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Unfall: Zwei Mädchen - ein Schicksal

Manchmal stimmt es so: "Es ist absolut nicht egal,ob zum Beispiel jemand in einem afrikanischen Armenviertel aufwächst oder in einem europäischen Reichenviertel. Und selbst wenn diese beiden die gleichen Horoskope haben, werden sie nicht das gleiche Schicksal haben." Aber manchmal ist es eben doch ganz anders. Zwei Kids, ein extrem ähnliches Radix, dieselbe Tragödie. Um Weihnachten überqueren drei junge Mädchen einen Bahnübergang in Günzburg. Zwei von ihnen sterben, als ein Zug sie erfasst. Beide waren sie in den Tagen davor 15 Jahre alt geworden, beste Freundinnen, beide Steinböcke mit hohem Wassermann-Anteil. Beide stehen unter einem Transit-Quadrat von Saturn über den Geburts-Chiron und ihre Mars-Uranus-Konjunktion, die schon im Radix plötzliche, heftige Gefährungen anzeigen kann. Umso mehr, wenn die beteiligten Planeten dabei in Uranus' eigenem Zeichen stehen. 

Das obige Zitat, in dem es darum geht, ob ähnliche Horoskope zu ähnlichem Schicksal führen, stammt aus einer Forums-Diskussion bei ASTRO.COM. Tatsächlich ist es häufig so, dass Radices mit markanten, ähnlichen Konstellationen häufiger auf eine komplett unterschiedliche Art ausgelebt werden, wenn der kulturelle Hintergrund anders ist. Oft genügt aber auch schon eine ganz andere Häuserverteilung, in einem ähnlichen Lebensumfeld, um eine Chart-Figur, die sich beispielsweise im ersten Quadraten eher körperlich zeigt, im dritten dann als geistiges Thema immer wieder (und zwar genauso hartnäckig psychisch wie im anderen Fall physisch) auftauchen zu lassen. 

Niemand weiß, welche Aszendenten Mira und Christina hatten, die Teenager, die drei Tage nach Heiligabend starben. Es war dunkel, regnerisch und die Tragödie spielte sich bei Sonne-Pluto-Konjunktion unter dem Horizont, in Haus 6, ab. Mars im Wassermann, der auf Mars-Uranus beider Mädchen zulief, war zum Unfall-Zeitpunkt gerade erst vom Deszendenten berührt worden und dann untergegangen. Ganz kurz danach traf aber der mundane Du-Punkt in Günzburg direkt wiederum den Geburts-Mars-Uranus beider Mädchen, der ohnehin von der aktuell stattfindenden Mars-Uranus-Rezeption gespiegelt und aufgewühlt ist. Das, was zum Drama nötig wird, war da: Mundaner Auslöser, der auf passende Anlage trifft. Mars-Uranus steht auch für "technische Energie oder Bewegung", für heftige, schnelle Stöße und in der Rhythmenlehre für Fremdbestimmung, Existenzrisiko und Unfallverletzungen. Beide Kids standen noch im auslaufenden Orbis eines scharfen Mundan-Quadrats von Uranus zu ihren Sonnen (Mundan-Herrscher 1 im laufenden Radix). Ebenfalls - laut Döbereiner - eine Bestätigung von Unfall-Risiken. Alles ging sehr schnell. Sie sahen nicht, was kam, und der Zug nahm sie dann einfach mit.

Man kann manchmal beobachten, dass, wenn Mond Void Of Course läuft (also keinen großen Aspekt mehr zu anderen Faktoren macht wie an diesem Tag in den Zwillingen) generell die Reaktionen langsamer werden als sonst. Oder umgekehrt, auch Dinge plötzlich auf ganz eigene Art beginnen, wie am Schnürchen zu laufen - im Positiven oder Negativen. Als wäre der Schicksalsfaden geknüpft und sei nicht mehr anders zu verknoten, sondern entrolle sich weiter und weiter - einfach so. Eingriffsmöglichkeiten - bzw. der Zugriff auf Änderung - können dann schier nicht mehr übersehen werden. Es passt kein Blatt dazwischen - zu spät für jede eigene, nicht im Einklang mit der Konstellation stehende Aktion. Manchmal, nicht immer. Hinzu kam hier, dass im Radix der beiden jungen Mädchen sich die laufende Venus den beiden rückläufigen Merkuren im Schützen stark annäherte. Venus-Merkur-Konjunktion macht manchmal ein blindes Vertrauen in den guten Ausgang der Dinge, der aber eigentlich eher eine erhöhte Achtsamkeit verlangt, weil dieser Glaube häufig realistische Einschätzung beschönigt. Zumal im Schützen, wo Merkur im Exil steht, zumal in seiner Rückläufigkeit. Beide waren vermutlich schon der Situation weit voraus. Sie freuten sich auf etwas, was den Merkur in dem Zeichen ohnehin gern blinder macht, als es gut ist.

