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Kurt Felix: Langer Kampf um ein Glück

Er hat es nicht geschafft. Aber irgendwie doch. KURT FELIX ist tot. Glücklich gestorben, sagt seine Frau. Ein Widder-Kämpfer vor dem Herrn, an den er doch nie so recht geglaubt hatte. Pragmatisch und bescheiden, wie Felix nun mal war. Mit fünf Erd-Planeten, außer dem Feuer-Neumond plus Venus, unter denen er geboren wurde. Ein Steinbock-Mars. Bestimmend, aber sprödig-klar. So anders, viel un-glamouröser, als ein Showmaster eigentlich sein sollte. Wenn er Fans haben will, jedenfalls. Und Anerkennung. Kurt Felix bekam all das trotzdem. 

Eigentlich gab es ihn ja seit über 30 Jahren auch gar nicht allein. Er war nur die eine Hälfte des Doppelpacks. Die andere, sein Ein und Alles, eine Waage-Frau, PAOLA. Zwei, die in ihrer manchmal schwer erträglichen Lebens-Liebe denen, die es zusammen eher nicht so nett hatten, zeigten, was die ganze Achse Widder-Waage ausmacht. Die beider Sonnen- und Venus-Positionen wie eine Brücke über den Tierkreis spannten. Paola bleibt jetzt übrig. Zusammen waren sie eine Marke. Etwas wie die stark verlangsamte Schweizer Version von "Brangelina". Das Traumpaar zwischen Schlager, Schmelz und "Verstehen Sie Spaß", das sie so lange zusammen moderierten. Sie lieferte mit Sonne-Neptun den Traum, er das Paar dazu.

Neumond-Menschen suchen ja oft die große Liebe. Kurz Felix hatte sie gefunden. Ohne Paola, meinte er eine Weile vor seinem Tod, hätte er das alles nie ertragen. Ohne die ganze Zeit davor und dann auch mitten drin im Elend. Mit ihren hellen, lichten, glänzenden Erinnerungen und Momenten. Was die beiden zusammen auf die Beine stellten, war lebenslang ein Phänomen. Ein sehr stilles, merkwürdiges Liebes-Ereignis. Ein fast hermetischer Venus-Mars-Kokon. Er Mann, sie Frau. Auch wenn man bei so viel Erd-Beimengung (Paolas Merkur-Saturn in Jungfrau, die sich mit seinem Stier-Stellium traf) nie ganz begriff, woher das kam. Wo geht's denn hier eigentlich zur Leidenschaft? Das fragten sich viele. Aber das Konzept Glück zog.

Dieses unprätentiöse, fast trotzige "Wir haben uns eben lieb! Und wir haben es schön!" In Blicken über ein Bilderbuch-Städtchen, in einem Bilderbuch-Haus. Bilderbuch-Sein im Sein. Selbst dann, als längst anderes im TV modern wurde als Blue-Bayou-Gesäusel. Selbst, als die Krankheit dann kam. Völlig aus dem Rahmen gefallen, die beiden. Ein bisschen trutschig. Ein bisschen nervig mit all dem Gerede von Glück. Gerade, als Kurt, der Widder, um's Überleben kämpfte, ging er davon nicht ab. Er er. Sie sie. Zusammen das ganze Leben. Seit einiger Zeit standen die beiden - jeder von der jeweils anderen Seite des Zodiak aus - heftig unter den Transiten von Uranus und Pluto. Beide ein Stellium in und noch vor dem Überlauf. Er hat es nicht geschafft. Sie muss jetzt allein klarkommen. Ohne die andere Hälfte von Waage-Widder und der Welt.

Das kann doch alles gar nicht echt sein, dachte man sich häufig. War es aber doch. Spätestens seit einer TV-Dokumentation weiß man das, bei der ein Filmer namens Eric Bergkraut sich für das Schweizer Fernsehen aufmachte, um die dunklen Ecken der Idylle Felix & Felix auszuleuchten. Es wurde eine Reise zu allen vermuteten Nord- und Südpolen der Liebe. Wobei leider ein Zentrum dunkler Mächte nicht feststellbar war. Bergkraut kam völlig platt zurück. Denn sie waren wirklich so. Beide. Herzensgut miteinander. Immer noch entzückt von ihrem Glück sich zu haben. Ein Kurt und eine Paola. Ein Mars und eine Venus. Dankbar. Und unglaublich rührend, in manchen Szenen. Er - schon hart gezeichnet von den Jahren seit seiner Krebsdiagnose 2003, als Neptun ins Quadrat zu Jupiter-Saturn im Stier lief und Uranus auf Fische-Merkur zu. Denen weitere Jahre von Pluto im Quadrat zu Venus-Sonne bei beiden folgte, worauf Uranus nach lief. 

