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Chiron Widder: Schlüssel zum Zorn

chiron1Wenn Chiron wechselt, ändern sich meist auch die Schmerz-Bühnen im Leben. Er hat nicht umsonst die Form eines Schlüssels und schafft in jedem Zeichen andere, ungewöhnliche Lösungen für gewöhnliche Probleme. Als Schamane unter den astrologischen Archetypen, der unsere eigene Schmerzfähigkeit für eine fast mystische Einsicht in fremde Schmerzen trainiert, spiegelt er ja die größte persönliche Wunde, hinter der dann erst das Geheimnis der Heilung (anderer!) liegt. Ein oft unterschätzter Punkt im Verständnis dieses kosmischen Fremdlings und seiner Bedeutung.

Hier finden wir matürlich unbedingt auch die eigene Anfälligkeit für bestimmte Verletzungen, gesellschaftlich und privat, sowie die "größte Wunde" unseres Lebens, die durch seine Aspekte, Zeichen und Haus meist grandios beschrieben ist. Oft ist sie für "Chirons Kinder" mit starkem Bezug zu ihm unheilbar, darum lehrt er so gut Akzeptieren und Loslassen. Alles, was wehtut, wirft uns ja auf das Selbst zurück und genau hier liegt Chirons größtes Talent. Er führt uns zum anderen. Körperlicher als Neptun, persönlicher anwendbar als Jupiter und irdisch sehr, sehr heilsam wie schmerzhaft, öffnet er bei seiner Wanderung die Türen zu einer unkommerziellen, weil anstrengenden Seelenmagie.

astrophysis

Sie passiert uns nämlich nur dann, wenn wir mit den lange unentdeckten Fähigkeiten wirklich anderen in ihrer Not helfen - trotz eigener Schmerzen. Sonst gehen die Türen sehr schnell wieder zu. Noch schneller übrigens bald im Widder, der da aufheizt, wo wir zu selbstbezogen agieren, wenn Chiron eintritt. Die Pfeile seiner Wunden erlauben uns hier aber auch noch mal "wirklicher" die Identifikation mit allem fremden Leid, was Anfang von Kriegen sein kann, wo es uns in die Selbstrettung bringt. 

Überhaupt: Beim Chiron entsteht erst eine Verbindung zwischen eigenem Leid, das einen für das Weh anderer aufbricht, wie im Gralsmythos. Auch bei ihm könnte man sagen, wie beim Parzival: "Du heißt Chiron. Der Name bedeutet: Mittendurch". Wer ein Chironiker ist, ihn also in engem Kontakt zu Achsen, Häuserspitzen, auf 0° eines Zeichens, zu persönlichen Planeten im Radix oder am GZ (um 25° Schütze) stehen hat, fühlt sich oft lange, lange fremd in üblichen, fließenden Zusammenhängen. Man kommt nicht durch zur eigenen Heilung = Vollständigkeit, es sei denn, man wendet sich vom Selbst ab. Schmerz bleibt so lange, wie man die Konfrontation, das Mittendurch, das "Sein" der Wunden vermeidet. Das kann ich selbst, mit Chiron prominent im Radix, mehr als durchgerüttelt bestätigen. Ich habe seither viele dieser Stände erforscht und als sehr leidensfähig erlebt.

"Oheim, was tut dir weh?" (Parzivals Erlösungs-Frage an den Fischerkönig)

Über Chirons Radare strömt ja manchmal mehr als genug Weh für gleich mehrere Leben ein. Aber er vermittelt generell eben auch zwischen Erde und Luft, Verknöcherung und Revolutionen. Man kann als noch unausgeglichener, ungeübter Chironiker das "Prinzip Schmerz" bei anderen von Anfang an nur sehr schwer verdrängen und wird häufig so lange an egoistischen Zielen gehindert, bis man seine Heilkräfte als "Nadelör des Schmerzes" endlich nicht nur entdeckt und abweist, sondern helfend anwendet. Oft gibt es da, weil Chiron zwischen Saturn und Uranus wohnt, eine Menge Hin- und Hergerissensein und Widerstände, bevor man auf Kurs kommt. Aber: Aller Sog geht zur Ganzheit, auf dem Boden der eigenen Zersplitterungen, der Scherben. Danach können Chiron-Menschen die wunderbarsten Träger von Lösungen überhaupt sein. Chiron ist auch jetzt ein Schlüsel zum Zorn, wo er im Widder erst in, dann aus dem Eigen-Sinn heraus führt. Hier wird er immer mildern können durch die Grals-Frage, die vom Selbst wegzieht und die Wunden der anderen schonungslos offenlegt, was alle versteinerte Lava der Wut schnell aufschmilzt. Wenn man sich bloß erinnert. Der Mars-Neptun aus der Grals-Geschichte (junger Widder-Ritter trifft verletzten Fische-Herrscher) ist der Boden für einen Chiron, der morgen früh in den Impulsraum des Zodiak-Beginns vorstößt, da, wo ein Energiefunke entsteht, der zur Tat werden soll. Im Entdeckungs-Horoskop (UNTEN) des Kentauren befinden sich alle Faktoren (bis auf Chiron selbst und Lilith, des Heilers Bezug zum Dämonischen) im Du- und tranpersonalen Bereich, den Quadranten 3 + 4. 

