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Diese kosmische Spur der Wahrheit

Wolfgang Döbereiner ist tot.

Wie bitter das ist, einen Nachruf über jemanden zu schreiben, dem man 100 Jahre mehr gewünscht hätte. Als ich ihn das erste und einzige Mal unter vier Augen traf, war das im Sommer 1999. München kochte fast vor Hitze. Darum kam es mir besonders merkwürdig vor, wie gerade, zackig und anders er mit seinen 70 Jahren ins Arbeitszimmer wehte. Ja, wehte. Da war sie also, diese frische, kosmische Spur, die Fische-Sonne manchmal trägt, in ihm immer, um ihn herum. Sonst sah er ehrfurchtgebietend aus. Als nicht mehr ganz junge, aber eifrige Astrologie-Schülerin wusste ich natürlich, dass manche ihn wie einen Gott verehrten. Das machte mich eher misstrauisch. Am liebsten hätte ich kurz danach dann jeden Satz mit "Ja, Sir!" quittiert. 

Alles andere schien unpassend. Nur muss der Ehrentitel noch erfunden werden, der diesem ungewöhnlichen Astrologen gerecht wird. "Herr von 1 in 12", sagt er einmal, "der ist unverstanden". Und das war Wolfgang Döbereiner mit seinem Mond, Herrn 1 in 12, wohl auch, zumindest von der Masse. Nicht, dass es ihn wirklich gestört hätte. Was ihn störte war, wenn jemand astrologische Dummheiten verbreitete. Nicht seinetwegen, sondern wegen der Fakten. Die Breite und Tiefe dessen, was er mitbrachte ins Leben und die Astrologie, ist schlecht zu erklären, wobei ihm Erklärungen sowieso nicht geheuer waren. Nun ist Wolfgang Döbereiner tot. Einer der letzten, großen, lebenden Astrologen, Krebs-Aszendent mit Pluto vorn. Was ihm von Gegnern manchmal den Vorwurf einbrachte, in genau dem plutonischen "Container" zu sitzen, den er als Begriff erfand. Stimmte das? Nein. Seine Analysen waren fair, kristallklar, unkokett, menschlich. Manchmal hart, auch sich selbst gegenüber. Für mich war er ein Genie.

Er starb am 5. April, wie erst jetzt bekannt wird, unterm zulaufenden Transit von Neptun auf Sonne und Pluto Opposition Pluto. Nicht lange nach seinem 86. Geburtstag. Es gibt nur wenige, die einen streitbaren oder umstrittenen Zugang zur Astrologie mit so viel klassischem Kampfgeist und so wenig Lust auf Opportunismus nicht etwa verteidigen, sondern schlicht, einfach und kompromisslos leben würden. Er tat genau das, mit bemerkenswerter Intelligenz.

Wenn Sie Ihre Erscheinung aus der Umwelt beziehen, sind Sie auf die Spiegelung angewiesen. Und solange Sie das machen, ist Ihr Selbstwert darauf angewiesen, ob Sie gut oder schlecht gespiegelt werden. Die Gesellschaft ist kein guter Spiegel. Zerrbilder kommen raus. Ich lass mich auch nicht mehr spiegeln." (Wolfgang Döbereiner, 1999)

Einmal, Jahre nach dieser ersten Beratung in München, auf die ich Jahre wartete, weil sie es wert war, wollte ich ihn zu einem Interview überreden. Ich rechnete nicht mit dem Eigensinn des Philosophen, mit dieser Fische-Sonne in 9. Einen langen Feuilleton-Artikel über die Münchner Rhythmenlehre und genau diese Brechungen hatte ich mir vorgestellt, in einem der wichtigen Magazine. Wie er das beantwortete, sagt viel über Wolfgang Döbereiner. Über zwei Stunden lang erklärte er mir mit Engelsgeduld am Telefon die Welt. Wieso er sich nicht mehr mit dem, was man so allgemein für Ruhm hält, gemein macht. Witzig, scharfsinnig, unvergleichlich. Man hätte es als Vortrag mit stenographieren können. "Das Empfangs-Komitee, oder das, was die Leute draußen mit dem machen, was man sagt, kann einem auch schnurz sein. In dem Moment, wo die Gestalt in der Welt ist, ist sie frei und die haben keine Chance mehr. Das können sie nicht mehr aufhalten, keine Chance. Erklärung ist immer Unterwerfung."

