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Hunger in Disneyland?

turpin2Mit Schubladen ist man ja schnell bei der Hand, wenn etwas Entsetzliches über Jahre passiert, ohne dass Menschen auch nur ansatzweise hinsehen. Neptun spielt mit - das nennt man persönlich dann Tarnung oder gesellschaftlich: Verdrängung. Umso mehr stehen später am Zaun und suchen als Beobachter einen Bannzauber für ihre eigenes Leben. Astrologisch ist das "Horror-Haus" in Kalifornien deshalb weitaus mehr als Warnung, ein Symbol nämlich für einen gesellschaftlichen Zustand.

Wie eine Waffe, die hinter einem prächtigen Heile-Welt-Aquarell hervorsticht. Zunächst jedoch war es eine Weile nur die Heimat von 15 Menschen - darunter 2, die unbemerkt einen Fehler nach dem anderen machten. Weil ihre Konstellationen und Transite wie Zahnrädchen einklickten und nach und nach eine harte Wirklichkeit erzeugten, die für unbeteiligte Zeitzeugen in dem Maß unerträglich erscheint, in dem lange Venusisches nach vorn gehalten wurde - Oberflächenglanz, Harmonien. 

000bannersystemDa war also der Mann namens David Allen, ein Vater, ein Händler, der seine unendlich vielen Kinder erst mit seiner Frau stolz herumzeigte, selbst beschulte und später hungern ließ. Eine Waage-Persönlichkeit mit Jupiter-Saturn Quadrat Sonne, dem Signum des neuen Königs. Er tändelte zwischen Vision, Härten und großen Schwächen. Vermutlich aber war er immer auch voller schöner innerer Bilder, die Waage wie Stier ja immer hat. Wegen des Skorpion-Mars-Neptun verhaftet aber auch einem Durchsetzungs-Verbot. Was sich dann rächte an der spröden Realität, die über einen introvertierten r-Merkur genau dort, im plutonischen Boot, auch noch eine Art Rutsche in sich, wo ihm das Unbewusste immer wieder durchs Bewusstsein schlitterte und das Leben beschönigte bis anders verzerrte. Unter solchen Labels der Vernebelung kann viel passieren - von unglücklicher Verkettung bis zu zwanghaftem Missbrauch als Ventil. 

Dazu kommt seine Frau, Louise Anna, Südstaatlerin und Löwe-Jupiter-Prinzessin, die Mutter. Zwillinge-Sonne-Mars, auch sie also mit dem Ticket zur Selbst- und Fremd-Verletzung (aktiv und passiv) schon im Radix-Gepäck. Dazu eine eindringliche Stier-Skorpion-Verlanlagung über die Illusions- oder Weichzeichner-Opposition Venus-Neptun, die den bohrenden Venus-Pluto via Zeichen in sich trägt. Wie wir unlängst schilderten, ist das ein Hunger-Signum, wie es oft bei Ess-Störungen oder Selbstwert-Konflikten vorkommt. Aber auf einer sehr tiefen Ebene außerdem die körperliche Grundlage eines seelischen Mond-Saturn sein kann. Versagung, Verzicht, Verdrängung des Versuchs, das Sein golden anzupinseln. Bevor das Sein gegen all die produzierte Kontrolle von Bedürfnissen zurückschlägt. 

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Saturn: An die Arbeit!

satarbeitUnd wieder ein neuer atmosphärischer Schub ab heute. Das Bild von der fleißigen, stillen Kormoran-Fischerin in der Morgendämmerung (links) hängt lange schon in meinem Wohnzimmer und macht mich glücklich. Ich hatte viel Neptun- und Uranus-Theater in meinem Leben - und die Art der Stetigkeit war drum nie selbstverständlich für mich. Ich weiß auch nicht mehr, wer der Fotograf ist, es muss aber jemand mit großem Saturn und großem Neptun in einer perfekten Übereinstimmung gewesen sein.

