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Schröder-Putin: Neue Achse des Bösen

Wenn Widder auf Waage trifft, würde man gemäß den gängigen Astro-Klischees, nicht sofort auf innige Verbundenheit tippen. Irgendwie gehören die beiden zwar zusammen, wo das oder der Eine ist, ist das oder die Andere nicht weit, aber im wirklichen Leben bringt das meistens erst mal viel Konfliktstoff mit sich.

Dass jetzt ausgerechnet Widder-Sonne Gerhard Schröder sich mit Waage-Sonne Wladimir Putin demonstrativ und öffentlich zu einer kleinen Nachfeier anlässlich Schröder´s 70. Geburtstag trifft (in Russland wohlgemerkt) und sich auch noch vor den Augen der Fotografen herzlich lachend umarmen, geht aber anscheinend gar nicht. Zumindest was Teile der Medienlandschaft anbelangt. „Kopfschütteln über Schröder“ heißt es da bei Spiegel Online (Link), und Bild (dir eine Meinung) fragt fassungslos: „Darf man jetzt mit Putin feiern?“ (Untertitel: Er hat die Krim besetzt, seine Panzer bedrohen die Ukraine…).

Gegenfrage: „Sind wir schon wieder soweit?“ Wer mit dem vermeintlichen Staatsfeind kuschelt, wird öffentlich gebrandmarkt? Im Land der (Meinungs-) Freiheit und Demokratie? Hatten wir das nicht schon öfters? Vor nicht allzu langer Zeit in einem Staat, der auch das Kürzel „demokratisch“ im Logo führte und seine Bürger rund um die Uhr bespitzelte (nein, was heute NSA und Co. machen, ist natürlich etwas komplett anderes…). Und vor etwas längerer Zeit, wurden diejenigen, die Kontakt mit den damaligen Staatsfeinden hatten, nicht nur öffentlich als Volksverräter verurteilt, sondern gleich hingerichtet.

Ach, das klingt böse und überzogen, so einen Vergleich darf man nicht machen? Aber Putin mit Hitler vergleichen ist okay? Genau diese Doppelbödigkeit findet sich immer dann, wenn mächtige Gruppierungen ein neues Feindbild erzeugen wollen. Und wenn im Zuge dessen bestimmte Medien keine Nachrichten im Sinne von wertfreien Informationen mehr liefern, sondern subjektive Stimmungsbilder, die eindeutige Botschaften haben. Manche sind so banal gestrickt, dass sie kaum auffallen, aber ihre Wirkung tun sie trotzdem.

Wenn „im Westen“ wieder Entscheidungen fallen, neue Sanktionen eingeführt werden, dann ist die offizielle Sprachregelung: die EU hat beschlossen oder Amerika hat beschlossen. Russland dagegen existiert als souveräner Staat nicht mehr, Russland heißt jetzt Putin. Oder eben – Putin hat beschlossen. Damit ist dann auch jedem Hinterwäldler klar, dass Russland eine Diktatur ist und ein einzelner Mensch alle Fäden der Macht in seinen Händen hält.

Auch das gabs ja schon einmal bei uns. Besagter Herr Hitler wird ja heute noch gehandelt wie einer von Marvels Superheros. Der Mann hat alles alleine gemacht, Kriege begonnen, Menschen in Vernichtungslager geschickt, die ganze Welt mit Schrecken und Leid überzogen. Alle die irgendwie daran doch beteiligt waren, konnten irgendwie nicht anders. Magische Kräfte waren am wirken und erst als Deutschland in Schutt und Asche lag, sind alle aus ihrer Trance aufgewacht und haben erkannt: böser Mann, dieser Hitler.