Astrologisch habe ich ihm - wie so viele andere - mehr als nur Wissen zu verdanken. Seinen Blick für das Wesentliche, unter dem man sich nie peinlich durchschaut, sondern leuchtend erweitert vorkam. Und den seltenen, wenig gesellschaftsfähigen Mut, diesen aufrechten Gang im Mentalen "against all odds" in die Welt zu bringen. Mars 0 Grad Wassermann in 7. Ein Rebell war er nämlich auch. Dahinter der Radar: Doppel-Wasser, dessen feines Gespür für Zusammenhänge manchem verborgen blieb, der sich gegen die kryptische, so eigene Sprache, mit der er die Sterne begriff, wehrte. 

Wegen diesem Hang zum Extremen in der Auffassung, der ihm eigenen, verklausulierten Logistik und der Klarheit (mancher sagt auch seiner Rigidität) hielten ihn einige für arrogant. Aber das war er nicht - zumindest ich habe ihn weder in den sparsamen Kontakten über die Jahre, noch in seinen Seminar-Abschriften, so erlebt. Ich glaube, dass da eher beim Publikum draußen eine Verwechslung mit dem eigenen, großen Loch in der Möglichkeit vorliegt. Einer doch oft eher beschränkten Fähigkeit genau das zu verstehen, was nicht windschnittig, aber mit großer Klugheit geschlagen ist. Die Erfassung des endlosen Raums kann auch ein Fluch sein, der bei ihm aber nie zu Verrücktheiten führte. Er war sehr belesen, gebildet, im alten Sinn,ein Aufdecker und Verrätsler. Und dann auch einer, der das Sammeln von Ideen, Zusammenhängen, in eine neue, viel größere Form stellte. Vielleicht lag das auch am Jupiter-Uranus in Döbereiners 10. Haus, vorn im Widder, dem, was so fremd und überdimensioniert und deutlich wirken konnte, als würde er in Zungen reden. Und zwar die absolute Wahrheit. Über dieses Phänomen habe ich mir lange Gedanken gemacht, aber es nie begriffen.

Döbereiner war Lehrer einiger heute bekannter Astrologen. Man liebte diesen Mann oder lehnte ihn ab, er war eben ein Polarisator. Das ging so weit, dass ihm in der "Szene" allerlei angedichtet wurde, bis hin zu Frauenfeindlichkeit. Falscher kann man, für meine Begriffe, nicht liegen. Das heißt, den plutonischen Bohrer als notwendiges Prinzip komplett missverstehen. Denn Wolfgang Döbereiner sprach simpel aus, was er für wahr hielt, weil es sich ihm, über welche Kanäle auch immer, eröffnete. Seine Intuition war sehr fein und sehr groß. Zum Beispiel für ein Schicksal, als Korrektiv. Deshalb verstand man seine Lehre auch nur, wie er sie lehrte und sie muss da versagen, wo man sich wie beim Kuchenbacken das eine oder andere an Schnörkeln dazustrickt. Er erkannte Muster. Und er blieb einfach in seinem Tanz mit den Grundlagen und konnte sich deshalb die ganz großen Ausflüge in die Weiten des Unsagbaren leisten, denen er nicht nur astrologisch Namen gab. Ein Balanceakt zwischen Bestimmung und ihrer Ausdehnung ins Konstruktive.

Das ganze Leben in der heutigen Zeit, das wird ja erstickt durch Moral. Dinge, die normalerweise unfähig sind, kommen heute hoch, nur weil sie moralisch sind. Sie sind wahr in Ihrem Dasein, wenn Sie das Richtige und das Falsche tun. Dann gehen Sie unverhindert durch die Erfahrung und die wird ab dann unnötig für Sie, hat sich verbraucht. Dann sind Sie frei. Aber vorher müssen Sie es erlebt haben." (Wolfgang Döbereiner)

