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Come to the dark side - We have cookies

Plädoyer für die andere Seite des Neptun

Seien wir mal ehrlich: Es ist ja beileibe nicht so, dass Neptun nur das zuckersüße Streichquartett über den Fleischtheken des Lebens wäre. Der Planet, der Schönes, Gutes, Wahres symbolisiert und dem Dasein endlich seine überfällige Heiligkeit zurückgibt. Mit dem Häppchen angenehmer Verrücktheit gratis, wie es so oft in den letzten Monaten geradezu herbeigebetet wurde. Verschmelzung, Transzendenz, göttliche Sehnsucht? Kann sein. Aber genauso häufig eben nicht. Neptun zuhause heisst auch: Come to the dark side - we have cookies. 

Wovon reden die denn? Ok, jetzt es ist raus: Wir sprechen von Verführung. Zum Opfersein, zum Retterdenken, zum Schmerz. Zu Verworrenheiten, Schleiern, Lügen, Krankheit, Giftmischereien. Einer Illusionsfähigkeit, die blankes Chaos schafft. Epidemien und eigenartige, mutierende Viren, zu denen nicht nur körperliche Ansteckung gehört. Sondern auch der Hang, sich seelisch mit allem möglichen UFO-Schrott zu in- (und identi-) -fizieren. Selbst die Fantasie, dass Neptun - nur richtig gelebt - egofrei und herzenswarm macht - fällt unter seine Täuschungen. Neptun entgrenzt. Alles offen. Für innere und äußere Seuchen.

In neptunischen Zeiten wird deshalb auch die andere Seite der Fische, Jungfrau, so wichtig. Dort, in Erde, sortiert sich, was noch tiefer, in Wasser, gefährlich werden kann. Brandgefährlich sogar - weil es sich meist so unbemerkt einschleicht. Dazu kommt aber immer wieder auch ein augenfälliger Zug zur Plötzlichkeit. Denn wir haben es mit Kai in der Kiste zu tun.

Das 12. Zeichen ab Fische ist und bleibt Wassermann, das 2. Widder. Dieser besondere Bezug zu den kosmischen Nachbarn Mars und Uranus drückt sich an Neptuns Stränden häufig aggressiv und trennend aus. Wer je mit einem Neptuniker gelebt hat, weiß, welche Art Angriff (Mars) chronisches Vergessen, Vermüllen und Verdrängen aus den Fischen sein kann. Neptun kennt eben wirklich keine Zeit. Er wird dadurch immer wieder Menschliches für sich verbrauchen. Auch jene diffuse, androgyne, cleane, exzentrische Objektivität, die in den dunklen Ecken seiner zerbrechlichen Elfenbeintürme wohnt, ist Legende.

Den Mars materialisiert Neptun - wie alles, was er tut, ganz ohne es zu wollen. Uranus versucht er dagegen ständig reflexhaft zu heben, in seine Domäne zu bringen. Das Überraschungsmoment drängt ja immer aus 12. Darum entweder ganz wegsperren. Oder den Wassermannherrn kurz und heftig in die Freiheit für Sekunden entlassen, bevor noch das süße, spinnwebhaft-neptunisch Erodierende gestört wird. Vom randalierenden Untermieter aus den verschlossenen Dachkammern der Fische.

Da wundert es einen nicht, dass so viele Zeitgenossen mit prominentem Neptun eine unterschwellige, abgedrängte Radikalität in den Alltag transportieren. Man spürt sie. Man kann sie nicht greifen. Es ist - um in den oft schwammigen, neptunischen Begrifflichkeiten zu bleiben - eine Sache der Aura. Hochspirituell nur, weil man es anders nicht herausbekommt. Nicht nur Menschen sind so, auch Ereignisse mit starkem Neptun oder Fischen. Neptun zuhause wird erst mal kein Zuckerschlecken. So viel ist jedenfalls schon mal klar. Falls in diesem endlosen Kosmos solche Machtworte ausnahmsweise mal erlaubt sind.