Chiron ist daher als Angebot der Anlage ein "natürlicher" Feind des neuen gesellschaftllichen Narzissmus. Aber er war in Fische, wo er seit 2010 sich aufhielt, ja "verdrängt" und wirkte darum unsichtbar, rücklings manchmal giftig (spirituell durch "falsche Prediger" oder etwa Umweltprobleme, besonders im Wasser), manchmal heilsam, ohne bewussten Zugriff - wenn man zufällig den Mitgefühl-Schalter in sich fand. Was sofort alles änderte. Immer aber als kaum noch greifbare, starke Verbindung zu anderen, was sich besonders schmerzhaft und durchdringend anfühlte. Sein Wirkprinzip: Jeder Schmerz, den ich euch zufüge, werde ich in mir selbst spüren. 

Chiron symbol.svgIm Widder findet er ab dem Ingress nun ganz neue Aufgaben, er wird zum Aufräumer, Freiräumer. Indem er vor allem die Wunden, die Uranus mit seinen rebellischen, kopflosen Aktionen dort geschlagen hat (ebenfalls seit 2010) so lange berührt, bis sie aufgedeckt, versorgt und geheilt sind. Das betrifft auch alle geistigem seelischen und körperlichen Verletzungen, die wir persönlich im Radixhaus, wo Widder steht seither erlitten haben. Sie werden jetzt zum Weg in einen größen Raum der Vollständigkeit.Chirons Bedeutungs-Felder und Aussagen leiten sich für mich von seinem "physischen" Lauf innerhalb der Planetenbahnen der Langsamläufer ab.

So dient er als Mediator zwischen Saturn und Uranus, wie van Heeren/Koch wunderbar beschreiben, die ihn als Philosoph und "heilsam" Fragenden, potenziell weisen Beobachter ohne große Eingriffe sehen (Quelle unten, sehr zu empfehlen für die, die wie wir auch mit den differenzierte Herleitungen der astrologischen Aussagen für neue Faktoren aus den Bahnlagen und "physischen" Merkmalen bzw. der "Kreislogik" arbeiten).

chironentdeckung All das entspricht auch den schon genannten Selbstlosigkeits-Konstellationen im Entdeckungs-Horoskop (links via Astro-Databank Rodden Rating A) durch Charles Kowall, Skorpion wie seine Entdeckung, der selbst den Chiron im Löwen mit Pluto stehen hatte. Was wiederum die tiefe astrologische Wandlung des "Schmerzbildes" durch den von ihm gesehenen Kentauren bescheibt. Alles klassischen Faktoren finden sich im Discovery-Chart oben, "bei den anderen" und "dem Schicksal". Die Knotenachse liegt über MC-IC in Waage-Widder und Chiron selbst steht am Ursprung in 4. Er wird für die Astrologie die Herkunft allen Schmerzes aufzeigen und die verwundeten Wege, die wir alle gehen.

Nicht immer finden wir selbst dabei Heilung, sondern stattdessen eine Erlösung aus der Verdrehung der Selbstbezogenheit, die uns immer wieder nur in Abwehrrituale schiebt. Manchmal muss ein Stigma bleiben, das uns erinnert. Besonders auch bei Transiten, die Heilungs-Prozesse immer umstimmen können, aber sehr antrengend wirken. Bei der Chiron-Wiederkehr wissen wir meist erst, was unsere Aufgabe im Leben ist - bezogen auf das, was NICHT uns selbst gilt oder der Selbstoptimierung. Dann können wir tätig werden, im besten Sinne. Als Umsetzer der speziellen Lösungen, die heilen, vor allem bei starkem Chiron-Einfluss im Horoskop, der immer die "Einflugschneise" (Planet/Achse) immens vorprägt und empfindsam macht.

