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Charlie Hebdo: Wir Überlebenden

Patrick Pelloux, der Mehrfach-Löwe, ist einer von denen, die diese Tragödie überlebt haben. Er war ihr nur näher, örtlich, als der Rest der Welt, den es nicht traf, uns, die wir davon nur hören oder lesen. In seelischer Unmittelbarkeit wird er angeschlagen, mit einem Mars auf 14 Grad Waage - unter immer engerem Pluto-Uranus-Transit. Letzterer auch noch Herr seines 8. Radix-Hauses. Dass der Kolumnist nicht im Haus war, als seine Freunde bei Charlie Hebdo getötet wurden, lag an seinem zweiten Beruf: Als Notarzt befindet er sich zur selben Zeit nur einen Katzensprung entfernt, bei einem Meeting. Aber er rast dann als erster medizinischer Helfer zur Redaktion. Zu spät.

Auch Menschen wie ihn würdigen die sehr, sehr friedlichen Trauermärsche für die Opfer von Charlie Hebdo am Wochenende. Fast ein Happening - wie für eine andere Weltanschauung, aus einer anderen Zeit oder mit neuen Untertönen. Wie auch immer: Das Trauma, seine Kollegen nicht mehr retten zu können, ist für Patrick Pelloux unfassbar. In einem iTélé Interview bricht der Krebs-AC immer wieder kurz nach der Tragödie in Tränen aus. Vielleicht mutet er sich das Gespräch über die Ereignisse auch als Versuch einer Therapie so zu, um mit den völlig entgrenzenden Emotionen in der Konfrontation fertig zu werden. Als ihn Grafiker Jean-Luc an dem Tag um kurz nach 11 Uhr 30 aus den Räumen des Journals anrief, deren Lage kaum jemand außer den Mitarbeitern kannte (genau wie die Alltags-Abläufe), dachte Pelloux erst an einen Scherz: "Komm her, wie brauchen dich, auf uns ist mit einer Kalaschnikow geschossen worden".

MC stand schon am GZ im Schützen, eng an der Radix-Spitze 6 des Arztes, als er nicht mal wusste, was passierte, aber wenige Straßen weiter die Schüsse fielen. IC lief in sein 12. Feld. Hier ging etwas endgültig im Chaos dessen unter, was ihm erst dann begegnen sollte, das Schlachtfeld, das sich ihm kurz danach eröffnete. Denn der Herr 12, Merkur, wird zeitgleich vom DC in der Jungfrau berührt.

AC Fische bei 22,5 Grad des Attentats steht in der Rhythmenlehre für Sonne-Uranus, die Bedrohungs-Erwartung, die durch das mundane Quadrat zu Pluto darunter auch einen Geschmack der eingeschwemmten "höheren Gewalt" oder von Gottes Stellvertretern hineinbringt. Jungfrau nimmt es auf, bezeugt und verwertet es. Was passiert ist, wird Pelloux deshalb auch vielleicht nie begreifen. Es gibt Erfahrungen, die sind zu groß, zu laut. Unter der Berührung dieses Pluto-Uranus zerbricht dann etwas, besonders, wenn sie einen persönlich bewegt. Der Rahmen gesprengt. Schließlich arbeiten sie alle da, wo es auch darum geht, die Leute zum Lachen zu bringen. Dem Wahnsinn der Welt ein bisschen Mumm entgegen zu setzen. Diese Dreistigkeit einer eher unmodernen Haltung des geraden Rückens, der auch dann nicht einknickt, wenn die vielen Mainstreamer rundherum mit ihren Trends schon längst über alle Berge sind. Aber Positionen taugen dann eben auch nicht mehr, wenn man nicht begreifen kann, was da geschehen ist - wie mit diesen Menschenleben und denen, die bei den Geiselnahmen noch folgen, auch die Hoffnung untergeht. Oder aufgeht, danach. Als die berühmte schweigende Mehrheit sich auf den Weg macht, um etwas anders zu machen als sonst.