Für mich zeigt es einen Archetyp - den weiblichen Saturn in seiner Ruhe, Energie, Selbstdisziplin und Ausdauer, die Frauen und ihre Weisheit des Tuns. Ohne je die Anbindung an diese unnennbaren Kräfte von Erde und Himmel zu verlieren, deren Brücke wir als Menschen sind. Buchstäblich. Heute ist es nun wirklich soweit: Saturn steht nachmittags auf genau 2,5 ° seines Zeichens, wo sich bis 5 ° exakt überall in jeder Zodiak-Phase über die harmonischen 12er Resonanzen die Stier-Grade befinden.

Als Trägerin eines massiven Steinbock-Saturn in 2 bin ich (wie immer) gespannt auf die Klima-Änderungen in den Phasen so eines mundanen Erd-Saturns, der nun auch noch in die Erd-Grade überwechselt. Das meint: Genug vorbereitet. Jetzt geht's wirklich los. Praktischer Arbeitsbeginn. Geh über den inneren Berg des "Ich will nicht!" oder "Nein, heute geht es wirklich gar nicht!". Dann nimm tatsächlich den Block für die Planungs-Schritte in die Hand, den Hammer, das Putztuch, die Mauersteine, das Fischernetz, die Projektunterlagen, den Organistionskalender, was auch immer. Und fang einfach an.

Und es stimmte auch - selbst meine sonst eher redseligen Feuer-Luft-Männer waren heute bereits emsig in Vorbereitung. Es ist, als hörte man es. Tu etwas Anfassbares. Rede nicht nur darüber, denn in solchen Saturn-Phasen nimmt zuviel Reden die Handlungs-Energie. Wirklichkeit ist Verwirklichung. Tat. So kommen wir langsam und Zug um Zug alle (ja, auch als Feuer-Luft-Menschen) in Übereinstimmung mit dem Saturn-Prinzip. Mit jeder Geste, Handreichung, jedem Schritt, Tun, Machen etwas mehr. Auch die Zeit ist ja letztlich nur durch Veränderung des Raumes messbar. Verändern wir also ab heute tätlich unsere inneren und äußeren Räume (das zweite hängt sowieso immer vom ersten ab), beobachten wir, was dann passiert und bewegen uns so mit Saturn in die Welt des Entschlusses und der Bestimmung, der wir Bedeutung zumessen. Diese Methode der harmonischen Obertöne kann eine sehr wirksame, erhellende, feine Zusatz-Deutung der Zeit-Qualität beinhalten - aber nur als weitere Aufschlüsselung auf dem Boden des Radix.

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2018 - Das große Ansammeln

2018m„Übrigens: Das Bergsteigen wird durch die Existenz von Bergen sehr erschwert!“ (Kalenderspruch). 

Und natürlich ist es mit Saturn ganz ähnlich. Denn auch in einem erdigen Macher-Jahr wie 2018 wird das Leben allein durch die Existenz als verwirrtes Elementarteilchen inmitten anderer Menschen mit anderen Bedürfnissen nicht plötzlich leichter. Zumal es um Bequemlichkeit gar nicht mehr geht. Vorhang auf, wir bewegen uns ins Retro-Land, ins Herz des geschmähten „Ernst des Lebens“. Ein arbeitsames, reduzierendes Klima taucht hinter Schützes endlosen Funken als Horizont des Irdischen auf.

Wirklichkeit, die immer nach den brennenden Visionen des Herzens hart wirken kann und steinig. Bis man die anstehenden Anpassungen erledigt hat. Dasein ist jetzt Tun. Denn es macht auch Sinn, dass Saturn nach vielen fehlgeschlagenen Überbrückungen durch den Extremismus abgelaufener problematischer Langsamläufer-Konstellationen nun andere Herausforderungen als energetische Initiationen mitbringt. Er passt als Hüter des transpersonalen Quadranten, der letzten Dinge also, alles eher Ungeformte praktisch an die Notwendigkeiten des Schicksals an. Oder: Bereitet den Stoff auf, für die Zeit.