Das Skorpion- und Krebs-Stellium im Entdeckungs-Horoskop zeigt die Tiefe der Prozesse, die Berührtheit, un bildet jeweils die Bindepunkte der Brücke für die Herren 1 und 7. Das Ende der Kriege, das manchmal leider erst kommt, wenn man ihr Leid erfassen konnte. Es sei denn, man begreift vorher und bringt Chirons stille, friedliche Botschaft in die Welt, die tröstet, bevor Wunden verbunden werden müssen. Dann hat der Geist vor der Tat gewirkt, was sein Geschenk sein kann und gerade in diesen Zeiten wichtig wird.

"Auch dann, wenn keine Heilung eintritt, gibt es Nutzen. Leiden sammelt, konzentriert, erzeugt Bewusstsein, Weisheit, die innere und äußere Stille." (aus "Pholus", von Heeren/Koch über Chiron) 

Anders als die beiden Autoren, die das stille und abgesonderte Wesen Chirons für mein Empfinden sonst wirklich generell sehr, sehr gut erfassen, bin ich als Mensch mit Chiron exakt am IC nicht der Meinung, dass "Beraubt-Werden des Lebensimpulses" mit zu den generalisierbaren, häufig auftretenden Kennzeichen bei Chironikern gehört. Der sehr starke Neptun in 12 im Visionszeichen Schütze spricht zwar klar von einer Perspektive der Ego-Losigkeit (noch in Konjunktion zum Schütze-AC am galaktischen Zentrum) und einer Konnotation mit der "Leere" als Tür für die Fülle, auf die Depression einen Sog ausübt. Aber Chiron hat Schütze und Jupiter (erhöht) "den Sinn" zu stark in seiner Grundanlage.   

Für mich finden chirongeprägte Menschen fast immer sehr stark auf dem Weg "mittendurch" das wieder, was sie an Gefügtem und Fügungen verlieren, es lebt in ihnen auch über das größte Leid hinaus. Dass dieser neue galaktische Besucher unter vielen wichtig werden würde, zeigt sich jedenfalls schon in diesen Entdeckungs-Anlagen. Welche Rolle die inneren Dämonen im Chiron-Kosmos spielen, belegt die Lilith in 6 - wo die zornvollen Geister in kraftvolle Schützer gewandelt werden können. Mond-Nessus-Jupiter mit seinen fremdartigen (Nessus), aber tiefen, glückverheißenden, sich wandelnden Emotionen befindet sich hyperstark im Krebs, in 7, beim Du. Hier sind Chirons Qualitäten, wenn sie denn nicht umkippen sollen, am besten aufgehoben, weil immens wirksam. Hier zeigt sich auch, dass der chironische Weg ein weiblicher ist - man durchwebt die Heilung durch Mit-Gefühle. Ohne Mit-Leid, das einen handlungsunfähig macht. 

00000xhiron

Ich bin der Meinung, dass Chiron tatsächlich, wie Robert von Heeren und Dieter Koch sagen, den "Mut zur Intensität des Wirklich-Seins" zwischen Saturns und Uranus Reich, also Erde und Himmel verkörpert. Er ist das faktisch leuchtende Licht zwischen Saturns harten Formen und der Be-Gnadung durch uranischen Aufbruch hin zu neptunischer Er-Lösung. Das, was wir für den Übergang der Zivilisation in unsere Wahrheit als Selbst-Überwinder ganz praktisch tun können. Heil werden lassen, was durch uns Un-heil schuf. Aber ich sehe Chiron nicht, wie wiederum einige andere Astrologen, als Herrscher der Jungfrau.

Er ist aber nicht ängstlich, nicht detailversessen, nicht risikofeindlich genug - obwohl auch ein großer, sanfter Beschützer, wie der irdische Merkur. Aber in seiner Rolle nur ein Mittler, kein "Eigentümer" archetypischer Themenfelder. Seine Beziehung zum Transpersonalen, zu den Ober-Welten ist zu stark spürbar. Wer Chiron im Radix dominant stehen hat, neigt auch fast immer (selbst ohne große Bildung) extrem den Philosophien zu. Als Pferd-Mensch-Wesen steht Chiron ja auch Jupiter nah, hat aber seine Stationen überwunden. Exzentrik ist eins seiner persönlichen Kennzeichen, während Saturns Nähe seine persönliche Stabilität und Resilienz von Chiron-Menschen hält. Oft sind sie übrigens - ohne ursächlichen Zusammenhang - auch Liliths, was wieder auf die innewohnenden und äußerlich begegnenden "Dämonen" verweist.

