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Krebs-Mars: Leuchtfeuer der Emotionen

Es sind wahrlich turbulente Zeiten, in denen wir leben. Und da kann es dann auch schon mal passieren, dass bestimmte subtilere Veränderungen, wie der Zeichenwechsel eines Planeten, selbst bei uns nicht erwähnt werden. Obwohl wir ansonsten ja genau darauf besonderen Wert legen, aber zum Glück gibt es Loop! schon seit 5 1/2 Jahren und manche Zeichenwechsel wiederholen sich. Wie zum Beispiel der Eintritt von Mars in die Krebs-Phase des zodiakalen Entwicklungskreises letzten Sonntag gegen 18:15 Uhr, den gab es auch schon im Juli 2013 und im Juni 2015. Und natürlich gab es dazu auch einen kleinen Artikel, der im Prinzip (bis auf den politischen Hintergrund) eigentlich zeitlos war und ist, zumindest was die inhaltlichen Kernaussagen angeht, weshalb wir ihn heute noch mal in Erinnerung rufen möchten:

Seit Mittwoch (13h32 UT) gibt es wieder ein leicht verändertes „Weises Rauschen“ im kosmischen Hintergrund – Mars hat das Zeichen gewechselt. Oder anders ausgedrückt: alle manifesten Impulse drücken sich jetzt zuallererst über das Wasser-Element aus, im Bereich unserer Empfindungen und Gefühle. Da auch gleichzeitig die Sonne schon seit einigen Tagen im Krebs steht (Anmerkung: der Artikel bezieht sich auf die Stellungen Ende Juni 2015...), wird das Ganze noch verstärkt (die Impulshaftigkeit), allerdings bietet sich genau dadurch auch die Möglichkeit, diese Prozesse bewusster als sonst zu erleben.

Als wir Ende 2011 angefangen haben, die täglichen Nachrichten hier bei LOOP! vor dem kosmischen Hintergrund zu kommentieren, geschah das auch deshalb, weil sich dadurch meist sehr anschaulich zeigt, daß die energetischen Veränderungen, die im System der Astrologie ihren Ausdruck finden, keineswegs nur dort wirksam sind, wo Menschen auch daran „glauben“. Bestes Beispiel in diesen Tagen ist das Gerangel um Griechenland. Solange sich Sonne und Mars noch im merkurischen Zwillings-Abschnitt des Bilderkreises befanden, ging es hauptsächlich um Zahlen und scheinbare Fakten. Es wurde hin- und her-gerechnet, und der Eindruck entstand, dass es hierbei tatsächlich um ein Rechenexempel im Sinne wirtschaftlichen Denkens ging.

Kaum wechselte die Sonne und dann kurz danach auch Mars, änderte sich das Szenario und die Berichterstattung darüber. Plötzlich ging es um Befindlichkeiten und Animositäten, die Verantwortlichen hatten auf einmal „keine Lust mehr“, waren gekränkt und enttäuscht, reagierten empfindlich und genervt. Mittlerweile weiß eigentlich niemand mehr, was in Brüssel los ist und warum es bisher zu keiner Einigung kam. Und während man einerseits nur noch von der griechischen Tragödie liest, die sich zum europäischen Gesamtdrama entwickeln könnte, sieht man andererseits Fotos von unserer Kanzlerin und Alexis Tsipras, die eher auf einen fröhliches und freundschaftliches Miteinander schließen lassen (LINK zu Spiegel Online).

Genau so zeigt sich „Wirklichkeit“, wenn Emotionen und Empfindungen zum Maßstab werden. Die „Wechselhaftigkeit“ findet ihren Ausdruck auch in einer astrologischen Analogie. Denn wann immer Planeten im Zeichen Krebs stehen, werden sie vom Mond „beherrscht“. Beherrscht ist die etwas altmodische Umschreibung einer Verknüpfung, durch die letztendlich alles in einem Horoskop mit allem anderen verbunden ist. Das Prinzip der Herrscher ist also weniger ein sadistisches Element für narzistische Machtgelüste, sondern ein sehr feingliedriges Instrument, um die Wandlungsfähigkeit der einzelnen Archetypen darzustellen.

Aber auch die unterschiedliche Dynamik, die zu bestimmten Zeiten entsteht.

Würden Sonne und Mars zum Beispiel jetzt im Zeichen Steinbock, der Saturn-Phase des Zodiaks stehen, dann wären alle Prozesse extrem verlangsamt, zumindest was ihre Transformationsmöglichkeiten angeht. Das schafft andererseits aber genau die Stabilität und Zuverlässigkeit, die diesem Abschnitt zugewiesen werden. Saturn als Herrscher ist eben der „langsamste“, klassische Planet, dementsprechend übt er auch seine Regentschaft aus.

Gegenüber im Krebs herrscht aber Mond und er ist nun mal der schnellste Himmelskörper, den wir ins astrologische Denken und Staunen mit einbeziehen. Alle 2 ½ Tage wechselt er die Abschnitte des Zodiaks und das bedeutet: alle 2 ½ Tage wird auch er wieder von einem neuen Archetyp dominiert. Diese sogenannten Dispositorenketten können zuweilen fast alle Planeten mit einbeziehen, was im Ausdruck zu einer großen Vielfältigkeit führt.