2018 kann man nicht verstehen, ohne Saturn und Pluto in ihrem Zubinde-Prozess seit der Rezeption zu begreifen. Wie das abläuft und wo Korrekturen individuell und überpersönlich nötig sind, können wir in den nächsten Jahren als Teilnehmende des "erzieherischen" Freilandversuchs zwischen Schützer der Zeit und Form und Kontrolleur der Ethik gut beobachten. Und einordnen. Und verstehen. Denn jetzt laufen Ergebnisse ein. Ursache-Wirkungs-Gefüge zeigen sich jeden Tag - aber Saturn bringt 2018 auch die sofortige Chance, nachträglich zu korrigieren.

0zeitAllerdings nur da, wo man auch bereit ist, sich dauerhaft einzusetzen und seine Seele mit in die Waagschale zu werfen, sowie die Konzepte anzupassen. Dann bekommt das Leben wieder Kontur, wo es Konturen verlor - und zwar absehbar solche, die man selbst einarbeitet. Das ist die beste Nachricht für 2018. Saturn macht übersichtlich, straft kleine Sünden sofort und große nach deren Ansammlungen. Es könnte massive Verschärfungen (z.B. von Gesetzen, Regeln, Rechten) oder Forderungen danach geben. Aber dies ist nur ein erster Überblick über die astrologische "Grundstimmung" - die Besprechung der einzelnen Aspekte (wie Jupiter Sextil Pluto und Lilith und Trigon Neptun und Chiron) folgt in den nächsten Tagen. 

Die Jupiter- und Chiron-Aspekte der Heilung durch große Mühen (die auch neue Heilweisen und -mittel für 2018 bringen können), sind auffällig. Sie weichen Saturns Bestehen auf Klarheit dessen, was man will, etwas auf, und auch Plutos Unbarnherzigkeit des Ausmerzens von Unfertigem im Steinbock. Aber man kann selbst viel daran tun, dass es nachhaltige, bessere Zeiten werden - und sich von angeblichen mittelalterlichen Prognosen für dieses Jahr nicht vor dem Üben der Wirklichkeit irre machen lassen. Mit Geduld und Mut, Unnötiges radikal abzuwerfen, liegt man richtig. Gesellschaftliche Transformation, wie sie Steinbock auch  bestimmt mit Pluto, fängt seelisch an. Welchem Ziel dient das? Dazu kommt Saturns Lieblingsfrage und unsere hoffentlich für einige Monate auch. Denn sie zeigt Wirkung - weniger Gerede, weniger positive Gedanken, die doch nur als theoretische Absicht im Geist steckenbleiben oder nicht verwirklichte Möglichkeiten, die dann doch nicht passten. Und nein, auch diesmal sagt nicht auf einmal einer am Himmel: Es werde Licht! Außer man zündet es selbst an. Innen und außen - da Pluto und Saturn auch zur Umsetzung seelischer Wandlungen einladen. Nun, im „Venusjahr 2018“ (das im März dann beginnt, was immer der 100jährige Kalender damit überhaupt sagen will) stehen mit Uranus hierzulande zu Neujahr im 7. Feld nämlich a) keineswegs auf einmal Liebe und Frieden im Vordergrund, sondern b) eher Arbeit an einer dringend nötigen Balance und c) muss jetzt leider im Steinbock von Saturn und Pluto das aufgeräumt werden, was zuvor zu so sonderbaren Zuständen führte wie einer völligen Konfusion über Fakt und Fiktionen.

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12 Fragen für 12 Nächte

Diese stille Zeit ist groß. Wir betreten wieder den Raum jenseits der Räume und Zeiten, die leuchtenden Rauhnächte. Darum noch einmal der praktische astrologische Leitfaden für die magische Phase, in der 12 Träume regieren, Archetypen des Kollektiven. Da die Sonne zu Weihnachten das Saturnische und seinen Formen-Kosmos beleuchtet, als Einstieg in den überpersönlichen Quadranten und 2017 mit Steinbock-Saturn um ein Vielfaches bedeutsamer, öffnet sich jetzt überall klar die Botschaft des Transpersonalen. Das letzte Viertel des Kreises, die Themen "nach der Zeit".