Mich erinnert er in seiner feurigen Form, wie jetzt im Widder, da Chiron bei seinen Kindern deutliche Bezüge zum und Interesse am Raum-Zeit-Kontinuum mitbringt, an den Schützer Mahakala ("Große Zeit"). In den sich Chenresig (Liebevolle Augen) verwandelt, wenn er sich zornvoll (Löwe-Mars der Chiron-Entdeckung in 8) kompromisslos für die Überwindung des Ichs einsetzen muss und gegen das Leidenlassen anderer. Das wird vermutlich auch ein Thema von Chirons Gang durch das 1. Zeichen sein. Es gibt wirklich genug Leid auf der Welt, vor dem wir so lange die Augen weiter verschließen, bis uns selbst Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Das ist zu sehen als Kompensation der eigenen Unachtsamkeit und zu verwandeln, indem man einfach hinsieht und hilft. Chiron in Widder, der ein Ziel ausmacht. Für etwas kämpfen, nicht dagegen.

mahakalaWir haben also wieder die Wahl, Chirons Kräfte selbst im Feld, das Widder in unserem Horoskop besetzt und aktuell die größte Notwendigkeit seines Einsatzes anzeigt, bewusst auszupacken und anzuwenden. Trotz eigenen Leidens - das sich hier nur vergrößern wird, so lange wir nicht hören, nicht sehen, nicht spüren wollen, was gerade dran ist. Wo wir helfen könnten und es nicht tun. Im Sinne der schamanischen Prozesse, die Chironiker so oft erleben, wird nun vermutlich auch mundan zu sehen sein, wie Schmerz sich gesellschaftlich auflöst, je mehr wir praktisch der Hingabe des Chiron an den Impuls des Helfens nachgeben. Statt weiter seine Power in Feindbilder zu stecken. Schmerz kennt keine Hierarchie. Das können wir durch Chiron lernen. Egal, ob wir unsere Wunden für "logischer", faktisch größer, umfassender und ungerechter als die anderer halten: Andere leiden auch.

Chiron im Widder kann Gift und Heilung in allen "Feuer-Bereichen" anzeigen - privat und gesellschaftlich verletzt man sich nun an allen Entflammungen leichter. Er wirkt in Gender- und Machismos-Fragen, walkt die Probleme der Maskulinität, die sich angegriffen fühlt, noch einmal durch. Auch stimmt er ein auf Kriegs-Szenarien und ihre Lösungen (deshalb wird Saturn-Pluto als Versklavungs-Risiko 2019/20 auch besonders riskant), die Archetypen des Raubtiers Mensch (und natürlich alle Verletzungen "wilder" Tiere buchstäblich). Zusammen mit Uranus im Stier entsteht hier wirklich eine Gefahr von Brandherden, da, wo der kollektive Egoismus hohldreht und die Explosionsgefahr unterchätzt wird. Dann wird der Schützer kurzfristig wieder zum Dämonen. Aber noch mal. Wir haben die Wahl. Wir können sehen. Vorbauen, heilen, was wir an Wunden schlagen. Tun das alle, werden wir erst im Kleinen, dann im Großen zu Ärzten der verletzten Welt. Das ist Chirons große Chance. 

Man kann durch einen Vergleich mit den letzten Jahrhunderten auch gut die großen Linien ahnen, sprich, umreißen, was sich bei Chiron im Widder an energetischem Wandel (Widder) alles ereignen kann. Die Wunden, die in den Fischen verdeckt sind und sich heimlich infizierten, werden ja im 1. Tierkreiszeichen immer offenbar. Ganz im Sinne des jeweiligen "Wanderers" zwischen den Welten des alten Zyklus und denen des Neuen. Sprich, sie arbeiten inzwischen so stark, dass sich Entzündung sprichwörtlich durch Ausbrüche zeigen kann und muss.

widderchironNur darum wird man sie dann auch heilen, wenn man sich zuvor verschlossen hat und nun auf eine Konfrontation "durch Druck" einlässt. Wer das nicht tut, wird die Verletzungen bloß verschlimmern. Das ist Chirons Gift, das zur Heilung werden kann, wenn man dem Sog Rechnung trägt, bevor der Druck einsetzt. Chiron als Spürer, der solche Prozesse sehr früh bemerkt, ist insofern vielleicht der "homöopathischste" Faktor im Horoskop. Dass Merkur quasi mit dem Übergang wieder vorläufig wird, im Quadrat zum Saturn (rechts das 0° Widder-Chart Chirons), belegt die Widerstände, die sich gesellschaftlich aus Angst vor der Heilung bilden könnten. Aber auch, dass ganz praktisches Umdenken, weg aus den Schattenländern des Ego, nun eine sehr große Chance hat, zu Lösungen zu führen.

