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Getrennte Schwestern: Aus der Balance

"Ich habe nur eine Chance dir zu beweisen, dass ich nicht irgendeine verrückte Person bin..." (Aus dem ersten Brief von Waage-Sonne Jennifer an die Schwester und Waage-Sonne im gleichen Grad, Dominique).

Das ist vermutlich eine der unglaublichsten Geschichten über menschliche Verwirrung, Ähnlichkeiten in der Seele, im Äußeren, in der Leidenschaft, im Horoskop und Gleichlauf der Begabungen, die sich je ereigneten: Da sind drei Schwestern aus der Gegend um Hollywood, die sich nicht kennen. Zwei Waagen (eine schreibt später ein Buch "Aus der Balance"), eine mit Waage-Venus auf den beiden anderen Sonnen.

Alle Kunst-Turnerinnen, alle begabt, alle sehr ähnlich. Nur haben zwei von ihnen Füße, die dritte nicht. Jennifer, der schwer Versehrten, fehlen von Geburt an die Beine. Deshalb sofort von den extrem willensstarken und konzep-besetzten Eislauf-Eltern abgegeben, weiß sie lange nicht, wer sie ist. Vater und Mutter waren aus Rumänien eingewandert, um in den Staaten den amerikanischen Traum aus dem Leben zu meißeln. Beide selbst Turner und, man höre und staune, ebenfalls beide Waage-Sonnen mit starkem Skorpion-Anteil wie zwei der Kids. Diese übrig gebliebenen "gesunden" Schwestern, die man zu Höchstleistungen antreibt, werden jetzt zu Werkzeugen von Frust und elterlicher Hoffnung. Die Älteste, Dominique, ist mit 14 bereits berühmt als Olympia-Teilnehmerin und gewinnt Gold-Medaillen. Auch Christina turnt erfolgreich. Dass es ein weiteres Mädchen gibt, das ohne seine Beine irgendwo anders ebenfalls wie ein Derwisch turnen lernt, aus lauter Begeisterung für die Bewegung, ohne Ahnung, was es antreibt, wird den Schwestern erst klar, als der Teenager nach ihnen sucht. "Mein Name ist Jennifer Bricker," beginnt schließlich der Brief, der Leben verändern soll:

"Seit ich sechs Jahre als war, bin ich besessen vom Kunstturnen und habe dich immer im Fernsehen gesehen. Du warst mein Idol, mein ganzes Leben. Und dann stellt sich heraus, du bist meine Schwester. Ich war extrem ungläubig." (Aus dem ersten Brief) 

Das liest "Domi" am 10. Dezember 2007, als die behinderte Jennifer es endlich wagt, ihr großes Vorbild nach anzuschreiben. Ein dramatischer Krebs-Mars, Austreiber von Familien-Dingen, steht gerade mundan im Quadrat zu den beiden Waage-Sonnen der beiden älteren Schwestern und zur Waage-Venus der Jüngsten. Das Ende der Beschönigung und Perfektions-Denken ist angebrochen. Mars-Rückläufigkeit runderneuert das Bild der Vergangenheit. Nur einen Tag nach Dominiques 6. Geburtstag, erfahren die jungen Frauen, wurde Jennifer Moceanu geboren und weggegeben. Dämme brechen mit diesem Jupiter-Pluto, der bei der Kontaktaufnahme auf Mond-Mars-Neptun im Combin der älteren Schwestern sitzt. Dazu kommt der Return der gemeinsamen Skorpion-Venus als Symbol für den Kosmos von Macht und Ohnmacht, in den sie hineinwuchsen, jede auf ihre Art. Ein schweres Erbe, aus dem der hohe Waage-Anteil in allen drei Horoskopen das Beste machte. Waage ist ja nur selten im Gleichgewicht (ein populärer Irrtum), sondern oft schwankend wie Widder und Krebs. Lebenslang sucht sie im geistigen Fight Balance - in sich und mit anderen.