Wo Neptun sich tummelt, kommen nämlich immer auch ganze Schwärme von Tabus auf. Verbot wäre zuviel gesagt. Etwas hat einfach nicht zu sein. Ganz ohne Regel - natürlich. Neptun eben. Er ist nicht nett. Er geht über die Verbote des Pluto oder Saturn weit hinaus. Populärastrologische Faustregel dafür - Motto: Neptun-in-the-box = etwas besser/ziemlich schlecht:

Im 1. Haus löst er das Ego/Selbst auf, im 2. Grenzen/Eigenwert, im 3. Ratio/Selbstausdruck, im 4. Herkunft/Empfindung, im 5. Subjektivität/Vitalität, im 6. Anpassung/Alltag, im 7. Beziehung/Begegnendes, im 8. Moral/Ethik, im 9. Götter/Visionen, im 10. Regeln/Bedeutung, im 11. Peer-Group/Objektivität und im 12. Verdrängung/Wahrheit. Da sitzt er übrigens ansonsten recht gut und darf wieder (fast) alles. At home. Soweit das kleine Neptun-Kochbuch: Was nicht sein kann, weil es irgendwie besser vielleicht nicht sein darf. Wobei... Man bekommt ja auch etwas dafür.

Dem 1. Haus schenkt Neptun anstelle des Ego einen Floating-Tank, dem 2. eine spirituelle Gummizelle, dem 3. Ulysses von James Joyce, dem 4. ein Seelenaquarium, dem 5. Indigo-Kinder, dem 6. endlosen Dienst am Nächsten, dem 7. Co-Abhängigkeit, dem 8. Enterbung, dem 9. Billy Graham, dem 10. das Karma von Christian Wulff, dem 11. den 9. November 1989 (Sag tschüß, Sozialismus!) und dem 12. [...] (= Nichts. Also alles).

Das hört sich insgesamt doch recht gut an. Womit wir wiederum bei Wassermann als 12. Zeichen ab Fische wären. Da Neptun diese kosmische Bürde mit sich schleppt, leben hinter seiner Dornröschenhecke eben nicht nur wundersame Einhörner und Feen. Die absolute Wahrheit (im Gegensatz zu der relativen Wahrheit der Funktionalität in Jungfrau) findet auch nie garantiert statt. Falls man es überhaupt schafft, die Märchenvorstellungen in ihrem Glassarg irgendwann wachzuküssen. Da Neptun zeitlos bleibt, dauert das manchmal Jahrtausende.

Schneller sind da schon die Unfälle, Katastrophen, all die unangenehmen Ereignisse aus der Welt der Drachen am Start, die immer mal wieder mit den dominanten Neptun-Phasen des Lebens einhergehen. Zufälligerweise ist ausgerechnet im rechten Gehirn (also auf der "guten" Seite nonverbaler Vorstellung, die Mensch sich oft als zerebrales Kreativpaket hochlobt) auch das ganze Drama negativer Stimmungen beheimatet. Während der Gebrauch der rationaleren Sprachhälfte, andererseits, eine gewisse Munterkeit hervorruft. Sagen zumindest die Hirnforscher, wobei Neptun eben die höchstens als Fachidioten aus dem Feld jagen würde.   

Jedenfalls kommt auch das seelisch so unendliche schöpferische Prinzip nicht darum herum, tiefste Melancholie bis hin zu Depressionen im Gepäck zu haben. Alle restlichen Symptome von neben der Spur sein natürlich sowieso. Wird die Konfusion irgendwo zu groß, lügt einer zu sehr oder entgrenzt sich derart, dass er die Mauern nicht mehr sieht, mit denen Welt nun mal im 2. Stierkreisprinzip gesegnet ist, knallen Fische, Neptuniker oder 12.Hausbesitzer denn auch öfter in und an der Wirklichkeit gnadenlos auf.

Widder im 2. Haus eben: Lokalrunde Energieüberschuß, geerdet an irgendeiner übel materiellen Grenze. Das ist es, was Neptun auch noch chronisch bringen kann. Dazu die absurdesten, wildesten, überfallartigsten Ideen, wieso das Ganze infektiöse Ereignis, das meist andere in Mitleidenschaft zieht, nun doch eigentlich für alle gut und sinnstiftend sein soll. Ein aus 12 befreiter Wassermann in Bestform. Der - zurückgedrückt - immer wieder an die neptunischen Kautschukwände pocht. Wo Jesus (der erste geschichtliche Teilnehmer eines Täter-Opfer-Dreiecks überhaupt) schon wieder Opfer zum Retten sucht. Auch das kann Neptun ausdrücken. Schlimmstenfalls.

