Gift für Pablo Neruda? 

Eigentlich hieß es, er wäre vor vielen Jahren eines natürlichen Todes gestorben - wenn man Krebs als Krankheit denn überhaupt so nennen kann. Aber Pablo Neruda, einer der größten Dichter des letzten Jahrhunderts und ein Mensch, der ausgerechnet im Zodiak-Zeichen Krebs eine Vielfach-Betonung hatte, könnte damals einem Giftmörder zum Opfer gefallen sein. Schwere Zeiten erlebte er seinerzeit astrologisch allemal, denn 1973 im September liefen Saturn direkt und Pluto aus dem Quadrat gerade über seine schwierige Konjunktion von Mars-Neptun im 8. Haus. Gerade wegen der Beteiligung des Fische-Herrn ist auch die neue Giftmord-Hypothese letztlich nicht gar so abwegig, wie sie auf den ersten Blick klingt - zumal sie von der Polizei selbst kommt, mehr als 40 Jahre nach dem Vorfall. Die Ermittlungen werden nun mit extremer Verspätung wieder aufgenommen.

Lange hatte einer der Vertrauten des Dichters, sein Chauffeur und Sekretär, schon behauptet, Augusto Pinochet habe den Nobelpreisträger umbringen lassen, da er mit der Allende-Regierung sympathisierte und nach dem Putsch hätte lästig fallen können. Was man in der Welt erst als klassische Legenden-Bildung abtat, lässt sich  aber astrologisch nicht so einfach von der Hand weisen. Denn der Diktator setzt im Horoskop-Vergleich seinen Pluto auf Pablo Nerudas Mars-Neptun - was dessen Pluto-Transit um die Todeszeit viel zu gut bebildert, als dass Zusammenhänge einfach nur konstruiert sind. Der Dichter war in all seiner Leidenschaft und Wortgewalt ohnehin eine Art Schatten des Generals. Denn dessen Sonne spiegelte sich direkt auf Nerudas Einfallstor in den Krebs-Cluster, seine Kraft der Seele, der Liebe zum Dasein und zur inneren Heimat, die er mit Worten wie kaum ein anderer vor und nach ihm malte. Wo Pinochet einen ebenso wehmütig-melancholischen und dramatischen Krebs-Mond wie Neruda angelegt hat, der aber durch Saturn-Konjunktion blockiert wird, lebt er eher seine Persona der Schütze-Sonne. In dem zehn Jahre älteren Künstler dagegen entfalten sich die Wirklichkeits-Bilder mit einer Leichtigkeit und Größe, die kleinere Geister (vor allem von Gefühls-Angst gesteuerte) zu ungewöhnlichen Taten treiben können. Wenn es ein Mord war, dann eben nicht nur einer aus Kalkül, sondern auch aus Leidenschaft und Neid über ein Dasein, das Pinochet in sich selbst früh umgebracht haben muss.

Heute sucht die chilenische Polizei nun nach den Fakten um einen Mann, der mit dem Tod des Pablo Neruda zu tun gehabt haben soll. Groß, blond und blauäugig soll er sein, die typische Kategorie des Film-Helden, die fast schon zu plakativ ist, als dass man sie in der Realität vermuten würde. Aber unter solchen Transiten, wie Neruda sie hatte, ist vieles möglich, was einem sonst vielleicht märchenhaft erscheint oder wie direkt einem B-Movie entnommen. Jener geheimnisvolle Unbekannte, der sich (wie erst jetzt der Arzt, der angeblich beim Tod des Dichters anwesend war) selbst als Mediziner ausgegeben hatte, der Giftmord, heftigste Transite und politische Feindschaften - all das verwebt sich zu einem Gewebe, das auch aus eben dem Neptunischen stammt, was den Literaten mit Mars-Neptun lebenslang als innerer Brunnen diente.

Pablo Neruda stieg mit dem vollen 8. Haus (und dessen Herrscher darin im eigenen, hoch sensiblen Zeichen) immer sehr tief ab in die Unterwelt des Seelischen, er war ein Taucher im Emotionalen, ein Bohrer im Gefühlshaushalt, aber kämpfte auch lebenslang gegen die Entwicklungen des Faschismus. All diese Umsetzung spricht heute noch für die Richtigkeit seiner nicht ganz stabilen Geburtszeit. Das konstruktiv ausgelebte Plutonische, das 8.Häusler so oft als "Gegengift" zum chronischen Käfig von Macht und Ohnmacht ihres Empfindens in die Welt bringen können, durchzog sein Leben ganz und sprachgewaltig.