Es steigt die Gegenwelt des Neptun ins Bewusstsein, mit Sehnen, Suchen und Sucht nach Fülle, inmitten einer Leere, die unpersönlicher nicht sein könnte, weshalb wir sie umso persönlicher nehmen. Selten haben wir einen so starken Sinn für Neptuns Zauber wie zwischen den Jahren: Für das Paralleluniversum der Empfindungen, wie sie sich sonst speziell Menschen mit besetzten Wasser-Zeichen, -Häusern oder persönlichen Aspekten zu Mond, Pluto und Neptun klar, direkt und nah zeigen. Nun betreten wir zusammen das Land, wo sich die Tore zum Dunkel öffnen, um Licht zu gebären. In diesem Jahr läuft Mars während der Nächte auf Jupiter zu. 2016 ging er auf Neptun. Aspekte, die verführen, die Wirklichkeit mit Vision, Illusion oder Traum zu überlagern. Wo man aber weiß, dass man das tut und es als spezielle Symbolik der Entwicklung begreift, ist das gut so. Falls man bereit ist, eine Weile den Über-Input von Facebook, Twitter oder dem Internet auszuschalten, das sonst viele Kanäle verstopft, kann die Zeit zur Offenbarung seelischer Prozesse werden.

In den Rauhnächten steht das Jahr still und wartet darauf, welche Zeichen und Impulse wir als Imprints zwischen Gedanke und Tat setzen. Hier bewegt sich durch Saturns Tor in die Zeit Neptunisches in die sichtbare Welt. Er wird Geburtshelfer für das sonst nicht Sagbare. Wir schließen unseren alten Jahres-Zyklus persönlich ab, während in der Grauzone zwischen Unter- und Oberwelten eine neue zeitliche Entwicklung beginnt. Wer still sein kann, wird die Wellen im Strom "seiner" Zeit rauschen hören und die Magie dessen betrachten, was sich uns zwischen letzten und im nächsten Jahr bereitstellt. Das Damals trifft das Heute und Morgen und die Ausdrucksformen unserer Horoskope zeigen ihre großen Linien. 

"Wir befinden uns im Jahreslauf in der Zeit der größten Dunkelheit, die Zeit der Wintersonnenwende. Auch vor dem Auftreten des Christus hatte diese Epoche eine große Bedeutung: Die Geburt der Sonne. Eine Zeit des Wandels. Der Kampf zwischen Dunkelheit und Licht. Die Geburt des Christus ist also als Fest in die Zeit der Sonnengeburt gelegt, und so verbinden sich alte und neue Mysterien." (Sebastian Elsaesser via YogaWiki)

Astrologisch kann man in und mit dieser Phase besonders gut experimentieren:

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12 Wege des Steinbock-Saturn

Saturn18Es ist vollbracht, seit 5.48 h MEZ befindet sich Saturn kurz vor der Wintersonnenwende nun erstmal seit 1988 wieder auf 0° in seinem eigenen Zeichen, Steinbock. Man spürt die Erd-Energie draußen buchstäblich anders - die Sinneseindrücke scheinen klarer und wirklicher. Das wird noch zunehmen in den kommenden Tagen, denn Saturn in uns und der Welt wird ja mit der Zeit immer stärker. Die Körper erfinden die Schwerkraft neu.

