur einst so schwierigen, royalen Fische-Pluto-AC-Konjunktion dieses Regenten. Das kann nicht gut enden. Wo also Lebende bei solchen Transiten vielleicht wütend, krank oder etwas crazy werden, knallt es hier nur einmal stofflich laut. Und der steinerne König ist kaputt. Denn der mutige Selfie-Macher an der Bahnhofs-Fassade reißt in seinem Überschwang das Abbild des jungen Herrschers aus dem Hause Avis herunter, der seit 1890 unverletzt majestätisch zwischen zwei Torbögen die Rossio Station hütet. Das Denkmal zerbricht damit auch an der modernen Ego-Sucht des Fotografen in zahllose Scherben. Weshalb wohl die Sonne beim Selfie-Sturz narzisstisch bedeutsam auf Spitze 5 im Stier sitzt. Und zudem Mars wieder rückläufig im Schützen steht - wie damals bereits, als Sebastians Denkmal 125 Jahre zuvor aufgestellt wurde. 

Wenn Zeit und Raum sich so vermischen, betrifft das oft neptunische Vorgänge oder Menschen. Und auch Sebastian, der Ersehnte, passt da großartig ins Muster einer Zukunft als zerschelltes Denkmal: 

Ein Wassermann-Sonne-Mars-Merkur in 12, ein verwirrter Träumer im Elfenbeinturm des Radix zu Lebzeiten, mit diesem zwanghaften Pluto am Fische-AC aber auch eine machthungrige Radar-Figur für alles, was an Eigenem Fremdes durchdringen will. Übrigens schon 1554, als er geboren wurde, war dieser Prinz 'sternentechnisch' bestens erforscht, da ein Urahn sofort das Horoskop erstellen ließ. Dessen Stände lassen sich deshalb auch hervorragend vergleichen mit denen der Tage, an denen sein Monument offiziell aufgestellt und danach jetzt so unglücklich gestürzt wurde. Wobei die astrologischen Rädchen diesmal vom Feinsten ineinander greifen. King Sebastião, der Portugal letztlich eine Menge Unbill brachte, mit seinen chaotischen, zentralnervösen uranisch-neptunischen Umtrieben, wurde jedenfalls mit dem gleichen Uranus-Stand (sein Sonnen-Herr) auf 22 Grad Waage geboren, wie 300 Jahre später seine Statue vorm Bahnhof. Als die Grade verletzt werden, stürzt sein Denkmal.

Beim Vergleich entdeckt man sofort, wie hier die drei Zeiten, Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, sich treffen. Dass nämlich jetzt der Widder-Uranus fast genau gegenüber dieser beiden sich überschneidenden Radix-Stellungen von Uranus des Königs und des Bahnhofs mit Monument (11.6.1890)  steht. Als der junge Mann nun mit Handy Richtung Herrscher klettert und den ungewollt umwirft, finden sich Mars-Saturn-Jupiter-Neptun (letztere beiden eng ausgelöst über Spitze 3/9) fallend in der aktuellen Konflikt-Konstellation. In Berührung mit MC und Saturn des echten Königs. Wie eine Wiederholung von dessen realem Todes-Tag (4.8.1578), wo die gleichen Protagonisten, Mars-Saturn-Jupiter-Neptun, ein großes Quadrat machten, allerdings kardinal. Die Rückbezüglichkeit per Aspekt wundert einen nicht, wenn man die übrigen Verquickungen anschaut.

Bei der Eröffnung des Lissaboner Kopf-Bahnhofs (quasi als Einweihung des Monuments, links innen), findet sich auch noch ein verwundbarer Venus-Chiron im Quadrat zu den drei einander beeinflussenden Uranus-Stellungen. Ein dominant aktivierter Aspekt also, auf den zudem auch noch der Nordknoten des Königs engstens verweist. Ausgelöst werden akut beim Aufstieg und Fall des Mannes auf den König (außen der Sturz) auch noch die besagte Neptun-Jupiter-Opposition, durch die Felder-Spitzen 3-9 direkt und den anhängenden Mars-Saturn.

Diese Wechselwirkung wieder aktiviert dominant König Sebastians Ex-Saturn in den Fischen, der in seinem Radix hemmend im Quadrat zu den weiträumigen Visionen steht (dem jetzt von Saturn überlaufenen MC Schütze). Alle Stellungen sind wirklich engstens verknüpft. Man kann drum davon ausgehen, dass auch der fröhliche Tourist kurz vor Mitternacht (die Stürzung begab sich um 23.50 h) mindestens einen entsprechenden Trigger dazu in seinem Radix mitbrachte. Sonst wäre er nicht der Auslöser gewesen. Denn es müssen ja nicht nur die passiven, sondern vor allem die aktiven Ereignis-Faktoren stimmen, damit überhaupt etwas passiert. Dazu gehört natürlich ganz vorn auch die Einbindung des ausführenden Organs. Nun weiß man, dass der naive Selfie-Freund 24 Jahre alt ist, geboren also rund um das jahr 1992 irgendwann, wo sich sicher die Uranus-Neptun-Konjunktion gegen 20 Grad Steinbock bewegte. Was wiederum die vielen schon vorhandenen Verästelungen des Ereignisses  um König, Statuen-Aufstellung und Fall (sprich, die aktivierten Uranus-, Chiron- und Venus-Stellungen) in jedem Fall im Orbis und inhaltlich komplettiert. Denn dass ein naiver König, der eigentlich nur Unsinn verzapfte in seinen 10 Jahren Amtsführung, irgendwann vom Altar fällt, war ja absehbar.