Der rätselhafte Fremde namens "Price", der möglicherweise dem 69jährigen eine Gift-Injektion verabreicht haben könnte, wird nun verdächtigt, ein CIA-Doppelagent gewesen zu sein. Auch das passt hervorragend zu Neptun, Mars, Sonne, Mond, Venus und Merkur in diesem Feld bei Neruda. Pluto ist der Spion per se, der Sucher und Finder, der als langer Arm des Skorpions Geheimnisse entschlüsselt und wieder neu schafft, die sonst nur Neptun so im ewigem Fluss behält. Pinochet hat Merkur im Skorpion, also den Hang zu Ränkespielen, Verschlüsselungen und starker Macht-Problematik - und dazu einen lebhafen Uranus in Wassermann in 8, der plötzlich durchknallen kann, wenn es an seine Essenz, die Substanz, seinen Sinn für Bedrohung geht. Genau wie Jupiter kann Uranus paranoid sein. Saturn als Herr 8 steht dabei am durch Saturn verschlossenen Mond im Krebs, was jemanden wie Neruda dann aus Sicht des Diktators als fabelhaften Opfer-Rollen-Spieler im Täter-Kosmos prädestiniert haben mag. 

Allerdings ist es so, dass aus astrologischer Warte neben den eindeutig plutonischen Querverbindungen, die auf brutale Morde hinweisen können (insbesondere in Bezug zu Mars ist das nicht selten) auch eine Frau beim Ableben eine Rolle gespielt haben könnte. Denn Lilith, der Sündenbock und die Manipulatorin, steht mit dem Nordknoten fast exakt in Opposition zum mundanen Saturn und im Quadrat zu Pluto, die damals, kurz vor seinem Tod, alle zusammen Nerudas Mars-Neptun beleuchten - oder eben verdunkeln. Auf der Achse 2 (seine Geburtszeit hat kein wirklich gutes Rating) spricht das deutlich von Grenz-Üübergriffen auch von weiblicher Seite, die den Weg für plutonische Todes-Bestrebungen erst ermöglichen - und wie Türöffner fungieren. Jemand oder etwas muss die Grenzen in 2 aufmachen, damit in 8 die Verletzung der Bindung an die Wirklichkeit durchdringen kann.

Aktuell ist nach den neuen Entwicklungen in einem über 40 Jahre alten Fall, der bis dahin ja gar keiner war, vieles noch unklar und wieder ganz offen. Sicher scheint, dass es neues Beweis-Material gibt. Im April wurde Neruda eben wegen jenes diffusen Verdachts exhumiert, ausgerechnet, als er erneut - diesmal vom Steinbock aus - posthum denselben Pluto-Transit über die 8. Haus-Planeten hat wie bei seinem Tod. Als der Dichter starb, stand aber auch Uranus (neben den genannten plutonischen und saturnischen Transiten) ganz nah im Quadrat zu seiner Merkur-Venus-Konjunktion. Nerudas Abwehr war in jedem Fall stark angeschlagen. Ein plötzliches Ereignis (und damit ist nicht der Tod an sich gemeint) kann ihn getroffen und noch einmal dominant geschwächt haben.

Die Beschreibung des vermeintlichen Doppel-Agenten soll auf einen Mann namens Michael Townley hinweisen, der für die USA eine Weile mit den Chilenen kooperierte. Da er 1942 geboren ist, aber kein Datum vorliegt, lässt sich astrologisch nicht viel mehr ableiten als die Langsamläufer-Stände. Unter anderem der Geburts-Neptun, der scharf die Opposition von Uranus und Pluto im Radix des Dichters aufmacht. Wenn die Geburtszeit stimmt, handelt es sich bei Pluto als natürlicher Signifikator für alle 8. Haus-Probleme hier wie überall um eine (Mit-) Beschreibung der Todes-Umstände, an denen der Neptun jenes Verdächtigen ansetzen würde. Damit fällt der CIA-Mann jedenfalls nicht aus dem für einen solchen Tod "nötigen" Raster, sondern vervollständigt es. Allerdings haben alle im Umfeld Geborenen diese Generations-Aspekte.

