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Buntes

Neues vom Weltuntergang

In knapp 90 Tagen ist es soweit und langsam steigt die Spannung. Zumindest bei denen, die seit Jahren den Weltuntergang am 21. Dezember 2012 prognostizieren. Eigentlich beziehen sich diese Untergangspropheten ja gerne mal auf "die Sterne", aber da diesmal beim besten Willen und auch mit schlechtesten Absichten nichts Katastrophales am Himmel zu sehen ist, greift man etwas tiefer in die kosmische Trickkiste.

Unsere Sonne (und wir mit ihr) soll nämlich die Ekliptik der Milchstraße kreuzen. Genau am 21. Dezember. Dazu muss man wissen, dass unsere Galaxis in gewisser Weise tatsächlich eine Scheibe ist. Allerdings ist diese Scheibe ungefähr 5000 Lichtjahre "dick".  Wenn man bedenkt, das ein  Lichtjahr ca. 9,5 Billionen Kilometer „lang“ ist (das entspricht ungefähr der 66 tausendfachen Entfernung zwischen Erde und Sonne), dann ist das ziemlich dick. Und da die Ränder auch noch „ausgefranst“ sind, kann man nur schwer sagen, wo sie denn nun genau anfängt oder aufhört.

Kurz und gut: ist schwierig, weiß eigentlich keiner so genau. Auch nicht die alten Mayas, denen jetzt unterstellt wird, sie hätten einfach mit ihrer Kalenderrechnung aufgehört, weil es nach dem 21. Dezember sowieso  kein „Morgen“ mehr geben wird. Nun, die können sich heute nicht mehr wehren, dafür aber die Astronomen.

Die haben nämlich berechnet, dass dieser Übergang schon vor einiger Zeit stattgefunden hat. Ungefähr vor 1,5 Millionen Jahren. Und vielleicht gabs da tatsächlich einen Effekt, denn unser Urahn, der Homo Erectus, hat ungefähr damals seine Heimat Afrika verlassen und sich anderswo umgesehen. Würde also auch heute niemand groß stören, wenn es jetzt wieder so weit wäre, vor allem wir Deutsche reisen ja gerne. Allerdings soll die nächste Passage erst in 28,5 Millionen Jahren stattfinden, da haben die Propheten des Untergangs dann wohl recht: das wird niemand von uns mehr erleben.

Aber wer nix weiß hat auch meistens keine Hemmungen etwas zu erfinden. Deswegen wird uns am 21. Dezember nach Aussage der Profi-Apokalyptiker vorsichtshalber auch noch der geheimnisvolle Planet X oder Nibiru einen Besuch abstatten. Der reist angeblich auch gerne, vor allem durchs Sonnensystem und hinterlässt dabei eine Schneise der Verwüstung.  Nun könnte man sich ja vorstellen, dass in den nächsten Monaten tatsächlich ein kleiner Asteroid mit Kurs auf die Erde unterwegs ist. Völlig ausschließen kann man das nicht, nur was die Größe dieser kosmischen Kartoffel angeht, kann man sich sicher sein. Wenn er bisher noch nicht gesichtet wurde, dann liegt es höchstwahrscheinlich daran, dass er ungefähr die Größe eines Opel Corsa hat. Gut, ein paar Meter mehr könnten es schon sein, aber das war’s dann auch. Mit Planet X wird´s also auch nix. Definitiv.

Was bleibt ist der jämmerliche Rest, vor dem wir uns jeden Tag sowieso fürchten dürfen. Und in den Medien wird man schnell fündig, „only bad news are good news“. Zwei neue Sars-Fälle sind also gerade bekannt geworden, ein russisches Atom-U-Boot könnte die Barentssee verseuchen und der EU-Rettungsschirm soll auf zwei Billionen € aufgestockt werden. Und wem das noch nicht reicht - die nächste Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" wird demnächst auch mit voller Wucht in unseren Wohnzimmern aufschlagen.

Aber auch am Sternenhimmel tut sich was – in Deutschland wechselt die Sonne in den Steinbock. Am 21.12. um 12:12 h. Das ist ziemlich unheimlich. Zumal die Erde aus heliozentrischer Sicht dann auch noch in ein Trigon zu Neptun, Saturn und Venus läuft. Aber Moment mal, Trigon ist doch von alters her eigentlich etwas Gutes?  Wird also vermutlich dann nichts mit einer kräftigen Sonneneruption, die gibt’s meistens nur, wenn Jupiter, Saturn, Uranus oder Neptun in harten Aspekten mit sich selbst oder den kleineren Geschwistern stehen. Also auch aus dieser Richtung kein Ende in Sicht.

Was tun?

Einfach nochmal nachdenken. Wie wär es denn mal mit einem zeitgemäßen Untergangsspektakel?