Als Jennifer der großen Schwester schreibt, von der auch sie erst seit Kurzem weiß, obwohl sie lange schon ihr Vorbild ist, passiert das unter Uranus-Saturn-Quadrat über ihrer Uranus-Saturn-Konjunktion im Schützen. Die Unvereinbarkeit der Eltern, ihrer Konzepte mit denen der Töchter und deren notwendig realistischeren Lebensmodellen wird offenbar. Dominique, bei der im Kontakt mit der Schwester nun Verdrängtes hochgeholt wird, hat einen Neptun-Mars-Transit, Christina Chiron-Pluto und Uranus-Saturn über Mars zulaufend. Es bricht vieles, was man nicht mehr kitten kann. Anderes fügt sich anders, neu - schützehaft, analog zur Wandungs-Konstellation. Dominique, die sich schon mit 17 vorzeitig volljährig erklären ließ und sich gegen die Eltern wandte, wundert sich letztlich nicht über die weg geschobene Schwester. Sie hatte über die hyper-ehrgeizige Erziehung geklagt - über Unterschlagung von Millionen ihrer Turn-Einnahmen und eine geraubte Kindheit, in der sie an den Sport regelrecht verkauft wurde. 

Ewiger Streit und Wiederannäherung. Auch das ist ja die Waage. Freunde und Feindbilder, die mental perfekt angedacht und schwer handelbar sind - durch Projektion wie Pingpong-Bälle. Darunter litten auch diese Kids. Die Mittags-Horoskope der drei Moceanu-Mädchen (rechts, größer klickbar) weisen bemerkenswerte Ähnlichkeiten auf.

Jennifer (Skorpion-Merkur-Pluto) und Dominique (Skorpion-Merkur-Mond-Venus-Uranus) haben aber neben den Waage-Clustern einen hoch ausgeprägten plutonischen Anteil. Er beschreibt die Traumata und die Wandlungs-Wege. Die damit verbundene Willensstärke, ihr Biss und die Fixiertheit bis Fanatismus sind ja Legende. Aber auch die Waage kann sehr scharf werden, wenn ihr starker und vollkommener Beziehungs-Wunsch an Widerstand (Widder, dem gegenüber die Aggression abgespiegelt wird) scheitert. Dann entwickeln alle drei Du-Zeichen Waage, Skorpion und Schütze in hohem Maße Strategien und Taktiken, um mit der "Demütigung" von Abweisungen fertigzuwerden. Im 7. Prinzip wird die Zurückweisung mental sogar konstruiert, im 8. emotional festgenagelt und im 9. energetisch überwunden, sobald neue Ziele ausgemacht sind.

Bei Jen, dem Mädchen ohne Füße und Beine, betrifft die Skorpion-Power deutlich ihr zielorientiertes Denken. Sie kenne keine Grenzen - trotz oder gerade wegen ihrer starken Behinderung, erzählt sie später immer wieder. Diese Blockade durch den teilweise fehlenden Unterkörper spiegelt sich im Radix auch unter anderem in einem belagerten Jungfrau-Mars wider - mit Quadrat zu Saturn-Uranus im Schützen und Chiron in den Zwillingen. Allerdings macht diese Verwundung auch die Herausforderung aus, über die sie womöglich erst wie besessen zu trainieren beginnt. Sie wollte immer turnen.

Über die Beherrschung ist dieser Mars auch mit dem Widder-Jupiter verbunden, einem extrem gesteigerten Bewegungsdrang. Oder anders - großer Motivation der Einzelkämpfer. Auch Christina hat diesen Jungfrau-Mars (seine Transite zum Zeitpunkt des Auftauchens der Schwester spiegeln dann genau deren Geburts-Anlage). Dominique, die Erfolgreichste, hat Mars dagegen direkt im Feuer - im Löwen mit Jupiter im Sextil und weitem Uranus-Quadrat. Drei Variationen eines Themas. Dass die Versehrung die behinderte Schwester nicht stoppte, ist für Jen aber nicht nur Ergebnis ihres ausgewiesenen Talents zur Bewegung, das schon ganz früh mit begeisterten Trampolin-'Sprüngen' (beinlos!) begann. Sondern vor allem auch eine Frucht des Glücksfalls, von ganz anderen, liebenden Adoptiveltern aufgenommen worden zu sein. Zwei Menschen nämlich, die ihr bewusst beibrachten, dass sie alles erreichen könne. Beine hin oder her. Man müsse es nur glauben. Nur an sich glauben. Das liess sich Jennifer mit ihrem Uranus-Jupiter-Trigon im Feuer nicht zweimal sagen. Und diese so anderen Eltern als die, die ihre beiden unbekannten Schwestern hatten, lehrten sie auch:

"'Kann nicht' ist nicht Teil deines Vokabulars. Und das ist das Verrückte: Wenn man dir nie Grenzen gegeben hat, dann denkst du: Ich kann alles machen!" (AMAZING STORY, Youtube-Kanal von Jennifer Bricker)

Diese Entgrenzung, eine Lösung oder Löschung des Wesen-tlichen, das Jennifers Sonne-Neptun-Quadrat ja auch als Risiko enthält, wird hier, in diesem Fall, zum Antrieb, die Körper-Grenze, die in der Waage gängigen Klischees entsprechen kann, einfach nicht zu akzeptieren. Hier sagt Sonne-Neptun: Ihr gabt mir die Schwächung - und ich mache eine Hürde daraus, die ich erst gar nicht mehr überschreiten muss. Diese Art des Denkens kann dann metaphorisch auch fliegen. Getrennt von "den Vätern" (dem Solaren) kommt das Mädchen erst zu sich, als es die Versehrung als Chance begreift.  

 „Ich war nur ihr Geschäft. Sie haben mir meine Kindheit geraubt - und mein Geld." (Dominique Moceanu über ihre Eltern)

Was immer nun auch diese "echten" und in Wahrheit so abgelenkten Eltern angetrieben haben mag, ihre andere, behinderte Tochter sofort abzugeben (oft ist es ja die Panik vor dem Prinzip Defizit - und damit vor den eigenen "Fehlern" = Jungfrau-Wunsch nach Perfektion) - die Moceanus haben letztlich Jennifer einen Gefallen getan. Denn die wurde nun in Umständen groß, die ausschließlich fördernd waren. Selbst wenn die Bürde der Herkunft und der Ereignisse niemals abzustreifen sein wird. Schaut man sich aber Dominiques Radix an, mit dem sichtbaren Trauma der vielen Skorpion-Planeten, heftig verletzt von Chiron und Mars, ahnt man schon, wieso Distanz familiär auch die bessere Lösung sein kann als nächste Nähe. Mit erst 17 Jahren hat Dominique selbst die Nabelschnur durchschnitten, obwohl oder weil sie geschluckt wurde vom Ehrgeiz und den Denk-Modellen der Eltern. Was für ein Akt für jemanden, der wenig anderes kannte, als den sichernden Kokon.

Die Waage, auf der Wippe ihrer Sehnsucht nach Ganzheit durch das Du einerseits und dem anderen Pol, der Abwehr vorhandener Wut und anderer emotionalen Bewegung im Eigenen andererseits (die ja Beziehung zerstören könnte), ist aber nun mal ein zwiespältiges und eigensinniges Zeichen. Sie findet sich oft erst in der Negativ-Definition: So und so bin ich nicht. So und so sind nur die anderen.

Die Geschichte der Moceanu-Mädchen belegt, wie heftig ihr Pendel umschlagen kann von stärkstem Wunsch nach Schönheit und dem Guten, in die geistige Einpeitscherei, sobald etwas "falsch", versehrt, defizitär oder nicht bereitwillig genug am anderen ist. 

Das erleben Waage-Betonte passiv (dadurch, dass ihnen die Kämpfe zugeführt werden) und später oft konsequent auch aktiv, indem sie die Feindbilder weitergeben, die sie gelernt haben, ebenso wie die oft verbissen ersehnten und durch Denken und Reden gebannten Ziele. Wenn alles gut geht, werden aber die Prozesse mutig und konfrontativ bis zum Ende durchgestanden, diese schwierige, sensible Annäherung und Reibung an Welt und Mensch gegenüber, die für das 7. Rrinzip so wichtig sind. Dann wendet sich manchmal plötzlich das Blatt und ein menschlicheres Universum als das der puren, leitbildhaften geistigen Erstarrung und schöner Klischees öffnet sich für die Träger von Waage oder 7. Feld-Konstellationen. 

In dieser Familie (links die Mittags-Grafiken der Eltern) ist der Waage-Überhang tatsächlich immens groß. Genau wie die Überleitung zum prominenten Skorpion (vier der fünf Familienmitglieder haben dort vorn Merkur-Positionen). Und beide Eltern befinden sich eigentlich ständig auf der Flucht mit Mars-Neptun - einmal buchstäblich, da sie in ein anderes Land gingen.