Es war fast ein Mythos in seiner A'rt, weshalb manche wohl auch vor der beinah religiösen Inbrunst scheuten, mit der andere dann zu seinen Seminaren pilgerten. Die Kämpfe zwischen Anhängern und Kritikern sind Legende. Wenn die einen sich missverstanden und die anderen sich übergangen fühlten - in ihrer Sicht der Astrologie. Aber das ging nicht vom Döbereiner aus, der den Siebener-Rhythmus gesellschaftsfähig machte, die Rückseiten- oder Lückenlehre, den Weg der Aphrodite, und vieles mehr. Sondern von denen, die seine Rhythmenlehre zum einzig wahren Absolutum erklären wollten. Für ihn war sie ein Mittel zum Leben. Ich habe immer gefunden, dass er das System mit dieser hermetischen Sprache und Vorgehensweise vor Interpretationen schützte. Und damit davor, nicht mehr zu funktionieren. Er wusste vielleicht am besten, dass Fehler notwendig sind. Aber nicht zielführend, da man als Astrologe nicht Welt an seine Sicht anpasst, sondern Sicht an eine Welt, die wahres Sinn-Verständnis braucht. Darin war er brisant praktisch. Es ging ihm um das Wirkliche und Wahre, um seine Klienten und Schüler und die Anwendbarkeit der Astrologie.

Wenn man einem Hasen erzählt, du springst falsch, wird er - je nach Gemütsart - sagen: Na, wie soll ich denn sonst springen? Man sagt's ihm, dann springt er eventuell falsch. Sagt man aber, du bist falsch, du bist ein falscher Hase, wird er sagen: Wieso, ich hab Ohren, ich spring, ich bin ein Hase. Man kann nicht falsch sein. Das heißt, die Kategorie falsch oder richtig spielt für das Dasein dessen, was er ist, zunächst keine Rolle. Es spielt erst dann eine Rolle, wenn es darum geht, dass er so und soviel falsch machen muss, um dazu zu kommen, dass er wahr ist. Wenn Sie das Falsche dauerhaft verhindern wollen, verhindern Sie die Hälfte der Welt und Ihr eigenes Leben." (Wolfgang Döbereiner)

Es musste für ihn bestimmte Erfahrungen geben, damit man sein Dasein lebt. Auch das war ein Kern seiner Rede, damals, an diesem Sommertag in München, als Wolfgang Döbereiner buchstäblich mein Leben verändert hat. Das ist mehr, als ich von jedem anderen Astrologen sagen kann. Womit, das spielt keine Rolle, nur soviel: Er lag richtig, wie bei vielen unterschiedlichen Menschen vor und nach mir, die seine Klienten wurden. Danach fing ich an, seine Bücher, die vielen Seminarbände, die er selbst herausgab, wieder und wieder neu, doppelt und dreifach zu lesen. Mein allererstes war übrigens eins der kleinen Heyne-Bändchen, aus der Zeit von Flower und Power, als er noch auf anderem Boden, aber nicht eigentlich populär schrieb. Für jedes Tierkreiszeichen. Mit 17 Jahren begriff ich kein einziges Wort. Denn Wolfgang Döbereiner, Enkel des bayrischen Hof-Musikers Christian Döbereiner, war von Anfang an auch ein Musiker, Komponist der Astrologie, und seiner Zeit weit, weit voraus.

Oder anders - absolut und überzeitlich, wie es die Fische nun mal sind. Man musste ihn begreifen wollen, um zu begreifen, was er begriffen hatte. Man musste ackern, arbeiten, nicht sehr modern in diesen Zeiten, wo, wie er sagte "Astrologen auch keine Bildungs-Hochburgen sind." Und dann, im Zusammenfügen (als 9. Haus-Betonter war er ja von allen der größte Füger), musste man weit über das Gelernte hinausdenken, mitgehen, wenn es ihn mitnahm, und er in Welten unterwegs war, an Orten, an denen es aus ihm heraussprach. Wie ein Rausch von plötzlichem Erkennen und ein Rauschen von Wirklichkeit, das sich über einen ergoß.

Die Wasserleitung, nicht das Wasser

In gewisser Weise wurde Wolfgang Döbereiner astrologisch auch zum Rufer in der Wüste. Von ihm stammen die kleinen Bon Mots am Rande: Stiere tragen Hüte, Frauen mit 25° Krebs haben eine Neigung zu Zahnärzten, Sonne Haus 9 kümmert sich dauernd um Funktionen anderer Leute. Sätze wie diese: "Das Auto wächst nicht in der Garage, während es drinsteht. Die Form eines Vorgangs hat keine Bestimmung, hat keine Gegenwart." Oder: "Keiner ist mehr verhindert als der Begabte". Hinter all dem stand natürlich ein System, Konzept, ein Pluto als großer Fixierer am Aszendenten. Das Charisma, der alte Herr aus dem Wunderland, der wie ein Schwert Feuer in die Luft redet, mit Wasser die Erde fruchtbar macht, immer jung, mit einer Frische des unmittelbaren Erlebens, Unberechenbares formt und fügt und intensive, transformierende astrologische Schachzüge in eine Mechanik der Zeit bringt, die ihm hinterher hinkt. Weil sie Schubladen will, die leicht öffnen und schließen. Dem verschloss er sich, das war die Unnahbarkeit, die manche in seine Eigenheiten hinein dachten.