Der kleine Curiosity rollt ja gerade gemächlich über den Mars (ein alter astrologischer Übeltäter). Und hat jetzt, zusammen mit seinen beiden Kollegen, seltsame Stein-Formationen gefunden. Eine sieht aus wie eine Pyramide (da war doch was…), auf der anderen befinden sich lauter kleine Kugeln.

Aber was wenn das gar keine Steine sind? Und der kleine Roboter bei seiner nächsten Untersuchung aus Versehen auf einen Knopf drückt? Der nur aussah wie ein Stein. Und plötzlich, unter lautem Zischen und Kawumm bebt der ganze Mars und es stellt sich heraus – der ist gar kein Planet. Sondern ein außerirdisches Raumschiff vom Planeten Nibiru mit dem Auftrag die Erde zu vernichten.

Die Jungs von Nibiru waren ihrer Zeit weit voraus und hatten bei einem ihrer zahllosen Besuche auf der Erde zu Zeiten des Homo Erectus (da haben wir die Verbindung) gleich gecheckt, dass diese Menschen mal für ziemlichen Ärger in der Galaxis sorgen werden. Aggressiv, arrogant, immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht, würden sie irgendwann mal nicht nur ihren eigenen Planeten ausbeuten, sondern auch alle anderen. Wehret den Anfängen haben sie sich gedacht und deswegen ihr Super-Zerstörer-Raumschiff als Planet getarnt. Mit dem Auftrag, solange still zu warten, bis diese ehemaligen Halbaffen dort landen und auf irgendeinen der zahllosen Knöpfe drücken. Die man absichtlich so schön drapiert hat.

Das wird meiner Berechnung nach um den 21. Oktober herum passieren (Erde steht in Opposition zu Saturn und im Quadrat zu Merkur und Venus, während Mars (also das Raumschiff) zusammen mit Pluto im Quadrat zu Uranus steht. Gaaaaanz schlecht. Naja, und weil dieses Raumschiff erst mal ein paar technische Checks machen muss, bevor es Kurs auf die Erde nimmt, kommt es also erst am 21. Dezember hier an. Und wer hat es gewusst? Richtig, die Mayas.

Dann ertönt ein großer Lautsprecher mit dem Hinweis, dass ausgerechnet da wo die Erde jetzt steht eine intergalaktische Autobahn gebaut werden muss. Und wir alle noch 2 Stunden Zeit haben, um unsere Raumschiffe zu besteigen und das Weite zu suchen. Ab hier kommt einem die Geschichte zu Recht bekannt vor, aber wer glaubt, dass das alles nur Humbug ist, sollte sich folgende Fragen stellen.

Wo genau befindet sich eigentlich der Asteroid „ArthurDent“ im Moment (den gibts wirklich), nimmt der vielleicht gerade Kurs auf die Erde? Und dann gab’s doch bei „Per Anhalter durch die Galaxis“ noch diese geheimnisvolle Antwort auf alle Fragen.
Na?? Genau - 42!!!!

Und 42 ist ja das Doppelte von 21!!
Und die Umkehrung davon ist 12!!!
Der 21.12.12 um 12:12 h!!!!

Douglas Adams hat es also immer gewusst. Kein Wunder, der Mann hatte auch eine Mars-Saturn-Neptun Konjunktion, heliozentrisch zumindest.
Es gibt also Rettung. Wenn mindestens ein Drittel der Menschheit am 21.12. einen ganzen Tag lang dieses geheime Mantra lauthals ins Universum gröhlt. Zwei-und-Vierzig. Zwei-und-Vierzig. Dazu tanzen wir dann alle den Apo-Calypso.

Dann werden die Jungs von Nibiru das Ganze live in ihre Heimat senden, als intergalaktische Casting- oder Freak-Show sozusagen. Es wird ein Quotenhit, die Erde bekommt Kultstatus und alle sind glücklich.

Ich werd morgen gleich eine Webseite starten und Kurse („Welt retten in zwei Tagen“) und DVDs („Das Geheimnis der 42“) dazu anbieten. Gegen einen geringen Unkostenbeitrag. Eine Bombenidee, die absolute Win-Win Situation. Am 22. Dezember bin ich entweder ein Held, der die Welt vor dem Untergang bewahrt hat. Oder es interessiert eh niemand mehr, was ich mit der ganzen Kohle gemacht habe. Falls es doch nicht klappt.

Also keine Panik, wir kriegen das hin, alles wird gut.

(Gedacht, getan - hier gehts zum neueröffneten Webshop)

Und wer es gerne etwas seriöser hätte liest am besten: Warten auf Godot

Bilder:
Ferengi (bearbeitet): By Kevin T (Flickr: IMGP4810) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
Opel Corsa (bearbeitet): Andrew van dellen at en.wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC-BY-SA-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], from Wikimedia Commons
Douglas Adams (bearbeitet): von michael hughes from berlin, germany (douglas adams  Uploaded by Diaa_abdelmoneim) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

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