Vielleicht kennen Sie jemand, der Ihnen zwanzig Pfennig abverlangt, wenn Sie sein Telefon benutzen, Ihnen aber selbstlos die Wohnung überlässt, wenn Sie den Maler haben oder Besuch kommt. Wahrscheinlich ist das ein Krebs, in diesem Sinne sind Krebse wirklich unzuverlässig. Man kann weder auf Ihren Großmut rechnen, noch auf ihre Knauserei. Was an einem Tag selbstverständlich war, gilt am nächsten als unzumutbar.

Wolfgang Döbereiner, Der Wandel des Lebens im Tierkreis, Münchner Rhythmenlehre, S. 57

Im Bereich unserer Gefühle und Emotionen zeigt sich das dann eben auch als Auf und Ab, als Hin und Her, vor allem wenn Mars jetzt die Wasserwelten des Krebs zusätzlich aufwirbelt.Unter diesen Voraussetzungen müssen wir also in den nächsten Wochen leben und man tut gut daran, sich „seelisch“ darauf einzustellen. Ein erster Schritt dorthin liegt vielleicht in einer Reflektion über die Natur unserer Empfindungen.

Erleben wir etwas als angenehm, entsteht Anhaftung und Begehren, und beides bestimmt fortan unsere weiteren Handlungen. Erleben wir hingegen etwas als unangenehm, entsteht Zorn, Ungeduld usw., Gefühle die wiederum unser Verhalten beeinflussen und uns negativ handeln lassen, was später zu Schwierigkeiten führt.

Obwohl also die eigenen Handlungen immer wieder leidvolle Situationen nach sich ziehen, erkennen wir dies nicht und meist ist uns nicht klar, welches Verhalten unterlassen werden sollte, um Probleme zu vermeiden. Genau dieses Nicht-Wissen, diese Unwissenheit, ist der Grund dafür, daß wir unser Handeln von den anderen leidbringenden Gefühlen wie Begierde, Zorn, Stolz und Neid bestimmen lassen, anderen Leid zufügen und selbst Schwierigkeiten erleben. Die Ursache unserer Probleme liegt also in den leidbringenden Gefühlen.

Kyabje Tenga Rinpoche

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch, der sich selbst und sein Leben offen und unvoreingenommen untersucht, zu dem selben Schluss kommen wird: eine der Hauptursachen unserer Probleme liegt in leidbringenden Gefühlen wie Begierde (oder vereinfacht auch Gier), Zorn, Stolz und Neid. Um nur die wichtigsten zu nennen.

Das größte Problem im Umgang damit ist aus meiner eigenen Erfahrung, die benannten Empfindungen überhaupt als solche zu erkennen. Begierde oder Gier kann sich hervorragend anfühlen, ein ungeheurer Antrieb sein, um Dinge zu erreichen. Stolz erhebt einen selbst über alles andere, macht einen scheinbar unangreifbar. Ärger ist eine sehr kraftvolle Energie-Quelle, die einem dabei zu helfen scheint, sich in schwierigen Zeiten durchzusetzen. Und Neid bzw. Konkurrenzdenken kennt wohl jeder Spitzensportler, mit seiner Hilfe motivieren wir uns im Kampf um Erfolge.

Erst wenn sich die Begierde als zwanghafte Sucht nach etwas zeigt, wenn der Stolz sich als Hybris, Arroganz und Überheblichkeit äußert, wenn der Ärger zum zerstörerischen Hass wird und der Neid auf das was andere haben, uns innerlich zerfrisst, sind wir manchmal auch in der Lage, die „dunkle Seite dieser Mächte“ zu erkennen. Aber oft nicht einmal dann.

Das Anfangszitat bezieht sich auf die „Vier Edlen Wahrheiten“ des Buddhismus, eine grundlegende Analyse unseres Lebens. Vereinfacht ausgedrückt geht es dabei um die Fragen: Warum leiden wir? Was sind die Gründe dafür? Was kann helfen, dieses Leiden aufzulösen?

Gefühle sind dabei nur ein Aspekt des Leidens, die Vergänglichkeit des Lebens ist ein wichtiger anderer. Nur können wir nicht verhindern, dass Leben wie wir es kennen, flüchtig und vergänglich ist. Das Leiden, dass durch unsere negativen Emotionen und die daraus resultierenden Handlungen entsteht, können wir in großen Teilen zumindest mildern.

Was aber auch hier wichtig ist – das Entstehen dieser Gefühle, ihr Erscheinen in unserem Geist ist keinesfalls zu verhindern. Es geht also niemals darum, diese zu unterdrücken, sich schuldig und schlecht zu fühlen, wenn Ärger, Neid oder Stolz als Empfindungen entstehen. Es geht lediglich darum, sie rechtzeitig als das zu erkennen was sie sind, destruktive Eigenschaften, die sich immer in der Konsequenz auch destruktiv ausdrücken. Und so zur Quelle für das eigene Leiden und das Leiden anderer werden.