Dieser Patrick Pelloux (Radix rechts, via Astro-Databank, Rodden Rating AA) ist nicht der Einzige, bei dem es um die Frage geht, nach solchen Ereignissen: Wie weiterleben? So gesehen sind wir alle Begünstige, die, die es nicht "erwischt" hat, die Aufschub bekamen. Überlebende dieser schwierigen, harten Zeit, in Paris oder sonstwo. Ob wir - wie die Zeugen - nun heftige Transite haben, was meist spontan größere Änderungen im eigenen Szenario bewirkt, danach. Oder eben nicht und das, was da passiert ist, so schnell wie möglich doch wieder vergessen. Wo Neptun stark ist, wie in den Fischen, ist auch die Verführung zum Umnachten des Geschehenen immer groß. Wenn sich Erkenntnis des Wahrhaftigen rückwärts durch den Zodiak ins Bewusstsein bewegt und schon da stockt und staut, wo sie im Wassermann einfach fiept und schrill Aufmerksamkeit will und die Ruhe stört. Was dann leicht passiert, nennt man Rückstoß-Phänomen oder Abtauchen ins Unbewusste. Zurück in die Fische, in den Nebel. So oft passiert das, so oft kommt die Einsicht gar nicht durch. Wie lange sich also der Schulterschluss derer hält, die guten Willens sind, die gestern mit liefen, ist völlig unklar. Es waren viele, ungewohnt, so still, fast entspannt, tröstend.

Zumindest die Anmutung erleichternd: Als hätte sich endlich tatsächlich auch etwas gelöst. Da, wo Politiker aller Ecken und Enden vor und mit all den Namenlosen eingehakt zeigen wollten, dass man sich doch über die Meinungen hinweg treffen kann. Blass, für ihre Verhältnisse getroffen, zumindest am Rande bewegt. Gerade, wo es hart auf hart kommt. So schnell es dann oft wieder vorbei ist. Da gab es am Wochenende bemerkenswert wenig blasse Parolen, wie sie sonst so schnell zu hören sind. Weder gegen-gewaltige, noch im Brustton überzeugte. Vielleicht lag es einfach daran, dass erst Mond und dann Mars "void of course" liefen, ein Loch im Aspekt-Verlauf hatten. Manchmal wirkt das, wenn es doppelt vorkommt, wie eine kleine Atempause in der Zeit. Gestern fast wie ein Film, so, dass man hoffen konnte, wenn man die Bilder sah: Vielleicht kann ja doch etwas anders werden, vielleicht verschwindet durch überhöhten Schock auch der Schrecken und die Spannung kurz vor Ende der schier endlos  lange Phase, in der sich nun mal die bis zur Verbohrtheit intensiven Skorpion- mit crashenden Wassermann-Themen rieben.

Und vielleicht, mag sich mancher überlegt haben, hört ja jetzt endlich doch so irgendwann ja doch die ritualisierte Spirale von Aktion und Re-Aktion, Schuld und Beschuldigung im momentanen Venus-Mars-Kosmos der Knoten-Achse auf. Da, wo etwas zum Kriegs- und Krisengebiet, zur Maßstabs-Frage, zum Glaubens-Problem wird. Also fast überall. Vielleicht fängt Mensch wieder an zu denken, behutsamer. Selbst die Zeitungs-Berichte waren leiser und fast weich. Aber vielleicht ist alles eben doch ganz anders. Am Abend und Tag danach, heute, da Mars in die Fische geht, verwirren sich bereits langsam wieder die Bilder. Die ersten Schlagzeilen aus dem Kosmos der Brandstifter fordern hierzulande wieder Genugtuung. Weiter im Text. Noch eine Umdrehung. Von "Terror in Europa" wird riesig und messerscharf getitelt. Ein Minister Maas, 4fach-Jungfrau mit Löwe-Mars, wird journalistisch angeheizt, "Deutschland sicherer zu machen" und Horst Seehofer, mit seiner Merkur-Mars-Konjunktion in den Zwillingen auch immer fix mit Meinung bei der Hand, hätte die Pegida-Demos am liebsten gestoppt. Aber es ist wieder Montag.