Chiron tendiert auch immer dazu, Projektionen mit aufzulösen, wo er Situationen heilt. Nur darf man nie die Erwartung haben, dass man sich selbst danach auch sofort besser fühlt. Das ist fast nie der Fall und liegt hier doppelt in seiner aktuellen Herkunft aus dem Neptunischen, wo der Ganzheitsimpuls noch ganz frei ist von Persönlichem. Es ist also nichts falsch daran, wenn es für einen selbst noch ungelenk und etwas unfertig wirkt, sobald man sich auf sein persönliches Chiron-Talent (ersichtlich in Zeichen und Haus des Radix, wo er steht, und an seinen Aspekten) konzentriert. Und es in diesen "neuen", jungen, frischen Zeiten seines Übergangs bewusst für die Welt einsetzt. 

Hier die Daten seiner jeweils ersten Übergänge (auf Fische-Zeiten davor von je etwa 8 Jahren können wir ebenfalls rückschließen):

  • Chiron 00° Widder    17.02.1676    22:21:53 UT
  • Chiron 00° Widder    20.04.1723    14:12:58 UT 
  • Chiron 00° Widder    01.05.1771    06:44:48 UT
  • Chiron 00° Widder    09.04.1820    12:59:22 UT
  • Chiron 00° Widder    04.06.1868    09:08:32 UT
  • Chiron 00° Widder    31.03.1918    11:45:02 MEZ
  • Chiron 00° Widder    01.04.1968    08:08:25 MEZ 

Wenn Leben ein Märchen wäre, bekämen wir mit Chiron im Widder 3 Schlüssel in die Hand gedrückt: 1. Neptun = Traum oder Verdrängung und die Sehnsucht nach dem Himmel und sorgenden Erlösern, die noch keine Hände und Füße hat. 2. Mars = den Impuls, sofort auf die erste Idee dessen aufzuspringen, was MICH an Lösung überzeugt (aber vielleicht keinen anderen). Und 3. dazwischen, "mittendurch" den Chiron, der aus Einsicht und Erfahrung am Verdorbenen arbeitet. Die alte Widder-Idee: "Ihr sollt werden wie die Kinder", ist mit Chiron um 1. Zeichen des Kreises überaus brisant. Wenn wir Kindern dabei, wie sie andere Kinder weinen sehen, wissen wir sofort, was gemeint ist. Sie gehen hin, tätschlen, umarmen, trösten - statt zu erklären, was DU falsch gemacht hast. Darum, weil wir Seelen sind, die einen Geist haben, der all das werten kann, ist dieser Übergang so wichtig. Wir können jetzt auch, wenn wir denn wollen, auf den Mars-Zug aufspringen. Was uns viele Verletzungen bringen wird. Gar nicht gut. Also entscheide weise.

chiron2Es kommt ja nicht unbedingt oft vor, dass wir bezeugen können, wie die "großen" Archetpen einen Zyklus beenden und einen neuen astrologisch beginnen. Die kosmische spalte lädt Themen durch transitierende Faktoren mit viel Energie auf, die vorher versickerte. Bei Chiron bedeutet das, achtsam zu beobachten, was nun passiert. Ein Ingress hier ist immer - bezogen auf die Thematik - unter dem Motto "Krise als Chance" zu werten. Das werden wir am eigenen Leibe spüren. Menschen mit Bezügen zu Chiron als Teil von "großen" Konstellationen ihres Horoskops und/oder zu Achsen oder am GZ sollten sich nicht wundern, wenn der Ingress jetzt als "Chiron-Probe" für sie noch einmal sehr tiefgehend und herausfordernd wird. Es kann sein, dass wir stellvertretend den Trubel des Welten-Leids klar durchlaufen lassen müssen.

Wir, die wir selbst oft "echte" Heilkräfte haben, die eben nicht ungreifbar sind, sondern sehr praktisch wirken, können wie der tibetische Schützer Mahakala, der einst ein Dämon war, unsere Power "in die Zeit hinein" geben. Hier der rote Faden dazu: Den Geist zähmen, ihn mit Klugheit anreichern, konstruktive Umstände rundherum stützen und so wieder anziehen und alles Schädigende im Umfeld ausräumen (vor allem in uns). Daneben ist es von Vorteil, die "wahren Wünsche", das sind die, die allen nützen, zu erfüllen. Manchmal wendet sich dann unsere ganze persönliche und überpersönliche Zeit. So beginnt in Widder mit Chiron der gute Anfang, der das gute Ende bewirkt. Von Herzen durch alle, die guten Willens sind, erdacht, erfühlt, erarbeitet.

Bilder (bearbeitet): Pixabay + Wikimedia Commons, Chiron-Zitat aus: "Pholus - Wandler zwischen Saturn und Neptun" (Robert von Heeren + Dieter Koch).

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