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Österreich: Wird Blau das neue Grün?

Unter Neptuns Nebelschleiern ist selbst das Spiel der Farben nicht mehr so eindeutig zu zuordnen, wie man das bisher gewohnt war. Schon gar nicht in der politischen Landschaft, da ist man ja mittlerweile schon einiges gewohnt. Aber das, was da letzten Sonntag über die österreichischen Fernsehschirme lief, war trotzdem bemerkenswert. Ein Duell zwischen Fisch und Ziegenfisch, zwischen Neptun und Saturn, zumindest wenn man sich auf den Sonnenstand der beiden, verbliebenen Anwärter um das Präsidentenamt in Österreich bezieht. Aber da ja auch Jupiter wieder in das ganze Zeitgeist-Drama eingebunden ist, wollte man diesen Showdown denn auch noch mit größtmöglicher, geistiger Bewegungsfreiheit garnieren. Also kein Moderator, keine Vorgaben, nur an die Zeit sollte man sich halten, 45 Minuten politischer Dialog um das höchste Staatsamt.

Was dabei herauskam, bezeichnete ein Kommentator unmittelbar danach als „Kindergarten“. Alexander van der Bellen, Kandidat der Grünen, und Norbert Höfer, Kandidat der FPÖ (= die österreichische AfD) gaben sich völlig unstaatsmännisch und belegten wieder einmal, dass die wirkliche politische Krise dieser Tage ein Mangel an wirklichen Alternativen ist.

Andererseits war das auch wieder ein wunderbares Beispiel, dass selbst solch eine Sendung den „kosmischen Gesetzmäßigkeit unterworfen ist“. Denn pünktlich zum Beginn des kleinen Rede-Scharmützels stand Jupiter exakt an der Himmelsmitte in Wien, während Neptun genau gegenüber am IC verweilte. Eine Punktlandung also und natürlich kam es wie es kommen musste – im Laufe der Sendung bewegte sich der lokale Aszendent erst in den Schützen und dann mehr und mehr auf Mars zu.

Der (und nur deshalb kam es zu den angesprochen, emotionalen Entgleisungen) wiederum bei beiden Kandidaten gerade etwas auslöste. Beim Einen, Alexander van der Bellen, stand und steht er genau in Opposition zu dessen Mars-Uranus Konjunktion im Geburtshoroskop. Was schon mal ein erster Hinweis darauf ist, dass Herr van der Bellen an diesem Tag hochgradig unter Strom stand. Aber auch bei Fische-Sonne Hofer wurde dessen Jupiter-Neptun Konjunktion Anfang Schütze ausgelöst. Ergo haben die beiden Anwärter dementsprechend auch eine Mars-Uranus / Jupiter-Neptun Opposition im direkten Synastrie-Vergleich, was ein harmonisches Miteinander nicht unbedingt als Automatismus mit sich bringt. Sicher – man könnte das Ganze dann auch sehr kreativ gestalten und umsetzen, aber die beiden Herren beschränkten sich darauf, den jeweils anderen mit kleinen, verbalen Nadelstichen oder anderen Attacken, vor den Augen eines Millionenpublikums als unglaubwürdig dastehen zu lassen.

Was durchwegs gelungen ist und nun hat Österreich die Qual der Wahl. Soll der nächste Bundespräsident lieber ein umtriebiger Fisch werden, der es im verbalen Nebelkerzenwerfen zu wirklicher Meisterschaft gebracht hat? Was unter seinem laufenden Transit von Neptun Konjunktion Radix-Sonne nicht verwundern darf, Hofer ist ähnlich wie sein Sonnenstands-Vetter Erdogan aus der Türkei in religiöser Sache unterwegs. Die Welt (in dem Fall erst mal Österreich) muss gerettet werden, der einfache Mann auf der Strasse endlich wieder eine Stimme bekommen, am besten die von Norbert Hofer.

Oder soll es eine Steinbock-Sonne sein, die gemäß ihrer Natur wenig Interesse an großen Veränderungen hat, denn schließlich war ja nicht alles schlecht, was das politische Establishment in den letzten Jahrzehnten in der Alpenrepublik anzettelte.