Und zum anderen wohl mental. Aus der extrem ähnlichen Lagerung aller drei Mädchen und von Vater und Mutter kann man schließen, dass hier die Distanz völlig fehlte, die sonst zu nötiger Abgrenzung führen soll. Weshalb dann womöglich sehr stark psychologische Konflikte auf einander überspiegelt wurden, mehr als ohnehin schon üblich in Familien. Am Ende wusste wahrscheinlich keiner mehr, wo, bei wem und wieso die Schwierigkeiten begonnen hatten und wessen Angelegenheiten sie waren. In solchen Fällen kommt es dann oft "fließend" zur Trennung durch spezielle Ereignisse, was dann Raum schafft. 2008, ein Jahr, nachdem Jennifer wieder aufgetaucht ist, stirbt der Vater, den eine enge Neptun-Sonne-Konjunktion mit der Mutter verband - ein weiterer Beleg für die mangelnde Abgrenzung und starke Durchdringung.

Jen, als das abgegebene Kind "erbt" diesen intimen Sonne-Neptun als elterlichen Zwischen-Aspekt und wird dann wie ein konkurrierender Faktor, der zu einer Spaltung führen kann, aus dem System geschoben - statt dass die Eltern ihre zu enge gegenseitige Einflußnahme miteinander gelöst und unterschiedliche Haltungen zwischen ihnen zugelassen hätten. Man sieht astrologisch oft solche Verwicklungen - aber selten so eindeutig. Jennifer jedenfalls begegnet später ihrer leiblichen Mutter nur einmal. 

"Sie zu treffen war heftig. Ich hab sie gefragt: Hast du jemals an mich gedacht? Hast du dich je gefragt, was aus mir geworden ist? Sie hat mir leid getan, weil sie mich als Baby nicht einmal im Arm halten durfte". (Frauenzimmer)

Angeblich war es der Vater, der die Mutter dazu drängte, das behinderte Kind abzugeben. Ob das aber stimmt, bleibt am Ende im Dunkeln. Astrologisch scheint dieses Mädchen schlicht die Einheit der Eltern bedroht zu haben. Deshalb musste es weg. Denn die Verquickungen beider gehen hier sehr tief. Die fordernde Waage-Skorpion-Folge ist dann wie ein Quest des Systems, bei dem das Leben dann auf einmal blüht, wenn die Tiefen endlich zugelassen, der eigene Ärger über Vereinnahmung erlebt, die eigenen Impulse der Wut wieder zu sich genommen sind. Der Angst von Jungfrau folgt nicht umsonst die Waage, die sich lieber Bilder des Lebens zurechtstrickt, denen dann logisch Skorpion, der tiefe Schürfer, und danach der Aufstieg in den Schützen nachkommen. Dann wird irgendwann aus Stroh auch einmal Gold, was im Märchen so oft am Ende steht. Wenn man keine Phase auslässt - und gegen das Gold noch später dann die Erde des Steinbock tauscht, die Fakten und Unterlagen und neue Bodenhaftung erzeugt. So entwickelten sich die drei Moceanu-Schwestern vielleicht, so mutierten sie aus den Vorgaben der Eltern un deren Klischees heraus. Weg vom Talmi des Erfolgs, der Leistung, der Schönheit eines "Alles ist gut!". Manchmal ist das Waage-Dogma, das sein vollkommenes Gesicht der Welt zeigen will, eben die eigentliche Behinderung.

Die Schwestern gingen weiter. Indem sie ihre Geschichte nicht weggeschoben haben, wie sie selbst weggeschoben wurden. Und ihr Leben stattdessen in die Hand nahmen, ihre Herkunft samt aller Fallstricke konfrontierten und so wirklich geschickte Turnerinnen in einer Welt wurden, die ihnen von Anfang an mit Zwängen begegnete. Darum geht's ja: Auch anders, auch ohne Best-Ausstattung, auch versehrt über jede Rolle, jeden Salto, jeden FlicFlac des Schicksals hinaus gerade und stark wieder auf der Matte aufzukommen.

Bilder (Screenshots): AMAZING STORY, Youtube-Kanal von Jennifer Bricker

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