 "Sebastians Herrschaft sollte für Portugal katastrophale Folgen haben: Er lebte in einer mystischen Traumwelt, angefüllt mit mittelalterlichen ritterlichen Idealen und der Kreuzzugsidee. Sein großes Ziel war es, das große Marokkanische Reich zu erobern und Nordafrika damit wieder zu christianisieren." (Wikipedia)

Er war eben ein royales Gemüt mit stärksten neptunischen Anlagen und Verwirklichungs-Aspekten (siehe Radix rechts via Astro-Databank, Rodden Rating AA), zwischen Genie, Freak und Krankheit. Sebastian, dessen Ahn (Em)Manuel bereits ein großer Freund der Astrologie gewesen war, kippt aktuell fast logisch vom Sockel, als die Transite doppelt hart wirken, weil sie sowohl sein Geburtsbild, als auch das der Eröffnung des Rossi-Bahnhofs aus nächster Nähe problematisch antreffen. Schon im Leben wurde der völlig überforderte Junge, der mit 3 Jahren als Nachfolger des verstorbenen Großvaters feststand (Saturn in 1 nagelt ihn fest) und mit 14 auf den Thron musste, zwischen Schütze und Fische aufgerieben: Das MC im Schützen mit Jupiter in 7 in der (hier propagandistischen) Waage sieht sich als bester Hirte, wo er dann mit seinen Kreuzzug-Zwängen halb Afrika gleich von allen Arabern befreien will. Und größenwahnsinnig - (agitiert und romantisiert vom Jupiter-Return und einem Neptun-Venus-Transit) sogleich dort mit seinen 18 000 Soldaten einzieht, gegen alle Ratgeber. Und böse scheitert. Sebastian, damals gerade 24 Jahre alt, genau wie der Statuen-Kletterer jetzt (ein Sidekick, der nicht schlecht passt), stirbt in der Schlacht. Sein Heer geht unter, was alles in allem dazu führt, dass sein geschwächtes Portugal danach lange an Spanien fällt.

Was einen heute gerade an das Gemunkel um 'Europas neue Bankenkrise' erinnert, die von Portugal ausgehen könnte. Da sich hier in ein ordentliches wirtschaftliches Durcheinander die spanischen Banken hineindrängen. Da käme der traditionell helfende Mythos dieses Sebastian, der sich da nun aber als schwer dysfunktional ins Bewusstsein schiebt, gerade recht. Denn nach den damaligen Vorfällen entwickelte sich um den toten König zuhause der sogenannte "Sebastianismus". Der junge, tragödische Herrscher mit seinem 12. Haus-Horoskop, das Menschen als Projektionsflächen für Mythen begabt, wird Jahrhunderte später noch zur Retter-Figur stilisiert - er soll nie gestorben sein, meint die Legende. Posthum zeigt sich das Wassermann-Team in 12 mit seiner ständigen Alarm-Bereitschaft im Leben gut für einen wirren, nervösen Traum der Anhänger (und derer, die sie ausbeuten). Eine spannende Darlegung der ursprünglichen historischen Horoskop-Deutungen durch den damals beauftragten Astrologen findet sich übrigens bei der Universität von Virginia. Da aber der Pluto noch unbekannt war seinerzeit und seine Käfig-Funktionen und Macht-Verwicklungen am AC vermutlich auch sonst den regierenden Verwandten des neuen Kronprinzen ungern mitgeteilt worden wären, lesen sich die damaligen Chronisten eher opportunistisch beschönigend.

Zwar brachte der jugendliche Visionär einen Löwe-Mond in 6 (neigt zur Hypochondrie oder anderen hysterischen Krankheiten) mit, der sich durchaus zum Regieren geschaffen fühlen kann. Aber mit seinem betonten 12. Haus ist Sebastian ja nicht eigentlich nie der Kandidat für die öffentliche Ratio gewesen, sondern eine Art portugiesischer "Kini" (auch Ludwig II hatte ja einen erklecklichen Wassermann-Anteil mit ebenfalls einem Mars dort und dazu die 12. Haus-Betonung über Mond in der Versunkenheit). Wenn solche Unerlösten mit wenig Stabilität dann ganz irdisch hinaus in die Zeit müssen, werden sie durchaus öfter mal überkandidelt. Wie vermutlich auch der Selfie-Fotograf, denn die Stürzung der Statue hat ja ebenfalls einen Mars-Saturn in 12. Und die Moral von der Geschichte?

Es gibt keine. Außer der vielleicht, dass es hilfreich ist, in Zeiten der Abbildung von allen über allem (einem Venus-Muster), ab und zu genauer hinzuschauen. Welche Gegenden die Weltgeschichte gerade hochtaucht. Wo Gegenwarts-Kreuzungen entstehen. Und wen man mit dem Dauer-Wunsch nach Vervielfältigung des Ich denn eigentlich dauernd in der Moderne aus den Angeln hebt. Manchmal ist man es ja nur selbst, was zu verkraften ist. Aber ab und zu wird man eben auch direkt aus dem Selfie in die Ereignis-Wünsche der Geschichte hinausgeschleudert. Wo übrigens der jugendliche Fotograf, der erst versuchte zu fliehen, nun ganz profan auf Saturn, seine Abstrafung, wartet. Ohne jede Hilfe des geschredderten Königs. Der ist hin. Und weg.

Daten-Quellen: GLOBO, Portugal + Astro-Databank

Bilder (bearbeitet): Basilio (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) oder GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

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