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Von Traum-Tänzern und Drama-Queens

Damit es nicht gleich anfangs zu einem Missverständnis kommt – die Überschrift wäre auch umkehrbar. Drama-Kings und Traum-Tänzerinnen treffen genauso häufig aufeinander, und natürlich gibt es weitere Variationen dieses Themas. Nein, es geht hier nicht um willkürliche Zuweisungen von Verhaltens-Auffälligkeiten, sondern um eine der meist gestellten Fragen, die man als astrologischer Berater zu hören bekommt: Passt er/sie denn auch zu mir?

Menschlich ist diese Fragestellung durchaus verständlich, ehrlicherweise müsste man aber antworten, dass Astrologie für solch ein Auswahl-Verfahren genauso geeignet ist, wie das Gummibärchen-Orakel. Natürlich, aus klassischer Sicht passen alle Widder gut zu den Löwen, Waage zu Zwilling und Stier zu Jungfrau, teilen sie doch zumindest das selbe Element.

Nur wird man erstaunt feststellen, daß solche Kombinationen im wirklichen Leben nicht häufiger vorkommen als andere. Genauso oft versuchen es Skorpion-Frauen mit Wasser-Männern (und werfen ihnen später Etiketten-Schwindel vor, weil vom Wasser kaum etwas zu spüren war…), Schütze-Männer mit Jung-Frauen und Stein-Böcke mit Waage-Sonnen. Ja, man könnte sogar den Eindruck bekommen, dass gerade schwierige Verbindungen einen besonderen Reiz ausüben. Mit ähnlich veranlagten Menschen hat man vielleicht ein lockeres Freundschafts-Verhältnis, aber man übersieht sie gerne bei der engeren Partnerwahl.

Allein das steht dann schon im Widerspruch zur obigen Fragestellung, denn dabei geht es ja nur um MICH, den Fragesteller, der jemanden sucht, der zu MIR passt. Nicht etwa darum, mit einem anderen Menschen wirklich in Beziehung zu treten, der sich von meinen Anlagen und Eigenheiten unterscheidet. Leider ist die Trefferquote für „absolut passende Partner“ unter solchen Voraussetzungen ähnlich hoch wie ein Sechser im Lotto: Attraktivität wird an der entstehenden Spannung zwischen zwei Menschen gemessen und bestimmt die unbewusste Hinwendung, der Kopf mitsamt dem ganzen Rest möchte das dann aber gerne in bester Übereinstimmung mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen haben.

Vor Jahren bemerkte ein Bekannter auf die Frage, wie es denn auf seiner Indien-Reise war, auf die er sich lange gefreut hatte und von der er erst kürzlich zurück gekehrt war: „Indien ist großartig, wenn da nur nicht all diese Inder gewesen wären…“. So ähnlich klingt es oft auch bei Ratsuchenden in Beziehungsfragen: „Wir könnten die beste Beziehung haben, wenn er/sie nur endlich dies oder das (bitte wahlweise einsetzen….) anders machen würde, dies und das einsehen würde, dies oder das lassen würde…“.

Man könnte via Astrologie durchaus Partner finden, die einem selbst energetisch ähnlich sind. Aber meistens sind wir ausgerechnet auf diejenigen „gepolt“, die uns auch emotional bewegen und berühren. Und Bewegung entsteht nur dort, wo Energie nicht nur ruhig und friedlich vor sich hinfließt, sondern es müssen verschiedene Elemente aufeinander treffen, um so zusammen etwas zu erschaffen, dass für alle Beteiligten erneuernd und erweiternd wirkt.

Erde wird nur fruchtbar, wenn Wasser hinzukommt, Licht sich als Nahrung anbietet und der Wind für Entwicklung sorgt. Jedes Element für sich alleine, kann kein Wachstum erzeugen. Aber wenn Wasser auf Feuer trifft, braucht man vielleicht das Erdelement in Form eines Gefäßes, damit aus allem zusammen die wundersame Kunst des Kochens wird. Ansonsten zischt es einfach kurz, und beide Elemente verlieren ihre Eigenschaften.

Es ist bisweilen also dringend erforderlich, geschickte Mittel zu finden, um die natürliche Unvereinbarkeit der Elemente unter bestimmten Voraussetzungen in etwas umzuwandeln, was das Leben aller Beteiligten auch bereichert. Gelingt das, dann wird am Ende dieses, zugegeben oft schwierigen Prozesses, eine völlig neue Erfahrung entstehen.

Was aber in den meisten Fällen erst geschehen kann, wenn eine tatsächliche Beziehung zwischen zwei Menschen entstanden ist, die auch Raum für unterschiedliche Eigenheiten und Sichtweisen lässt. Bis dahin können aber, je nach Anlage und Zeitqualität, durchaus Jahre vergehen, in denen man sich absolut sicher ist, daß es solche Unterschiede eigentlich gar nicht gibt.

