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Dieter Pfaff: Mach's gut, Bruder Esel!

Sein Wesen ist er nie losgeworden, bei aller Legierung, genau wie seinen Dialekt. Und Dieter Pfaff, der aus dem Kohlenpott, der Riese des Reviers, muss einen starken Jupiter gehabt haben, der seine zarte Waage-Anlage mit Sonne-Neptun und Venus immer überlagert hat. Vermutlich verbunden mit dem Achs-Kreuz, wie in seinem Mittags-Horoskop. Er war der Dicke, der Bruder Esel, der Sperling, der Bloch, der jeder Rolle sein Selbst aufprägte. Seine Empfindlichkeit und seine menschliche Neugier und Liebe.

Venus steht in Fische erhöht, und deshalb ist es auch kein Wunder, dass man ihren Zeichen einen gewissen Opportunismus im Schlechten nachsagt und im Guten den Hang zur Schauspielerei, zum schönen Schein. Sicher hat sie diesen Mann mehr geprägt als vieles andere, der jetzt, unter Venus-Chiron im Trigon zu seinem Chiron im Skorpion gestorben ist, bei dem sich auch Saturn gerade aufhält. Nur im Verborgenen, Neptuns geheimer Stempel, den er Sonnen-Konjunktionen aufdrückt. Das Echte, die Wahrheit in allem finden, was irgendwie anders aussieht. Das konnte er wohl gut und das verkörperte er auch.

Und so steckte in diesem Dieter Pfaff, der andererseits radikal voller Doppel-Spannung aus fixer Standhaftigkeit (Stier-Mond Quadrat Löwe-Mars Quadrat vermutlich Skorpion-Merkur) daherkam, eine sehr feine Seele. In einem Trumm von einem Körper soviel Gespür für die sanfteren Seiten des Lebens, für Melancholie und Wunder und auch Traurigkeit. Möglicherweise braucht man dann eben diesen Stier-Mond (die Wahrscheinlichkeit ist äußerst gering, dass er bei dem Schauspieler noch im Widder stand), der das, was von all dem Gebrochenen, dem Wissen um Lüge und Selbstbetrug, übrig bleibt, genießt und sich in seinem Gefühlen verwurzelt. Nachdem er noch vor einem Monat meinte, sein Lungenkrebs sei weg und wieder arbeiten wollte, ist Dieter Pfaff nun tot. Auch das spricht für heftige Jupiter-Anteile, mit denen man sich nichts schönredet, aber schönvisioniert. 

Besonders hat er wohl zeitlebens unter dem extrem schwierigen Verhältnis zu seinem Vater gelitten. Auch das eine Frucht von Sonne-Neptun, der Väter in Lebensverläufen manchmal mental oder wirklich körperlich verschwinden lässt und eine lebenslange Suche nach dem Vorbild, dem eigenen, äußeren Leuchten in der Welt und vor allem bei Männern nach einem Zentrum anstößt, um das man kreisen kann. Da, wo Neptun steht, entwickelt sich schiere Spiritualität oder - auf einer viel groberen Ebene - ist in schlichteren Zusammenhängen einfach nichts. Vater fühlt sich dann manchmal wie eine Nebel-Maschine, eine menschliche Gummi-Wand an.Das kann ein Skorpion-Merkur mit solchen Spannungen nicht einfach stehen lassen. Er provoziert, lockt heraus, fahndet und stößt immer wieder an das Tabu des Väterlichen. Zumal, wenn wie hier, auch die Mutter, Mond, die deutlich greifbarer und physischer war, womöglich unter dem Bohren gelitten hat. Pfaff hat nicht vieldarüber geredet.