Leipzig rüstet dafür mit Legida auf, verbietet aber Mohammed-Karikaturen. Was voll und ganz verständlich aber in Sachen Meinungsfreiheit ebenso problematisch sein kann, wie der Versuch, umgekehrt Religionsausübung mit Strategien, bösester Nachrede oder Verboten zu belasten. Was immer daraus wird: Business as usual kehrt langsam wieder ein. Geschichten, die mit Geschichten kämpfen.

Venus-Merkur sucht Jupiter

Es wäre auch zu schön gewesen, wenn es ausnahmsweise so schnell gegangen wäre. Ausgerechnet unter rückläufigem Löwe-Jupiter, der in nicht allzu ferner Zeit dann dem Gleichlauf von Merkur-Venus gegenüber im Wassermann begegnet. Wo sich immer ein gewisser Narzissmus am Druck des Unberechenbaren reibt. Wie man schon angesichts der Jahres-Vorschau ahnte: Im ersten Quartal 2015 wird Uranus stark und stärker. Aber kann bei Pluto-Bohrungen im Boden des Konservativen tatsächlich schon die neue, wirklich bewegende Veränderung im Kosmos der Hoffnungs-Träger einsetzen? Oppositionen und Quadrate neigen ja dazu, pari-pari auszugehen. Und solange sich anderswo mit Uranus als Herrscher von all dem, was im Wassermann nun die Plötzlichkeit sucht, das Mundan-Quadrat zwischen Alt und Neu austobt, ist bis März vielleicht ein Same gesetzt, aber die Probleme sind längst nicht vorbei. Alles geht nun darum, wer wirklich etwas lernen will und kann, aus diesem Drama, das ja letztlich auch wieder nur eines von vielen ist.

In einer langen Geschichte des Scheiterns guter Absichten der Zivilisationen oder dessen, was sich dafür hält auf diesem Planeten. Alle, die direkter eingebunden waren in dieses neue Setting, das Charlie Hebdo hieß, werden es so schnell nicht vergessen, aus dem heraus, was man persönliche Betroffenheit nennt. Der Rest der Welt dagegen wäre wirklich geläutert, wenn er nun unvermittelt dauerhaft anders mit dem umginge, was für wenige Tage emotional der halben Welt so nah war. Unabweisbar. Für eine kleine Weile, meist nicht so lang. Wenn Saturn dem Schützen auch das Maß der Verwirklichung zurückgibt, umgekehrt macht ihn Schütze verwackelter.

All das, was sich da nun rührte, eine Hoffnung auf Veränderung, ist ja sowieso für die, die Kollegen, Freunde, Lieben verloren haben, keine unverrückbare Größe, sondern nur ein äußerst kleiner weißer Punkt in einem schwarzen Meer. Da gab es eine Frau, der dieser Mann mit dem Maschinengewehr in die Augen sah und meinte: "Wir töten keine Frauen". Da gab es die, die es schafften, die glücklich sein dürften, aber es nicht sein können. Weil sie sich fast schämen, davongekommen zu sein. Einen Bernard Willem Holtrop, den holländischen Cartoonisten, auch im Zentrum von Uranus-Pluto mit Widder Sonne auf den momentan so problematischen 12 Grad, im Schaltkreis des Uranischen. Ihm passierte nichts, weil er noch im Zug saß und unpünktlich war. Oder Laurent Leger, der sich hinter einen Tisch fallen ließ, als der Mann mit der Waffe hinein kam und zu feuern begann und übersehen wurde. Oder Mathieu Madenian (Radix links, Astro-Databank, Rodden Rating AA), auch Mehrfach-Löwe und Texter, der an dem Tag nicht zur Arbeit ging, mit einem "nur" von Sonne betroffenen Waage-AC, an den Uranus-Pluto noch nicht herankam. Astrologisch eher einer von denen, die vermutlich später die Traumata konfrontieren und noch heftiger erfasst werden.