Pluto war wichtig. Die Konzentration des Einfließenden. Das einspitzige Auslassen anderer Wege. Wie sonst hätte er es so durchsetzen, so mitteilen können? Wie sonst wäre dieser Magnetismus entstanden? Und darüber und darunter ein Neptun-Merkur, in 3-9, der Merkur auf 0 Grad Fische. Das machte ihn jenseitig, frei und grenzenlos.

Er war die Wasserleitung und nie das Wasser. Deshalb schien es mir immer völlig überflüssig, Döbereiner auch nur einen Ansatz von Grandiositäts-Denken vorzuwerfen. Nichts lag ihm ferner als das. Es ging um das, was war.

Auch um den Schmerz, der oft mit den Ereignissen kommt und manchmal sein muss, wenn Leben, so wie er es astrologisch verstand, in seiner schwierigen Form abgetickt werden musste. "Das haben Sie im Horokop," sagte er dann vielleicht. "Sehen Sie es so: Ihre Vorvorderen haben Ihnen da einen Irrtum in die Wiege gelegt, irgendwann müssen Sie den erledigen, je schneller, desto besser. Haben Sie halt jetzt was geleistet. Danach können Sie anfangen zu leben." Mir war es schon seinerzeit schleierhaft, wer mir da eigentlich gegenüber saß. Der englische Offizierstyp, den manche in ihm sehen wollten? Ein Mann von Welt und ohne Fehl und Tadel, nach alten Begriffen? Ein Freak, Alien? In meine Beratung damals hätte eigentlich Tee und feiner Gurken-Toast gehört, ein Strohhut auf einem Tisch, Kandelaber. Es war kühl und dämmrig in seinem Haus. Da saß einer aus einer anderen Zeit, anderen Welt. Und doch so irdisch gerade, mit jeder Faser anwesend, der Stück für Stück den Menschen schilderte, den er in diesem Horoskop mit seinen Aspekten, Anlagen, Verwirklichungen nicht vermutete, sondern wusste. Eine sehr spezielle, verwegene, kühne Art, mit einem Radix umzugehen. So und so ist es. Auch das nicht sehr modern. Aber es stimmte. So war es. Völlig ohne Festlegung, das schien mir merkwürdig. Es hatte nach allen Seiten Spiel, machte völlig neue Räume auf, etwas anzuerkennen, zu würdigen, was ist, statt es ständig in einem süßlichen Herumgerede wegzuinterpretieren.

Der Taucher durch die große Zeit

Später transkribierte ich jedes Wort und habe diese Seiten als einzige ihrer Art bis heute Jahr um Jahr mehrfach gelesen und jedes Jahr neu Neues darin entdeckt. Das muss man einem Wolfgang Döbereiner erst mal nachmachen. Ich ging, das weiß ich noch, wie betäubt von mir selbst, von dem, was ich über mich gehört hatte, in die Hitze hinaus, diese gleißende, anders fröhliche Münchner Sonne. Die Welt schien grell, nach diesem Fische-Kokon. Und sie glänzte. Nicht, weil es mir so überraschend war, was ich gehört hatte. Sondern, eben weil ich es vorher gewusst hatte und erst hier anders verstand. Wolfgang Döbereiner war ein Enträtseler, weil er den Rätseln so nah war, sie liebte, umkreiste und stehenlassen konnte, wenn die Zeit dafür kam. Ein Wanderer auf Straßen, die nicht viele gehen, ja, davon nicht mal wissen wollen. Der Taucher durch die große Zeit. 