Was beide vereint ist die absolute Perspektivlosigkeit. Auch das darf man den Spannungs-Aspekten dieser Zeit ankreiden: Zukunft ist abgeschafft, wenn überhaupt, dann sollte sie nur noch aus der Vergangenheit bestehen, aus Inhalten, die sich weder bewährt noch etwas Gutes hervor gebracht haben. Aber da der Mensch schnell vergisst und der letzte Krieg in Europa ja schon eine Ewigkeit her ist, ist heute wieder salonfähig, was man vor einigen Jahren keines Blickes gewürdigt hätte.

Gut – manche Entwicklungen in den letzten 20 bis 30 Jahren waren nun auch wirklich für viele Menschen überfordernd. Es blieb ja kaum Zeit mal in aller Ruhe Luft zu holen, während sich die Informations-Tsunamis von allen Seiten über uns ergossen. Da sucht man dann halt Trost bei denjenigen, die so tun als könnten sie die Uhren zurück drehen. Die Globalisierung rückgängig machen, die nationalen Grenzen wieder hochziehen, andere Kulturen aus dem eigenen Lebensbereich fernhalten – alles in der Hoffnung wieder ein wenig Übersicht zurück zu gewinnen. Denn überschaubar wird gleichgesetzt mit beschaulich = ruhig und sicher.

Und die Demagogen von heute wissen und bedienen diese Sehnsüchte, kümmern sich überhaupt nicht um reale Lösungsansätze, weil sie genau wissen, dass es die so nicht gibt, wie sie sie ihren Anhängern versprechen. Hauptsache erst mal an die Macht kommen, dann werden sich schon neue Ausreden finden lassen, warum wieder andere an den Mißständen schuld sind.

Das alles ist so durchschaubar, dass es schon fast weh tut, dies in komprimierter Form von 45 Minuten Dialog vorgeführt zu bekommen. Natürlich – sympathischer ist mir Herr van der Bellen trotz allem immer noch, als der windige Herr Hofer. Aber ich muss ja auch am Sonntag nicht wählen und vermutlich wissen viele Österreicher im Moment auch nicht so richtig, ob sie denn zu den Urnen gehen. Und genau das könnte dann das Ergebnis so überraschend machen – die einen sind zuhause geblieben, die anderen wollten unbedingt gewinnen.

Man muss sich diese Sendung wirklich einmal in Ruhe ansehen und dabei das Ereignis-Horoskop mitlaufen lassen. Hier kurz die wichtigen Phasen (einfach jeweils 1:40 Minuten zu der Zeitangabe des Videos unten hinzuzählen): Jupiter-MC 20:17 Uhr (im Video 20:19 Uhr usw.); Sonne-DC 20:22 Uhr; Mond-MC 20:36 Uhr; Wechsel AC in den Schützen 20:47 Uhr; Mars-AC 21:08 Uhr.

Jeweils passend zu den Übergängen geht es dann richtig munter zur Sache, vor allem als der Aszendent in den Schützen wechselte, wurde richtig losgepoltert. Von beiden Kandidaten…

Und nun erwarten unsere Leser natürlich auch noch eine Prognose für den Wahl-Sonntag – wer wird der nächste Bundespräsident von Österreich?

Kurz und schmerzhaft: es deutet mehr auf Norbert Hofer hin als auf Alexander van der Bellen.

Da ist zum einen die umfangreiche Studie meines geschätzten Kollegen Stefan Hofbauer, die wir hier in Teilen auch veröffentlicht haben (Stichwahl - Österreich am Scheideweg). Seine Beobachtungen bezüglich der Auslösungen über das österreichische Gründungshoroskop vom 12.11.1918 weisen in der Tendenz darauf hin, dass die FPÖ von bestimmten Zeitgeist-Faktoren im Moment mehr profitieren kann, als andere Parteien. Genannt hat er dabei die aktuelle Saturn-Verbindung mit dem Mondknoten, ich würde die Opposition von Pluto zum Staats-Jupiter ebenfalls als Indiz werten, dass ein Umbruch ansteht. Natürlich könnte so ein Umbruch auch von anderer Seite kommen, nur ist da leider, wie schon angesprochen, weit und breit nichts in Sicht.