Nun geht es um Erdung, Nachhaltigkeit, Richtung, alles, was Substanz hat und sich konkretisieren soll. Durch Strukturen, die zurückgewonnen werden müssen. Für viele war es bereits ein fordernder, ernster Tag, mit einem schwerwiegenden Klima. Als erstes kleines Memo für den persönlichen Umgang mit der zusammenziehenden, kristallisierenden Kraft des irdisch bedeutsamen Saturn hier 12 Vergleiche mit dem eigenen Horoskop. Wie vertragen sich die unterschiedlichen Zeichenstände mit dem Herrscher der drei Zeiten, der Kausalitäten, also die Macht von Ursache-Wirkung, wieder an die Oberfläche des Bewusstseins holt? Saturns Stufenweg im Kontakt zum gesamten Team des Tierkreises gilt in der "Übersetzung" dessen, was er verwirklichen soll, auch für die entsprechenden Themen der Häuser im Horoskop, in denen er sich nun individuell  aufhält: 

mindmapSteinbock-Saturn und Widder-Planeten (oder in 1): Geh langsamer, aber geh unbedingt auch tiefer! Steinbock-Saturn verträgt sich mit Widders Schnelligkeit und absolutem Durchsetzungswillen ohne Blick auf das Ergebnis ja spontan nicht wirklich gut. Darum wirkt er nun bei Quadraten zum Radix-Feuer aber genau darum auch als sehr, sehr notwendiger und umsichtiger Bremser. Sprich: Wer trotzdem weiter auf die Tube drückt, wo es eigentlich Saturns weise und entschleunigende Salami-Taktiken braucht, wird möglicherweise erst mal noch mehr blockiert. Geschicktes Mittel: Jetzt selbst früh genug alles Wichtige, was ein konstruktives Ergebnis haben soll, unbedingt verlangsamen. Wer das schon bei den ersten kleinen Blockaden tut, lernt seine Saturn-Lektion leichter. Danach zeigt sich auch, wieso Mars in Saturns Zeichen erhöht steht - zusammen versetzten sie nämlich Berge. Klar, die Stückelungen werden sich mühevoller als sonst anfühlen, aber schlußendlich vermutlich sehr erfolgreich sein!. Bei allen "Ich-Will-aber!" Prozessen der eigenen Widder-Faktoren folgt nun viel schneller ein merkbaren Stop. Nur an den Stellen, wo noch die  Voraussetzungen für umsetzbare Handlungen fehlen. Alles zum eigenen Besten also. Wer das nicht sieht, dem setzt Saturn als Signal ein Brett vor den Kopf oder eine Mauer vor den Antrieb. Was bedeutet, doch bitte in Zukunft lieber etwas gründlicher, organisierter, zielorientierter und klarer in Bezug auf Ergebnisse vorzugehen. Die Vorteile der Langsamkeit kann man nämlich lernen, mit mehr Geduld (Saturns Paradedisziplin). 

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Achtung, fertig und nicht springen!

decembermoonEs brennt und brodelt, zischt und knallt jetzt noch mal energetisch mit dem extrem "heißen" Neumond (Montag früh, 7.30 h MEZ), bis man ihn vor lauter flammender, innerer Bewegung hin zu den Startlöchern des nächsten Reflexes kaum noch sieht. Achtung, fertig - und Pause. Bitte nicht sofort wieder springen! Seit Saturn im Schützen (der auch für Übertreibung und große Anspruchshaltung steht) laufen wir sowieso schon in zu großen Schuhen und holen uns Blasen. Denn Saturn prägt ja massiv das Klima der Zeit, deren Tür er astrologisch geöffnet hält. Vor jedem seiner großer Wechsel aber wirft die letzte spezielle Mond-Phase noch einmal ein Schlaglicht darauf, was wir im Zeichen erlebt haben, das er verlässt. Auch die auslaufenden Schütze-Themen beschreiben jetzt im Neumond-Radix letztlich bis an den Siedepunkt, was bald nüchterner zu überwinden ist und worauf wir uns besser freiwillig selbstdiszipliniert einstellen, wenn wir uns keine unangenehmen Lektionen abholen wollen.