Wie er sich so freut, dass sie sich so freut, dass er von Zuhause aus, in all dem Schöner-Wohnen-Schleiflack, den Super-Waage Paola vermutlich anschaffte, ihrem Fernseh-Geburtstag zugeschaltet wird. Wie sie sich so freut, als sie sieht, dass er sich so freut. All das ist echt. Auch die Blumengebinde und schöne Kunst, die sich überall tummelt. Kein Talmi, wie über Jahre die Felix&Felix-Kritiker behaupteten. Kamera an: Freundlich. Kamera aus: Freundlich. Ton an: Glücklich. Ton aus: Glücklich. Der Filmer mochte es nicht fassen, dass den einzigen Skandal, der bei Felixens zuhause entdeckbar war, das Führerstand-Video einer Eisenbahn-Fahrt darstellt. Selbst gedreht. Von Kurt Felix. Darin ein paar düster-schwarze Tunnel-Szenen. Lokomotiv-Produzent Felix hat sich dieses Video eine Milliarde Mal im Keller selbst angeschaut. So schön fand er das. Viele Erd-Faktoren im Geburts-Chart machen eben etwas eigen. Und genau so bescheiden und unzweideutig, wie stofflich Anfassbares nun mal ist. Vielleicht ging es ja darum: Um die Freude, auf Schienen zu fahren. In Sicherheit zu sein. Einmal haben seine Großeltern, als er noch ganz klein war, seine Spielzeug-Eisenbahn verkauft. Ob das prägt? Natürlich. 

Unter Umständen haben sie ja sogar beide einen Jungfrau-Aszendenten. Kurt Felix und seine Paola, geborene Del Medico. Das Cleane, das Reine, das Saubere, das ihr Leben, dieses Gesamtkunstwerk, ausstrahlte, ist aus dem Fernsehen, das sie so liebten und unbedingt gestalten wollten, seit Jahrzehnten verschwunden. Auch der einfache Witz des noch einfacheren Urgesteins "Verstehen Sie Spaß". Seit Pluto im Schützen muss alles zischen, knallen und rummsen. So gesehen war ein Kurt Felix auch der letzte der Mohikaner, die mit Dalli-Dalli von Hans Rosenthal begannen unterzugehen. Männer, bei denen ein Luftsprung und ein "Das war Spitze!" noch genügte, um deutsche Massen zum Toben zu bringen. Auch wenn sie nicht unbedingt den lustigsten aller Jupiter im Geburts-Horoskop hatten.

Möglicherweise war er ja eben darum so. Kurt Felix, der aufrechte Widder mit seinem zielbewussten Steinbock-Mars, der - wie viele gar nicht wissen - keine einfache Kindheit und Jugend hinter sich hatte. Astrologen ahnen natürlich, dass kein Widder dieser Welt, der den Alltag als Kampf begreifen wird und muss, ohne größere Blessuren aufwächst. Dieser hier hatte eine Mutter, die sich von einer Brücke stürzen wollte, wurde zu seinen Großeltern verfrachtet, kam zu Pflegeeltern, rannte von dort weg. War vom allerersten Tag an fasziniert vom Fernsehen. Bohrte sich dort ein. Er hat gekämpft wie ein Widder und er ist gewesen wie ein Widder. Auch wenn man das dem Kurt Felix, der so gern Spaß verstehen und übermitteln wollte, später kaum noch ansah. Immer strahlte er. Und sie auch.

Dass die letzten Jahre ein langer, langer und vermutlich auch ziemlich harter Kampf waren, ging auch niemand wirklich etwas an. Denn es gab ja das Glück. Es gab ja die vielen Jahrzehnte Erfüllung. Es gab das Wissen, dass alles "trotzdem" Freude ist. Und es gab Paola. Kurt Felix Frau, die nun bleibt, wo es sehr leer ist. Am anderen Ende der Achse Widder-Waage. Mit einem Sonne-Uranus-Quadrat im Radix, bei dem sich Menschen oft von dem trennen müssen, was sie so gern behalten wollen. Unter Uranus und Pluto, die nun das Quadrat berühren. Für die, die bleiben, ist es immer schwerer als für die, die gehen. Ihre Herzensliebe hat es geschafft. Er sei glücklich gegangen, sagt sie. Viel Glück und Segen, Paola. Und danke für alles, Kurt Felix. Weniger für die Fernseh-Geschichten. Die hatten ihre Zeit, sind aber lange vorbei.

Aber für die Erkenntnis, dass eben manchmal - bei aller Fraglichkeit von Klischees - doch echt sein kann, was viel zu unangreifbar schön aussieht, um wirklich und wahrhaftig wahr zu sein. Zuallererst die Liebe. Die vielleicht nur ein Widder mit einer Waage so deutlich und liebenswert und beharrlich leben kann.


 Zum Weiter-Sehen: Dokumentation "Felix & Felix" über Kurt und Paola Felix im Schweizer Fernsehen

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