Das Horoskop des herannahenden Zuges an jenem Abend (weiter unten) zeigt dazu noch ein drittes und viertes Mal das Thema Mars-Uranus, neben der mundanen Rezeption, die auf eine doppelte Anlage in den Geburtsbildern der beiden Mädchen (rechts innen die ältere Mira, außen Christina) stößt. Das MC nämlich steht nur noch zwei Grad entfernt vom entsprechenden Gruppenschicksalspunkt bei 17 Grad Widder. Man kann von Döbereiners Rhythmenlehre halten was man will und sicherlich auch ohne solche neuralgischen Stellen in Charts auskommen. Aber mit ihnen erklären sich vielfach derartige Zusammenhänge von Dramen wie dem von Günzburg noch einmal anders im Detail.

Weiter steht auch Sonne als Herrscherin 1 im Quadrat zu Uranus, der indirekte Mars-Uranus. Bei einer solchen vierfachen Überhöhung des Themas springt irgendetwas immer "aus den Bedingungen" und zwar unabweisbar, kraftvoll und völlig unerwartet. Es ist eine Analogie für nötige "Mutationen", die dem eigenen Leben eine neue Richtung geben. Oft ist die psychologische Grundlage einer solchen Problematik (wenn sie denn zu einem Konflikt wird) prinzipiell beispielsweise ein ungelöstes schwaches Vaterbild, es kann ein tatsächlich schwacher Vater existieren oder eine immer stärker anbrandende, nötige Rebellion bzw. Überwindung des allgemein "Väterlichen" in der Welt. Das muss dann gar nicht mit der wirklichen Familie zu tun haben, sondern spiegelt häufiger auch ein verdrängtes Generationen-Problem und Lösung kann an eben Vätern, Männern oder - noch größer - allem Saturnischen trainiert werden. Wo der Widerstand scheitert oder sich fest frisst, finden dann zuweilen Unfälle statt. Nicht immer Existenz beendend, aber immer öfter stark gefährdend, relativ zum unaufgelösten Konflikt. 

Ohne das im Fall der Mädchen ausreizen zu wollen: Sicher ist, dass beide einen hemmenden Transit zu ihrer doppelt freien (und revolutions-hungrigen) Grundanlage der Radices bei vier Planeten im Wassermann hatten. Beide benötigten aber mit den Steinbock-Sonnen auch eher starke Strukturen und ein gerade deshalb immer deutlicheres Hineinwachsen in Selbst-Organisation (Wassermann, Abschied vom Alten). Solche widersprüchlichen Gaben sind in der Astrologie als Kompensations-Möglichkeit oder auch Hilfe zur gegenseitigen Lösung zu verstehen. Beide hatten sie einerseits mit Mars-Uranus von Geburt an die Mittel und Talente, sich von fremder Verregelung zu befreien und objektiv wirksamere, ihnen entsprechende, neue Lebensmodi zu finden. Andererseits jedoch gab es nun diesen starken, zeitlichen Einfluss, der nicht nur die eigene, sondern auch eine momentane Grund-Nervosität und Verunsicherung im Standort ihrer Väter zeigt. Wie auch den Drang, sich aus beengenden Verhältnissen zu lösen. Es entsteht eine kuriose, kurzzeitige Paradoxie:

Uranus zerbricht im Transit zeitgleich sowohl die sonstige Stabilität des Respekts vor ordnenden Sonnen-Verhältnissen, während Saturn genauso deutlich den Aktions-Radius des flirrenden, distanzierten und autonomen Mars der Mädchen stark einschränkt. Unter Umständen entwickelt sich auf diese Weise ein innerlicher Konflikt, der das Unterste zuoberst kehrt und an das Bild von Kindern im Kreidekreis erinnert. Wenn dann kein Wunder passiert oder sich harmonische Lösungen ergeben (im Sinne von Durchbrüchen = Uranus), passiert es immer wieder, dass außen Dinge "geschehen", die einen absoluten Bruch im Üblichen plötzlich herbeiführen. So kann es gewesen sein. Ein Muss gibt es in der Astrologie nicht. 