1astrowetter

Aber dieses kleine Feuerwerk vorm Übergang jetzt ist auch tragbar, weil es sich ab 20.12. beim nach Hause kommenden Saturn relativ schnell von selbst erledigt. Falls wir nicht weiter darauf beharren, dass jetzt unsere hochkochende Energie aber endlich mal "greifen" muss. Was allzu hell auflodert, schon morgen, wenn Sonne und Mond zusammenstehen, sind nur die inzwischen gewohnten Flammen für und gegen eigentlich alles. Die vielen Trends, die sich noch mal kurzschließen, denen man ja nicht wirklich entfliehen konnte, auch wenn man es so gern gewollt hätte. Das Besserwissen. Das Bestwissen.

Ich, du, er, sie, es  - alle plötzlich superwichtig. Nach vorn, nach vorn, noch vor jeder Verarbeitung des Geschehenen. Was für ein Wahn. Wir entwickelten bei Saturn im Schützen Göttlichkeiten, mehr Anschauungen und hörten seltener zu denn je. Nun, mit umwerfenden 6 Feuer-Faktoren (5 im Schützen selbst mit Saturn als "Schließer" und Uranus im Widder), drei Wasser-Planeten (plus Chiron), Pluto und Lilith in Erde, aber 0 (in Zahlen: NULL) im Luft-Element wird dieser Mond zum starken Symbol dafür, dass die Welt ohne die vom Über-Feuer ausgebrannten, fehlenden Hierarchien des Saturn fast den Verstand verloren hätte. Wo Luft fehlt, fehlt auch Merkur (Saturns Spiegel-Planet) als Mediator. Daran haben wir uns gewöhnt, weshalb der kosmische alte Ordner nun beschneiden muss, was nicht funktioniert hat. Wo wir es nicht selbst für uns tun (was ratsam ist), tut er es für uns und darum ist jeder Schmerz, jede Blockade, jedes Hindernis, das er bringt, nur eine sinnvolle, weil nötige Korrektur. Etwas war ausgeufert (wir wissen selbst gut, wo es uns traf und wir mitspielten). Etwas wird ausgeglichen. Darauf kann man sich verlassen.

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Mein Lügendetektor, mein Gedicht

000wahrheitLeben mit Merkur-Neptun? Ehrlich gesagt - auch nicht so einfach. Gerade läuft Merkur, der Faktengott, ja wieder "rückwärts", ins Quadrat zum Neptun, dem Herrn über Wahrheit und Lüge. Und schon überzieht sich die Welt erneut mit dieser schlammig-brüchigen Schicht von Unsagbarkeiten. Wie Schnee oder auf Eis laufen. Andererseits fühlt es sich auch manchmal an wie Poesie (nur nicht, wenn wir jetzt versuchen, knallharte Logistik aufzurufen), denn es jagen sich die Parellel-Wahrnehmungen, die nicht mehr richtig zuzuordnen sind, unbeantwortete Fragen, Unausgesprochenes, das man nur spürt.

Dieses bekannte Wispern, die Ahnungen und Verneinungen, die wir Träger der Aspekte zwischen den Prinzipien-Varianten 3, 6 und 12 so gut kennen, seit wir Kinder sind. Aschenputtel waren, den gläsernen Schuh immer noch suchen, finden, zerbrechen, träumen. Warst du das? Ich? Nein! Nie! Lügst du auch nicht? Wenn ich es dir sage, ich schwörs bei meinem Leben.

2starfreeDie Wahrheit war ja immer ein riesiger, fantastischer Topos in unseren kleinen, fantasieüberfüllten Leben, und auch ihr Gegenteil. Lüg nicht. Wir lebten lange in Scheinwelten und identifizieren sie darum nun bei euch anderen blind, zielsicher, (oder irren uns dabei manchmal völlig). Wir stehen dazu, denn wir haben heute noch Schwimmhäute zwischen den wichtig-wichtigen Zellen der Hirnrinde, wo andere knallende Schubladen mit Wissenssammlungen besitzen. Wir erfinden im Denken so gern und spielerisch das Dasein neu und wenn uns einer erzählt, dass der Himmel rot ist, können wir das sofort sehen, wissen aber, dass wir es nicht glauben müssen, wo die Denker, die Visionäre, schon mit Beweisen, Erörtern und Wirklichkeitsbauen loslegen. Was für seltsame Bewohner dieser Erde das sind, sagen wir uns dann, spüren wir dann.