Schaut man sich dazu - rein interessehalber - mal das Chart seines endgültigen Übergangs in die spirituelle Poco-Domäne an, müßte man blind sein, um zu übersehen, was die Zeitphase braucht. Zumindest in Mitteleuropa ist ein Jungfrau-AC mit Jungfrau-Mars in 1 auszumachen. Opposition Venus in 7 in den Fischen. Lyrisch könnte der astrologische Forscher sich das natürlich als allgemeine Romanze, wenn nicht gar nie physisch berührende Leidenschaft zurechtprognostizieren. Viele tatkräftige Aschenputtel, welche hier - im Sieb des Realismus - die Utopien ebenso zahlreicher, verirrter Seelen (ADSler, crazy Minder, Dichter, Alzheimer-Geplagte, Überschwemmungsopfer und Guttenberg-Wulff) aussortieren.

Bis die wahre, die wirkliche Wahrheit und nichts als die übrigbleibt. Der gute Arzt also, der den guten Patienten so lange heilt, bis der gerüttelte Patient den nun hilflosen Heiler heilt. Und auf den Schimmel schiebt, um mit ihm nach Las Vegas zu reiten. Den Neptun putzen. Die Wirklichkeit liegt, wie so vieles in diesen abgefischten Zeiten, vermutlich haarscharf dazwischen. Nur wird man sie nicht sofort sehen können. Auch nicht astrologisch. Denn das ist der neue Stempel des Zeitfensters, in dem wir leben.

Es wird Superbakterien geben, heilige Kriege, Erfindungen, wann immer Neptun den Kai-Uranus aus der Kiste lässt. Neue Kranke sind zu erwarten - nicht zu knapp (Merkur-Sonne & Neptun in 6) und neue Heil-igungen. Sowie ein paar, von dieser Null-Grad-Chart-Opposition zwischen Venus und Mars diktierte, mantrahafte Rasierklingenritte zwischen gelogen und wahr. Vielleicht wird sich sogar Brangelina, die letzte Einheit, die existiert auf dem Planeten Erde, auseinanderdividieren. Selbst wenn sich - Gerüchten (Neptun) zufolge - gerade die x-ten Zwillinge ankündigen. Unter Neptun ist und bleibt nichts, wie es aussieht.

Alles Unfertige, alles noch nicht Geschehene, wird natürlich jetzt zur Welt kommen. Wann tut es das nicht? Neptun adelt Merkur, indem er ihm Spruchblasencharakter verleiht. Nur diesmal mehr. Alles Fällige wird sich offenbaren. Nun - sowieso der Lauf der Dinge, den Neptun immer als letzter der Reise nach Jerusalem beschließt. Vielleicht wird Uranus im Widder bei all diesem Wirrwarr Geburtshelfer spielen. Wir werden uns jedenfalls wundern. Über das letzte Einhorn, letzte Rätsel, den letzten Kampf zwischen Ordnung und Unordnung, Vernunft und Fantasie, Logos und Mythos. Den letzten Durchlauf von Neptun in den Fischen, den wir alle - mutmaßlich - erleben. 

Nicht, weil das Ende naht. Sondern weil selbst der größte Neptun den kleinsten Saturn nicht aus dem Stoff-Universum räumen kann. Den er im Übergang diesmal in einer fast genauen Antiszie spiegelt. Der Master der drei Zeiten sagt hier, wo wir nun mal sind: Unser Leben währet 70 Jahre, und wenn's hoch kommt, 80. Zeit, Neptun in den Fischen ein letztes Mal zu genießen. Im Guten und im Schlechten, samt allem, was er an Wirrnis bringt. Wie immer in den fallenden Zeichen sowieso nur eine Sache der Brille... (sri - 5.2. - 20 h 15)       

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