Wenn Uranus, der alles aus den Angeln heben kann, und Pluto, der alles zerstört, wenn es schiefgeht, persönliche Punkte erreichen. Es sind diese Menschen, die übrig blieben, die nun die erste Ausgabe Charlie Hebdo danach stemmen müssen. Eine fast unerträgliche Aufgabe. Die, die - wie sie fast durchweg sagen - nach vorn sehen wollen. Die, deren Erfahrung wahrscheinlich jetzt, so nah am Erlebten, nur eine Richtung kennen darf: für, nicht gegen. Alles andere wäre Selbst-Verletzung. 

Was kann man ihnen und uns wünschen? Nicht Vergessen. Denn wir sind ja beileibe nicht nur Charlie Hebdo (bevor das zum billigen Schlagwort verkommt), sondern vor allem Millionen Einzelwesen, auf deren gemeinsame Zielrichtung es nun so sehr ankäme, gerade in den nächsten Wochen, in dieser empfindlichen Weichenstellung der Zeit. Bevor Pluto und Uranus sich im Frühjahr um das Äquinoktium nach der letzten Exaktheit aus dieser chronischen Spannung verabschieden, sich fü rlange trennen und ein Konflikt, der symbolisch für so eine extreme Vorstellungs-Bezogenheit und Ersatzwelten der beiden fixen Zeichen-Herrscher steht, vielleicht doch noch völlig ungelöst bleibt. Und wie ein weiteres, historisch schräges Mahnmal in der Geschichte steht. Das gab es zu oft, das wird es immer geben. Aber das muss ja nicht sein. Nur, wenn wir Überlebenden, so lange wir leben, auf die Polarisierung setzen, die in den Vormonaten schon so dauerhaft Nägel ins Fleisch der Zeit trieb. Dann sieht es auch weiter schlecht aus für die Entwicklung, die doch eigentlich so laut nach ihrem nächsten Schritt ruft. Wohin kann der führen?

Es ist nicht kompliziert. Der Weg geht immer durch die nächste Umgebung. Immer zum nächsten bösen Wort, das wir uns sparen können, zum nächsten Urteil, das wir abmildern oder auflösen, zum nächsten Menschen, den wir auf seine Möglichkeiten, nicht auf die Unmöglichkeiten hin liebevoller als sonst ansehen. Man kann es gar nicht recht sagen, wie es sein könnte, besser wäre. Nur fühlen, vielleicht. Wir können immer noch wählen und da laufen, wo wir ein bisschen einiger, leiser, lauter, mutiger, aufrechter, gerader, "not afraid" sind. Der Pfad führt immer durch die Orte, an denen die Angst ist. Sie ist nicht mehr, wo wir sie bereits durchschritten haben und immer noch aufrecht stehen. So, wie es die Lichter in den Menschenmengen von Paris leuchteten. Wir können uns auch erinnern, wie dieser winzige Lufthauch war, der zweite Wind, den man gestern für Momente so anders in den Trauermärschen spürte. Wie froh das einen Augenblick wirkte, wie viel Licht war - bei so unendlicher Trauer und so großer Dunkelheit. Alles, alle eins. Dass wir, die wir überleben, die Verantwortung haben und diese andere Zukunft bauen müssen, jeder nach seinen Möglichkeiten, jeder da, wo er ist, das vergisst sich so leicht. Wenn wieder Tag um Tag vergeht. Ein bisschen weniger Gedächtnis-Verlust als sonst, das wäre diesmal schon ein Schritt, ein Trost und eine wirklich große Hoffnung.

Bilder:  iTélé Interview Screenshot +Pixabay

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Dienstag, 16. Juli 2019

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