Desweiteren sind die geozentrischen Auslösungen von Norbert Hofer weitaus günstiger als die von Alexander van der Bellen. Hofer hat immer noch fast exakt das Trigon von Pluto zu seinem Radix-Saturn und womöglich auch zu seinem Mond stehen. Hinzu kommt dann noch das Trigon des aktuellen Jupiters in Kürze, sowie Venus im Trigon zu sich selbst am Wahlabend. Bei van der Bellen findet sich nichts entsprechendes, was diese Auslösungen toppen würde. Natürlich – die Hoffnung bleibt, dass bei ihm vielleicht der AC oder MC „positiv bestrahlt“ werden könnte, aber da wir von beiden Kandidaten keine Geburtszeit haben, könnte das genauso gut auf Herrn Hofer zutreffen.

Last not least – die heliozentrischen Auslösungen. Und hier gibt es dann ein ziemlich eindeutiges Bild. Wer immer höchste Regierungsämter anstrebt, begibt sich in den gemeinsamen Bereich von Jupiter und Saturn. Auslösungen von und durch diese beiden, sind also für solch einen Wahlabend besonders bedeutsam.

Alexander van der Bellen hat eine solche, nämlich ein Quadrat des aktuellen Jupiters zu seinem Radix-Saturn (zulaufend, es fehlen noch knapp 20 Bogenminuten zur Exaktheit). Norbert Hofer dagegen darf sich über ein Trigon von Jupiter zu seinem Radix-Saturn freuen. Das ist zwar in der Exaktheit schon um einige Bogenminuten überschritten, aber am Sonntag steht auch eine Mars-Erde Konjunktion genau auf seinem Neptun.

Oder geozentrisch ausgedrückt: am Sonntag stehen sich Mars und Sonne in genauer Opposition gegenüber und beide im Quadrat zum Fische-Staatsmond von Österreich. Dass sieht nicht nach einem ruhigen Wahlabend aus, und auch nicht nach einem Ergebnis, dass Österreich ruhig schlafen lässt.

Es passiert nicht oft, aber das hier ist so ein Fall - ich hoffe inbrünstig, dass ich mit dieser Prognose falsch liege. Oder dass sie in Österreich die Runde macht und alle Skeptiker deswegen zur Wahl gehen und van der Bellen wählen, nur um dem Astrologen eins auszuwischen. Ich würde dann auch gerne Asche über mein Haupt kippen und voller Freude meinen Fehler eingestehen.

Also liebe Österreicher – es gibt kein fest gelegtes Schicksal. Nur müsst ihr wirklich wählen gehen, wenn ihr nicht wollt, dass diese Prognose in Erfüllung geht. Ansonsten habt ihr demnächst einen zweiten Herrn Erdogan als Präsidenten, der im Prinzip genau dasselbe machen wird, wie der Despot vom Bosporus. Er wird seine präsidiale Machtfülle mehr und mehr ausdehnen und als ersten Schritt gibt’s Neuwahlen mit dem wahrscheinlichen Sieg seiner Partei. Das darf man auch schon mal als Prognose vorab nehmen.

Wenn, ja wenn sich die klugen Menschen in Österreich, die das Herz am rechten Fleck tragen und nicht ihre Gesinnung, wenn die sich nicht aufraffen und den Spuk demokratisch beenden, bevor er begonnen hat.

Titelbild: van der Bellen - By Franz Johann Morgenbesser from Vienna, Austria (IMG_8870) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons; Hofburg - von Gryffindor Panorama made by Digon (Eigenes Werk) [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)],  via Wikimedia Commons; Hofer - By Franz Johann Morgenbesser from Vienna, Austria (IMG_9109) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

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