Wir sehen und gehen vorüber und verwickeln uns dazwischen heillos in den Fallen unseres so anders funktionierenden Verstandes, der leider gar nicht funktioniert, wie es Merkur soll, sondern fließt. Und fließt. Das merkt man manchmal auch an unserer Sprache, wo jeder Stein, den man uns in den Weg wirft, eine Stockung macht, Morast, um dann wieder zaubernde Bilder zu malen. Wir reden im Schlaf. Neptun übernimmt bei Leuten wie uns die Überschwemmung unserer Köpfe mit Träumen. Aber auch umgekehrt läuft ja ständig ein Protokollant im Inneren mit: Ein eingebauter Lügendetektor wie unserer ist bei verwirrenden Umständen auch nicht wirklich immer ein Segen. Manchmal möchte man mit Merkur-Neptun den Kopf auch einfach in die Tiefkühltruhe stecken und erst dann wieder rausholen, wenn sich die Faktenlage endlich geordnet hat. Wenn dieser Radar, auf den wir bewusst keinen Zugriff haben und der uns ständig mit Wahrnehmung belästigt, mal kurz in Ferien ist. Also nie. Immer ist Bewusstsein, und zwar viel. Merkur-Neptun ist alles und nichts, mein Lügendetektor, meine Unwahrheit, mein Gedicht gegen die harten Fakten.

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Ein guter Grund, das Leiden zu lieben

0000leid108„Wir werden durch Werbung irregeführt, wo Menschen in Outfits, die zu ihren Meditationskissen passen, selig aussehen.“ (Pema Chödrön, via Lions Roar).

Wir haben sie alle, aber wir wissen nicht, wie es sich für andere anfühlt: Schmerz und Schmerzen. Etwas, was gerade in diesem "untröstlichen" Jahr des Saturn-Chiron-Quadrats (heute um 22.55 h treffen sich die beiden im Clinch endlich letztmalig) auch für viele chronische Positiv-Denker unabweisbar war. Ein Leid, das wir besonders mit eigenen intensiven Horoskop-Kontakten von Chiron zu Saturn, Pluto oder Neptun stark mit-fühlen können.

Leid und Leiden aber sind ja Teile des Lebens, allgegenwärtig, immer. Sie werden auch nicht nur da auftreten, wo astrologische Trigger sich zu bestimmten Zeiten häufen. Alles, was nicht glatt läuft (Saturn), war, ist und bleibt im Kopf ein ewiges Hindernis. Wobei es aber wie in diesen Phasen jetzt, mit Fische-Chiron, schlimmer wehtun kann als sonst. Denn wir sind durchlässiger denn je. Leid ist daher auch immer eine Chance zum Wachsen. Eine Brücke zu anderen, aber genauso oft auch trennend und schwierig. Weil einen Schmerz meist ins Subjektive treibt. Man weiß zwar sehr gut, dass es auch anderen genauso schlecht gehen könnte. Aber letztlich ist Weh zwar mitteilbar, aber nicht richtig teilbar.

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Bei Saturn-Chiron ist es besonders gut zu merken: Alles, was wehtut, verengt den Fokus zuerst auf "meinen Schmerz". Im Zodiak sind die Schlüssel zum Leidens-Kreislauf ganz "natürlich" Anfang und Ende - das letzte und erste Zeichen: Fische geht nach Widder über, Vergänglichkeit ins Leben und umgekehrt.