Astrologisch betrachtet war Herr Hitler ein ganz normaler Mensch. Geboren in einer Zeit, kurz bevor die Konjunktion von Pluto und Neptun seltsame Mysterien hervorbrachte. Einerseits wurden hier die Grundlagen für eine Revolution in den Wissenschaften gelegt, andererseits hat diese Verbindung auch eine Tendenz, innere und zwanghafte „Angst-Bilder“ (Pluto) so mit dem neptunischen Hintergrund zu verweben, dass am Ende die Unterscheidung zwischen wirklich und irreal kaum noch möglich ist. Das ganze vor dem Hintergrund von Zwilling, als reine „Information“ und Wissen getarnt. Diese Pluto-Neptun Generation hat denn auch als erste die Macht der neuen Medien wie Radio und Film erkannt und sie entsprechend eingesetzt, auch damals schon sehr klar und deutlich im Sinne einer Propaganda, für das es ja ein eigenes Ministerium in Nazi-Deutschland gab.

Ansonsten hatte Herr Hitler sicher die Fähigkeit, seine Überzeugungen (Jupiter) so  emotional zu vertreten (in Konjunktion mit Mond), dass er Menschen Sand in der Wüste verkaufen konnte und diese noch das Gefühl hatten, er tue das nur, weil es dafür eine absolute Notwendigkeit gäbe (Steinbock). Denn schließlich – was wäre eine Wüste ohne Sand?

Mit Uranus-Merkur Opposition war er, was seine mentalen Anlagen angeht, ziemlich sprunghaft und unberechenbar, und mit Saturn im Quadrat zu seiner Venus-Mars Konjunktion im Stier hatte er ein handfestes Beziehungsproblem.

Das alles macht einen aber noch lange nicht automatisch zum personifizierten Bösen, dazu braucht es ein wenig mehr. Zum Beispiel die seltenen und gleichzeitigen Auslösungen von Langsamläufern in bestimmten Lebenssituationen. Die traumatische Schockzustände auslösen (so geschehen zum Beispiel bei Hitlers Verletzungen im ersten Weltkrieg), die aber nicht als solche erkannt und behandelt werden. Dann beginnt man zu  „irren“, trifft falsche Entscheidungen, lernt nichts daraus und manövriert sich mehr und mehr in einen dynamischen Strudel von Ursache und Wirkung, der einen selbst, und andere, schließlich in den Abgrund reißt. Doch auch dann wären die Auswirkungen „lokal begrenzt“, gäbe es nicht noch all „Die Anderen“. Die denjenigen, der etwas formuliert und als Idee in die Welt trägt, massenhaft unterstützen. Ohne sie hätte auch Hitler nicht die geringste Chance gehabt, etwas davon umzusetzen. Und jeder einzelne dieser Unterstützer hat Handlungen begangen, für die er (oder sie) ganz alleine die Verantwortung trägt.

Genau dasselbe gilt auch für Herrn Putin. Ein Land, das flächenmäßig größer als Europa ist, mit knapp 145 Millionen Einwohnern, kann nicht von einem einzelnen Menschen regiert werden. Jedenfalls nicht ohne die tätige Unterstützung von sehr, sehr vielen Anderen. Auch hier handelt es sich also nur um einen Propaganda-Trick, wenn ein anderer Eindruck vermittelt wird. Aber Feindbilder brauchen nun mal immer einen konkreten und fassbaren Ausdruck, am besten personifiziert über eine Person. Deswegen heißen die Großkapitalisten aus Russland heute auch Oligarchen, während man im Westen nur „erfolgreiche Geschäftsleute“ findet. Dass der Begriff ursprünglich zuerst in Amerika benutzt wurde, und sich auf die Rockefellers, Morgans und Carnegies bezog, scheint da auch keine Rolle mehr zu spielen.

Jetzt aber auch noch Gerhard Schröder in dieses banale Strickmuster des „Bösen“ einzuweben, ist ziemlich dreist. Derselbe Schröder wurde noch vor einigen Wochen hochgelobt, der Mann der die Agenda 2010 eingeführt hat, den Wirtschaftsmotor Deutschland wieder auf Trab brachte. Hoch sollte er leben. Bis gestern, nach dieser verhängnisvollen Umarmung.