Es sollen mit neueren Methoden bereits Giftspuren als Überreste in Papblo Nerudas Leiche gefunden worden sein, aber man wird erst nach weiteren Untersuchungen sicher sein können, ob es sich nicht nur um starke Medikamenten handelt. Gegen den Krebs, den der Dichter zweifelsohne auch noch hatte. Im Combin mit Pinochet gibt es aber auch heute Auslösungen - ihr Jupiter findet sich auf 11 Grad Waage und er wird, als man die konflikthafte Verbindung samt Verdacht problematisiert und aus der Versenkung holt, vom mundanen Quadrat zwischen Uranus und Pluto aktiviert.

Damals, zur Zeit des Todes, lief Uranus im Quadrat zu ihrem gemeinsamen Mond-Neptun, einer unterschwelligen Geschlechts-Konkurrenz. Das Erstaunliche ist allerdings, dass Neptun, als Planet der schleichenden Vergiftungen, sich seinerzeit immer noch im Orbis zu beider Mars bewegte, womit der Todes-Aspekt des Dichters sich auf einer ganz anderen Ebene wiederholt. Wenn dessen Aszendenten-Stand Schütze korrekt ist, war der Fische-Herr ohnehin unterwegs zum aufsteigenden Zeichen und im Begriff, noch einmal über das 1. Haus als Mars-Analogie die schon vorliegende (Todes-) Konstellation zu wiederholen. Das würde die Gift-Hypothese auch astrologisch doppelt bestärken. Dass Pinochets Sonne ausgerechnet nach einem gerade abgelaufenen Neptun-Transit in Konjunktion putschte, ist wohl seinem Wassertrigon zu verdanken, das mit Merkur, Jupiter und Mond-Saturn eine Menge diffuser, unterschwelliger Gelegenheit zu Springen auf anfahrende Züge anbietet.

Das "Schicksal" kennt nun mal keine Ethik, falls man bei einer so seltsamen Geschichte ausnahmsweise von einem solchen Begriff ausgeht. Das bevorstehende mundane Wasser-Trigon - selbst trigonal zu Nerudas Krebs-Konstellation - wird die Wahrheit so oder so an den Tag bringen. Der Mann, der die ganze Welt als Mutter begriff, seit seine eigene starb, als er gerade vier Wochen alt war und seine Anbindung an das Seelen-Zeichen Krebs so überaus weich und würdig ausdrückte, hat Aufklärung verdient. Seine Bestattung unter größter Anteilnahme des Volks nannte Löwin Isabel Allende ein symbolisches "Begräbnis der Freiheit". In seiner Ode an das Atom hat der Dichter selbst - hellsichtig wie er sein konnte - beinah die mögliche Geschichte seines Todes beschrieben, auch wenn er es selbst vermutlich gar nicht wusste. Aber vielleicht doch ahnte: 

Kleinstes Gestirn, du schienst begraben für alle Zeit 
im Metall, dein Höllenfeuer geheim. 
Eines Tages aber klopfte man an deine winzige Pforte: 
Es war der Mensch. Mit einem Schlag entfesselten sie dich, 
und du erblicktest die Welt, flogst durch den Tag, 
Städte durchliefst du, dein gewaltiges Strahlen begann 
das Leben zu erhellen, du warst von elektrischer Schönheit 
eine schreckliche Frucht, dir gelang es, des Sommers Flammenglut 
zu steigern, und dann nahte, mit Tigerbrille bewehrt und Panzerung, 
im quadratübersäten Hemd und mit Schwefelbart, 
Stachelschweinschwanz, der Krieger, und er verlockte dich: 
Schlaf ein, sagte er, hüll dich ein, Atom..."

 

Neftalí Ricardo Reyes Basoalto, die Menschen nannten ihn: Pablo Neruda

 Loop! collagen: Quellen Stevenliuyi + Pablo Neruda via Wikimedia Commons

 

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Samstag, 25. Oktober 2014

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