Der Vater, ein Polizist (Saturn steht in Waage erhöht und prägt über die Sonne indirekt ein Waage-Vater-Bild) starb früh mit nicht mal 60 Jahren. Wieder fort. Und letztlich folgte ihm der Sohn im eigenen Lebensverlauf nur sechs Jahre später. Die Luft zum Atmen fehlte, als Uranus und Pluto sich in Richtung auf den Waage-Cluster bewegten und damit auch alte Probleme wieder dominant ins Bewusstsein hoben. Männerbild, Vaterbild, Zentralgestirn des eigenen Lebens, fehlende Grenzen, endlose Ausweitung des Selbst, weil das Gespür mit dem Neptun da, auf der eigenen Mitte, so empfindlich war. Oft keuchte Dieter Pfaff in seinen Rollen, als befinde er sich in einem ständigen Kampf. In Waage ist es der geistige, nicht der des Körpers, der sich aber buchstäblich über das Luft-Element ausdrücken kann.

Vielleicht war er seinem Vater zu unstrukturiert, zu unordentlich - die ewige Dis-Struktur als Problem, das Sonne-Neptun Männer häufig mit ihren Vätern haben. Genauso,wie sie meist erst spät zu ihrer Berufung, ihrer Eigentlichkeit finden, eben weil die Klarheit des Männlichen im tiefen Kern so ganz fehlt. Wenn aber einmal etwas da ist, dann kommt es mit Macht und hat - neptunisch - sogar vielfach eine fast heiligende Reinigungs-Wirkung auf solche Menschen, die lange in ihrer Echtheit im Versteck leben müssen. Auch bei Dieter Pfaff, der zuerst Lehrer werden wollte (wieder ein Jupiter-Thema), was ihn aber mit ziemlicher Sicherheit früh in den inneren Ruin getrieben hätte, tauchte sein Thema, die Mitte seines Daseins-Kreises, erst nach einigen Versuchen auf. Aber als es einmal da war, das Gestirn, konnte Neptun an und in ihm eine ganz andere Art von Zauber entfalten. Jeder spürte, wenn er spielte, die Übersensibilität im Mentalen, nicht Emotionalen. Jeder sah es ja, in diesem Blick, die Feinheit und Wehmut, die manchmal aufleuchtete, als würde dieser dicke Mann mit der körperlichen Überpräsenz auf einmal ganz leicht, ganz schnell, ganz durchlässig über den Boden eines fremden Planeten schweben, von dem er eigentlich stammte.

Sonne-Neptun fehlt meist auch der Stallgeruch, der ihn wirklich zugehörig macht in der Gesellschaft der Gleichen. Eine Wunde, wenn man mit so viel Waage und Venus und dazu noch Stier doch eigentlich die Sicherheit eines Verbandes, des klaren Platzes irgendwo, ganz nötig braucht. Ideen und gemeinsame Ansätze austauschen muss und will. Aber Chiron im Skorpion kann endlos und endgültig leiden und das Existenzielle in der eigenen Verletzung in die Denk-Bereiche übertragen und dort systematisieren und so überleben (Merkur vermutlich im selben Zeichen, da Pfaff eine große Liebe zur Psychologie hegte). Das spürten alle, die ihn sahen in seinen Rollen, wie tief er sich auseinander gesetzt hatte, wie sehr er seine Variante vom Sein einbrachte in diese künstliche Welt.

Als Saturn, der Härten anzeigt und Kristallisierungs-Prozesse, sein schwieriges Quadrat überlief, muss der Krebs ausgebrochen sein. Nun, auf dem Chiron, hämmert gerade der auch dauerhafte Heilung ein. Manchmal geht das nur über Tode, so böse es klingen mag. Vielen Dank jedenfalls für viele wunderbare Charaktere, die nur so sein konnten, weil einer sie empfand, der ein menschliches, mentales Chamäleon war. Leicht in der Schwere und schwer in der Leichtigkeit. Der das, was er darstellte, immer auch selbst erlebt hatte. Die Wunden und Wunder und das große Fehlen in einer Welt, die nie so ist, wie Neptun-Sonne es in sich spürt. Und gerade darum so kostbar. Die Guten sterben oft zu früh. Mach's gut, Bruder Esel, bis zum nächsten Leben!

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