Damit haben bestimmte Medien eine klare rote Linie gezogen (wie auch vorher schon bei Helmut Schmidt): wer sich für Putin einsetzt, wird an den Pranger gestellt, öffentlich diskreditiert. Denn lachen, feiern und umarmen passt nun so gar nicht zum zweiten wichtigen Faktor im Propaganda-Krieg. Vor dem Bösen muss man Angst haben, sonst ist die Schlacht um die Meinungshoheit verloren.

Angst vor einem neuen Krieg, einem neuen Kriegsherrn, der nur darauf wartet, die Welt in Schutt und Asche zu legen.

Stimmt. Waage-Sonne Putin hat ja nun mit seinen Panzern schon fast alle ehemaligen Ostblockländer überrollt. Beziehungsweise würde er gerne, aber er fürchtet sich noch ein wenig. Vor der heftigen Reaktion des Westens und seinen Sanktionen. Aber weil man ja weiß, dass er ein echter Kriegstreiber ist, sah sich Herr Steinmeier, seines Zeichens Außenminister der BRD, letzte Woche auch gezwungen nach Georgien zu reisen, um dort zu erklären, dass das Land bald an Europa und die NATO angebunden werden soll.

Anders ausgedrückt, Steinbock-Sonne Steinmeier, der auch gerade Pluto auf derselben sitzen hat, probiert das, was schon mit der Ukraine nicht geklappt hat, jetzt in Georgien. Selbstverständlich mit der Erklärung: „Das würde sich ganz bestimmt nicht gegen Russland richten…“. Der selbe Herr Steinmeier, der im öffentlich-rechtlichen Fernsehen den bemerkenswerten Satz sprach: „…die sollen mal alle langsam von den Bäumen herunter kommen…“. Bezogen auf die russische Seite…

Das muss man sich kurz nochmal vergegenwärtigen. Der eine, Widder Schröder, hält zumindest noch menschlichen Kontakt zum Bösen (was ja auch die Chance einer gewissen Einflussnahme beinhaltet…), wird dafür sofort abgestraft. Der andere, Steinbock Steinmeier, beschimpft das Böse mehr oder weniger blumig, und lässt nichts unversucht, um gleich den nächsten Schauplatz für einen neuen Interessenskonflikt zu installieren. Und wird in denselben Medien als äußerst vernünftig, als Diplomat, als Friedenstaube gehandelt.

Verkehrte Welt in Zeiten eines Uranus-Pluto Quadrats. Hätte auch alles prima klappen können, wenn, ja wenn da nicht ein neues Phänomen auftauchen würde. Der mündige Meinungsbürger. Der, dem Internet sei Dank, heute ja die Möglichkeit hat, sich Informationen aller Art zu besorgen und nicht mehr auf die Überschriften der Propagandisten angewiesen ist. Plötzlich gibt es eine Allianz der Vernunft quer durch alle Parteien. Da sitzen altgediente Bundeswehr-Generalinspekteure neben einem Matthias Platzeck und klopfen sich gegenseitig auf die Schulter. Weil beide nicht mehr verstehen, was hier in unserem schönen Land gerade passiert. Und sich beide einig sind, dass das mit Politik und Diplomatie nichts bis gar nichts zu tun hat. Unterstützt werden sie dabei von einem Berater aus der Kohl-Ära. So geschehen letzte Woche in einer ZDF-Talkshow zum Thema.

Hier haben wir sie also – die neue Achse des Bösen. Moskautreue Vasallen, romantische Träumer, die von Politik keine Ahnung haben, ewige Besserwisser wie Helmut Schmidt und fahnenflüchtige Alt-Bundeskanzler wie Gerhard Schröder. Herzlich willkommen im Neuen Deutschland…

Mehr zum Thema bei Loop! > DENN SIE WISSEN NICHT WAS SIE TUN (über die Vorgeschichte westlicher Propaganda in diesem Frühjahr)

Titelbild: Kremlin.ru [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

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