Das schmerzt beides. Da wären wir also, jeder mit einem Schmerzkörper, der im Mars-Neptun steckt. Mars (etwas verletzt mich, das anders will als ich - aber gern auch die Selbstverwundung), der Antrieb als Spiegel des Gewährenlassens, des Erlebens im Neptun jenseits der kosmischen Spalte: Wo Täter, da auch Opfer. Wo Tun, da Lassen. Und wer nie geübt hat, im Leid, das wir ja täglich im Mauern des Lebens gegen das Ego feststellen, Mitgefühl zu entwickeln, verpasst vielleicht die größte Chance zu reifen. Auch die Splendid Isolation der verbissenen Selbstverbesserung ist da keine große Hilfe. Weil man sich auch damit leicht von anderen abtrennt - und dann gerät man leicht in die Fallen des spirituellen Materialismus, der das Paradies sucht:

"Wir können denken, dass es bei Meditation und dem spirituellen Weg darum ginge, die Schwierigkeiten deines Lebens zu überwinden und diesen einfach nur tollen Ort zu finden. Aber das hilft dir nicht sehr, denn das bringt dich bloß dazu, ständig enttäuscht von dem zu sein, was den ganzen Tag lang beim Frühstück, Mittag- und Abendessen passiert." (Pema Chödrön, via Lions Roar)

In einem Wort: Leid. Es ist überall und entsteht aus dem Nicht-Haben, Lieber-Wollen, Verloren-Geben, Ablehnen, Wünschen und vielen GEDANKEN besonders häufig und sicher. Minute um Minute, während durch unsere gut gemeinten, weißen Träume mit ihren Klischees von Liebe und Licht das Bestehen auf Glück problematischer, weil dogmatischer wird. Weshalb einem die Abwesenheit des inneren oder äußeren Reichtums noch schmerzlicher auffällt. Nein, das Leben ist kein Ponyhof, auch wenn sich Venus mit ihren glänzenden Bildchen von Sicherheit (Stier) und Liebe (Waage) die Einhörner zurück wünscht. Ihre Visionen gehen mit Jupiter lieber ans Licht als in die innere Dunkelheit. Ein Gegenpart zur dominanten Saturn-Chiron-Phase. Jener Untröstlichkeit, die uns das Untröstliche des Daseins wunderbar vor Augen führte. Wir alle empfinden Schmerz und rasen durchs Feld gedachter Defizite, wo wir Abwesenheit dauerhaften Glücks zum unnatürlichen Mangel erklären. In Wahrheit ist es so: Du bist wie ich. Wenn ich dich tröste, tröste ich uns beide.

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Wer jetzt kein Haus hat...

autumnWenn sich in Gedichten das Horoskop des Autors in anderen Worten erfindet: Es wurde Herbst 1902, Rainer Maria Rilke hatte Saturn Trigon Pluto und noch dazu Saturn auch eng in einem Quadrat zum Widder-Chiron laufen. Eine Begegnung des Herrn der Dauer mit dem Herrscher des Schmerzes, die wir oft auch "die Untröstlichkeit" nennen. Er war jung, wegen eines Arbeitsprojekts in Paris getrennt von seiner Frau und vermisste sie offenbar sehr. Und dann entstand bei ihm, wie so oft, die Kunst aus dem Leid. Das Gedicht "Herbsttag" ist eins seiner schönsten und eindringlichsten.

Wie Musik oder eine zarte Spiegelung auf einem tiefen Fluss wandert hier jemand durch den Anbruch der düsteren Zeit des Jahres. In Bildern, die vom Übergang des prallen Seins in die Vergänglichkeit der Materie handeln und Rilkes sehnsuchtsvollen Neptun auf 0° Stier in 8 am eindrucksvollsten ausdrücken, der ja an sich schon alles Stoffliche transzendiert und in Träumen auflösen muss.

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Rilke hat als Wintergeburt ohnehin diese Anbindung an alles Endliche, an Werden und Vergehen - sein Skorpion-Jupiter und Skorpion-Merkur finden sich darum vielleicht auch schon in den ersten Zeilen, unter dem neptunischen Stempel, wo das Seelische die Verwurzelungen in allem massiv auswäscht.

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Freitag, 19. Januar 2018

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