Es gäbe so vieles zu berichten. Von der Homöopathie, den "Laufzetteln", den Roulette-, Wetter-, Fussball-Experimenten. Kleinen Zahlen-Laboren, dem Dreierschritt AC, Sonne und MC, absolutem Basic für jede gute Auslegung. Den zutreffenden Prognosen. Schulterzucken, Lachen, Scherzen, wenn sie es wieder mal nicht begreifen wollten. Provokationen, wegen der Sache. Sie war ein Blühen im Genuß dieses Daseins, das jeden Tag mit einem neuen Mysterium, neuen Fragen, daherkam. Mit vielen, vielen, kleinen menschlichen Geschichten, die man hörte, aus seinem Leben, die eine besondere Astrologie aufglühen, kochen, leben liess. Wie er sich alle und alles merkte. Aber all das trifft es letztlich auch nicht. Der Nimbus von Größe, den man ihm auch vorwarf, wenn's passte, musste er sich gar nicht stricken. Der war da. Auf seine Weise war Döbereiner eine perfekte Mischung, Fortsetzung von Weisen, deren Werke vielfach durchgearbeitet, eselsohrig, neben Betten liegen, nicht in Regale gehören. Zwischen Buddha, Vergil, Ptolemäus und Heidegger vielleicht, auf Stapeln. Und doch so eigentümlich weit von aller Suche nach Bewunderung oder Applaus entfernt. Stolz war er, clean im Denken, umfassend im Empfinden. Frei von Vorurteil, was seine Auslegungen anging, wenn der Motor richtig ansprang. Also immer.

Nach dieser ersten Begegnung, die mich schwer beeindruckt hat, im Wissen, Wahrheit und Spüren, habe ich über die Jahre immer mal wieder vereinzelt, wenn ich astrologisch gar nicht mehr weiterkam, mit einer Mail angeklopft. Döbereiner, der ständig an der Welt herumdachte, antwortete jedes Mal, selbst No-Names wie mir. Bei der letzten, vor einem halben Jahr, ging es um Bienen, über deren Sterben ich einen Artikel beabsichtigte. Aber ich war ohne jede Idee, was die Zuordnung anging. Also den Meister fragen, der bis weit über die 80 hinaus weiter arbeitete. Er antwortete, wie immer stilvoll und freundlich, das sei ein Thema auf seiner Agenda, das wäre noch dran, irgendwann. Da käme man ja beileibe nicht sofort auf Ideen. Als ich mich bedankte, mit dem Satz: "Tröstlich - wenn Sie nämlich noch nicht am Punkt sind, wie könnte ich es da sein?" schrieb er postwendend noch mal zurück: "Ja, das stimmt so. Herzliche Grüße." Wolfgang Döbereiner war eben einer, der Wahrheiten gelassen aussprach. Übrigens ohne jede Selbstüberhöhung, die hätte er sich vermutlich gar nicht verziehen. Nein, es stimmte so. Er war ein Ethiker.

Ein moralischer Mensch ist nicht ethisch, ein ethischer nicht moralisch. Ein moralischer Mensch unterscheidet zwischen richtig und falsch, ein ethischer zwischen wahr und unwahr." (Wolfgang Döbereiner)

Das hat er getan und das war gut so. Wolfgang Döbereiner war ein großartiger, großer Astrologe, ein guter Mensch und wunderbarer Lehrer. Er wird eine große Lücke hinterlassen, bei der Familie, denen, die ihn kannten und in der Astrologie. Aber auch Lücken sind ja wichtig und richtig. Das war es doch, was er immer sagte. Jeder hat sein Schicksal und das muss abgelebt werden, bevor man frei sein kann.

Wenn alles falsch ist, ist's richtig." (Wolfgang Döbereiner)

Dann ist es jetzt eben richtig. Und vor allem wahr. Vielen Dank für das Meer und das Mehr, Wolfgang Döbereiner. Alles, was klug, großzügig, anders, besonders und hilfreich war. Eine gute Reise! Zwischen Geflecht und Zeichen, über die verlorene Grenze hinaus, im Einbruch des Zeitlosen. Und wie wir alle wissen: Der König kehrt immer zurück.

Bild (bearbeitet): Astro-Wiki + YOUTUBE: Döbereiner erklärt Radix Tagesthemen + AMAZON

Webseite der Münchner Rhythmenlehre von Wolfgang Döbereiner mit einem NACHRUF seiner Frau Petra Döbereiner.

 

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Dienstag, 6. Dezember 2016

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