Das ist die Phase des Traumtanzes.

Aus unerfindlichen Gründen fügen sich die Umstände hier meist so, dass zwischen den Partnern kaum Konflikte entstehen. Dass kann durch klare Rollenvorgaben unterstützt werden (einer bestimmt, der andere fügt sich), durch physische oder psychische Abhängigkeiten oder durch die gemeinsame Verantwortung für Kinder, Grundbesitz oder Haustiere. Oft hat es auch nur mit unserer Fähigkeit zu tun, Wahrnehmung so zu filtern, dass alles Unerwünschte ausgeklammert oder uminterpretiert wird.

Mit Konflikten sind dabei nicht die kleinen alltäglichen Scharmützel gemeint, die man im Prinzip mit fast allen anderen Bewohnern dieses Planeten auch haben kann. Ein Beziehungskonflikt der Kategorie A entsteht immer erst dort, wo das berüchtigte Jekyll & Hyde Phänomen auftritt: aus einstmals Liebenden werden innerhalb von Sekunden und Minuten erbitterte Feinde, zumindest wenn man dies nur anhand ihres Verhaltens beurteilen würde.

Wer immer das schon einmal erlebt hat, weiß um den Schockzustand, der dann ausgelöst wird. Sei es nur für kurze Augenblicke oder auch für längere Zeiträume. Aus dem Traum wurde ein Drama, und das führt schließlich zum Trauma, wenn sich kein Weg findet, die losgebrochenen, energetischen Stürme in sinnvolle Bahnen zu lenken. Wann immer diese Phase in einer Beziehung losbricht, kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass es ab jetzt nur noch zwei Möglichkeiten gibt, wie sich die Beziehung entwickeln kann.

Entweder stellt man sich diesem Prozess oder man beendet das Ganze. Entscheidet man sich für Ersteres, kann es ganz hilfreich sein, die einzelnen Phasen dieser Entwicklung zu verstehen und dabei kann wiederum das astrologische Modell äußerst hilfreich sein.

Der Zauber der Venus

Denn bisher konnte man den Eindruck gewinnen, dass hier ja nur „ganz normale Entwicklungen“ beschrieben werden, die noch nichts mit dem astrologischen Hintergrund zu tun hätten. Aber genau diese Entwicklung bildet das astro-logische Modell schon in seiner Basis-Struktur, dem Zodiak, ab. Jede Form von Begegnung, von Beziehung und Partnerschaft, beginnt im siebten Abschnitt des Kreises, der Waage. In den Zeichen davor beziehen sich die Inhalte der archetypischen Entwicklungen hauptsächlich auf das eigene Erleben, das eigene Selbstbild mitsamt all seinen Schattierungen und Facetten.

Erst beim Überschreiten dieser magisch-illusionären Grenze zwischen Innen und Außen werden wir mit der anderen Grundvoraussetzung für unser Leben konfrontiert - der Welt und all ihren Bewohnern. In unserem, normalen Alltag durchmischt sich das alles beständig, mal liegt der Fokus mehr im Innen, dann wieder „dort draußen“ bei all dem, was nicht wir selbst sind. Oder was wir zumindest nicht uns selbst zuordnen.

Überschreiten wir aber symbolisch diese Grenze zwischen Jungfrau und Waage, erleben wir das meistens als absolutes Highlight. Es ist genau genommen ein Schritt aus uns selbst heraus, hin zu etwas anderem, dass wir nur bedingt kontrollieren können. Das anders ist als wir selbst. Und dieser erste Schritt führt meist in die Begegnung mit einem anderen Menschen, einem Gegenüber, dass dann plötzlich in einem schon fast überirdischen Licht erscheinen kann. Das Erwachen in unsere eigene Venus-Waage Wirklichkeit wird dann meist als „Verliebtheit“ erlebt. Die Welt erstrahlt in den buntesten Farben, allein der Gedanke an den anderen wischt alle bisherigen Sorgen und Nöte hinweg, es ist als hätte man den heiligen Gral gefunden, die Quelle aller Freude.

Vor allem, wenn einem dies zum allerersten Mal widerfährt, kann man sich dem kaum entziehen. Als hätte eine fremde Macht von einem Besitz ergriffen, und es gibt nichts was man dagegen tun könnte, oder wollte. Zumindest solange, wie alles „gut“ läuft. Im Idealfall ergeht es der anderen Person genauso und damit hätte man dann die besten Voraussetzungen für eine zukünftige Beziehung gefunden.

Falls nicht, bewegt man sich relativ schnell auf den zweiten Abschnitt des Begegnungs-Quadranten zu. Dem skorpionisch-plutonischen Mittelteil.

(wird demnächst fortgesetzt...)

Titelbild: By Sabrina Campagna (http://www.flickr.com/photos/mar1lyn84/2722712047) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons; I love you -By Fernanda william (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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