Wenn man sich den Hintergründen nähern will, sollte man die akuten Überläufe im Zusammenhang anschauen: Bei Sonnen-Transiten, wie sie die Mädchen gerade hinter sich hatten, geht es auch immer um Bedingungen, bei Mars-Überläufen darum, wie man sie ändert (oder eben nicht). Es ist bei solchen Geburtsbildern auch möglich, dass in Familie, in die "mutierende" Kinder, die zwischen Disziplin und Zerschlagung des Konventionellen schwanken, geboren werden, an der Oberfläche ein starrer Umgang und eine Unterordnung unter Beschränkungen (Saturn) herrscht, während der Kampf mit dem Wunsch nach Freiheit in der Tiefe aber nicht wirklich aufhört. Anzunehmen wäre, dass sich beide Mädchen stark zwischen den Polen aufgerieben haben. Sicher ist, dass  Christinas Vater am nächsten Tag schon an der Unfallstelle Interviews gibt. Der Opa wünscht dagegen zuhause, er wäre selbst gestorben. Die nur ein Jahr ältere Schwester von Mira, die alles mitansehen musste und völlig unverletzt Zeugin zweier Tode wird, ist nun mit sich allein. Das alles ist entsetzlich für mindestens zwei Familien, aber auch für den Lokführer, der lange nicht befragt werden konnte, weil er ungewollt Beteiligter einer Tragödie geworden ist.

Gerade, wenn man die klassischen, unfallträchtigen Konstellationen wie Mars-Uranus oder Mars-Saturn auf ihren vielen, einfachen bis hoch komplizierten Analogie-Ebenen ausliest, geht es ja nicht um Schuldzuweisungen. Sondern darum, ein Bewusstsein zu schaffen. Auch wenn man "Schicksal" vielleicht nicht ändern kann. Mit der Astrologie kann man Risiken zumindest in die Wahrnehmung bringen, die solche Charts wie die von Mira und Christina zu bestimmten Zeitpunkten, unter Transiten oder Direktionen, doppelt anfällig für Ereignisse machen. Besonders, wenn sie sich durch gleiche Lagerung gegenseitig verstärken oder auffällt, dass Kids, die eigentlich extrem revoltieren "müssten", sich durch ihren gleichzeitigen Wunsch nach "Gehorsam" auch immer wieder selbst so stark maßregeln, dass ein hoher Druck entsteht. Beide Mädchen hatten im Mittags-Chart einen Skorpion-Mond - bei Mira stand er eventuell real noch in der Waage. Aber wegen des nur eintägigen Unterschieds zwischen ihren Geburten ist auch klar: Beide erlebten damit in zeitlicher Nähe nicht nur zum Mars, sondern auch zum Mond einen harten Saturn-Überlauf. Eine doppelte Behinderung oder Blockade von Antrieb und Empfinden also, zugunsten von Regelungs-Prinzipien. Meist fühlt man sich nicht sehr gut dabei.

Jede Verlockung, die dann unverhofft kommt, kann Menschen blind für Bedrohung machen. Unachtsamkeit genügt dem, was man gemeinhin so leicht "höhere Gewalt" nennt, sich aber in Wahrheit aus Milliarden Puzzleteilen von Geschehenem und noch nicht Erlebten zusammensetzt, manchmal schon, um ganze Leben in Scherben zu schlagen. Auch deshalb wäre es so wichtig, wenigstens die empfindlichen, zerbrechlichen Phasen in der menschlichen Existenz besser kennenzulernen, die in ihren zeitlichen Mustern ja nicht wirklich dunkel sind, obwohl sie im Unklaren liegen mögen. Der einzig bekannte Weg, physisch, seelisch, geistig in Sachen Zukunft für ein bisschen mehr Vorsorge, Durchdringung der Hintergründe und Übersicht zu sorgen, bleibt daher vermutlich wirklich die Astrologie. Auch wenn sie bestimmt nichts verhindern kann. Aber immerhin warnen.

 

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