Für den angemessenen Umgang damit, bieten die Weltreligionen und viele andere, spirituelle Richtungen eine breite Palette von Hilfsmitteln an. Diese „Werkzeuge“ sind in aller Regel höchst wirkungsvoll und effektiv, wenn man sie entsprechend konsequent anwendet. Trotzdem bleibt eine Lücke. Denn diese Empfindungen erscheinen ja nicht fortwährend und andauernd auf unserer, inneren Leinwand. Es gibt lange Phasen im Leben der meisten Menschen, in denen sie entspannt und relativ zufrieden sind, und kaum damit zu tun haben.

Dann wiederum gibt es Zeiten, in denen sich das Auftreten von Ärger, Stolz, Gier und Neid massiv verdichtet. Bis hin zu Phasen, in denen man 24 Stunden fast ohne Unterbrechung unter ihrem Einfluss steht. Aber selbst da kann es sein, dass wir es nicht als solches erkennen. Sondern die Ursache für das, was uns quält, immer noch „außerhalb“ von uns suchen. Im Verhalten anderer Menschen, in Situationen, die wir scheinbar nicht kontrollieren können. Und je weniger Zugriff wir darauf haben, desto stärker werden die scheinbaren Reaktionen in uns darauf. Das Bild der äußeren Feinde lässt uns nicht mehr los, schon der Gedanke an sie löst eine Kettenreaktion von destruktiven Emotionen aus. Alle scheinbar begründet durch das Verhalten dieser „Feinde“.

Das aktuelle Weltgeschehen ist ein wunderbares Beispiel dafür.

Egal, ob man die Ukraine-Krise als Bespiel nimmt oder die aktuellen Auseinandersetzungen um Griechenland, überall stößt man auf die selben Prinzipien, die auch unser Leben immer wieder durchdringen: Menschen sind normalerweise nicht in der Lage, in bestimmten inneren Krisenzeiten mit den dann anbrandenden Emotionen angemessen umzugehen. Sie werden sie destruktiv ausdrücken und je nach Stellung und Möglichkeiten, damit auch für andere Menschen Krisen hervorrufen.

Das astrologische Modell zeigt im Prinzip genau das auf – zu welchen Zeiten sich in unserem inneren Universum bestimmte Empfindungen, Gedanken und Vorstellungen stärker als sonst „ausbreiten“ können und vermutlich auch werden. Und genau dadurch stellt dieses Modell eine hervorragende Ergänzung zu den Hilfsmitteln der Religionen, der spirituellen Richtungen, aber auch der psychologischen Ansätze zur Verfügung. Die es in dieser Form in keinem anderen System gibt.

Es zeigt zudem auch auf, mit welchen Bereichen wir durch unsere inneren Anlagen grundsätzlich stärker konfrontiert werden. Ob wir also eher dem Prinzip des Ärgers verfallen, den Verlockungen der Gier erliegen, uns vom Neid auf die Errungenschaften anderer leiten lassen oder uns durch falschen Stolz so stark isolieren, dass wir mit der Welt nicht mehr in Kontakt kommen. Zusammen mit den Landkarten der aktuellen Auslösungen wie Transite bekommen wir ein komplexes und einzigartiges Handbuch zur Verfügung, mit dessen Hilfe wir schon lange vor dem Auftreten entsprechender, innerer „Stürme“ geeignete Schritte einleiten können, um uns angemessen darauf vorzubereiten.

Wenn man Astrologie so nutzen will…

Dummerweise kann man Astrologie aber auch benutzen, um die eigenen Begründungen, warum immer die Anderen Schuld haben, wenn gerade wieder mal der blanke Hass in einem regiert, laufend zu bestätigen. Das kennen wir alle. Die bösen Jungs sind dann die Skorpione, der Pluto oder aber Mars, die guten der Jupiter, die Venus oder die einfühlsamen Krebse. Das kann man aber auch ganz schnell umkehren, je nachdem, welcher Schule man folgt und welche Begründungen man gerade sucht, um von der eigenen Verantwortlichkeit abzulenken.

Wieso oft kann also ein und dieselbe Sache Fluch und Segen zugleich sein. Und wie fast immer liegt die Verantwortung dafür, welche der beiden Seiten wir zum Vorschein bringen werden, ausschließlich bei uns. Die nächsten Wochen bieten gerade durch den krebsigen Hintergrund eine wunderbare Grundlage, um neue Facetten an sich und anderen im Umgang mit dieser gewaltigen Kraft der Emotion kennen zu lernen.

Und natürlich gibt es auch den Gegenpol – die helle Seite der Macht, wenn man so will. Überall dort, wo man den Verlockungen der projizierten Negativität nicht erliegt, verflüchtigen sich im Laufe der Zeit die inneren, destruktiv besetzten Bilder. Was aber bleibt ist die Kraft des Empfindens und die kann sich dann dort zeigen, wo sie eigentlich beheimatet ist.

In unserem Mitgefühl und unserer Liebe...

Bilder: Titelbild - By Karel Jules Hugo Waignein (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons; Lovetree - By César Astudillo from Spain (Flickr) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons; Angry Man - By Emery Way from None, USA (ANGER) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

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Freitag, 3. Juli 2020

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