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Voll-Mund: Ängste krebsen durchs Gemüt

Solange der Geist nicht absolut frei ist von Angst,
bringt jede Form des Handelns noch mehr Übel,
noch mehr Elend und Verwirrung

Jiddu Krishnamurti

Nein, das ist kein Druckfehler, es geht in dieser neuen Kolumne wirklich darum, den „Mund voll zu nehmen“. Anlässlich bestimmter astrologischer Konstellationen. Und ja, es ist wieder einmal Vollmond, heute Nacht um 00:56 Uhr unserer Zeit stehen sich die beiden großen Lichter zum siebten Mal in diesem Jahr genau gegenüber.

Dementsprechend groß ist auch das Chaos, das Durcheinander, die Aufregung. Eigentlich müssten wir heute ja etwas schreiben über den Attentäter von Würzburg, einen 17-jährigen Afghanen, der mit einer Axt und einem Messer bewaffnet auf eine chinesische Touristengruppe und andere Fahrgäste eines Regionalzugs losgegangen ist.

Gestern Abend, exakt als Mars am lokalen MC stand und die Sonne im Westen unterging. Und so gesehen zur selben Zeit, nur einige Tage später, als der Mörder von Nizza um 21:34 Uhr in den Todes-LKW stieg, um sich hemmungslos seiner Wut und seinem Hass hinzugeben. Auch da stand Mars, zusammen mit Mond, exakt am lokalen MC.

Aber ist das wichtig? Hilft das irgendjemand, wenn wir hier wieder und wieder aufzeigen, dass auch solche schrecklichen Ereignisse von Menschen ausgeführt werden, die ganz offensichtlich wie fremdgesteuerte Marionetten durchs Universum schwanken? Denn ansonsten würden sie doch nicht immer und immer wieder genau zu den Zeiten und in den Augenblicken ihre hässlichen und unmenschlichen Taten begehen, die wir als energetische Knotenpunkte astrologisch bestimmen können.

Wären sie freie Entscheider, die tatsächlich nur kalt und kühl bestimmte Absichten verfolgen, würden sie ihre Taten nicht genau dann ausführen, wenn ein Planet wie Mars symbolisch am höchsten Punkt des Himmels steht. Alleine das zeigt mir als Beobachter, dass diese Menschen eben völlig unter dem Bann ihrer eigenen Auslösungen bzw. ihrem Hass und ihrer Wut stehen. Und somit gefangen sind in ihren Gefühlen, Vorstellungen und Konzepten, die sie schon fast zwanghaft in bestimmte Richtungen und Verhaltensmuster drängen.

Selbst-Radikalisierung in sieben oder auch mal zwei Tagen…

Das sieht dann wie folgt aus – du hast gerade eine wirklich üble Nachricht bekommen, deine Frau bekommt die Kinder bei der Scheidung zugesprochen, du verlierst deinen Job oder, wie anscheinend im Falle des Würzburger Amokläufers, ein Freund von dir wurde in deinem Heimatland von „Ungläubigen“ getötet. Dann lässt du dir schnell einen Bart wachsen, nimmst ein Bekenner-Video auf, schickst eine Mail an die zentralen ISIS-Agenturen und dann kanns losgehen. Du kannst deiner Wut, deinem Hass, freien Lauf lassen und irgendwo auf dieser Welt werden dich etliche Vollidioten als Held feiern.

Denn auch wenn du nie in Syrien warst, nie persönlichen Kontakt hattest mit einem der geistigen Brandstifter – du bist ein Soldat der Retter des Morgenlandes geworden. Im Instant-Schnellverfahren…

Obwohl die islamistischen Trittbrettfahrer von ISIS und Co. natürlich alles was Angst und Schrecken verbreitet in diesen Tagen, als geplante Aktion verkaufen (demnächst dann auch noch Naturkatastrophen die von Gott gewollt waren…), fällt es selbst abgebrühten Politikern schwer, zwischen dem Mörder von Nizza und dem Amokläufer von Würzburg eine direkte Verbindung zu den selbsternannten Wächtern des Islam herzustellen. Die ganz offensichtlich nichts anders im Sinn haben, als ihre Religion und ihren Gott vor aller Welt zu diskreditieren, koste es was es wolle.

Nur fällt das denjenigen, die uns bzw. das Abendland vor dem Islam schützen wollen, natürlich nicht auf. Denn welcher AfD-Anhänger oder Pegida-Spaziergänger hat schon den Koran gelesen, um sich zumindest einmal zu informieren, wogegen er oder sie da eigentlich ankämpft. Falls doch, würde schnell klar werden, dass zumindest die Mörder von Nizza, Paris und Brüssel alle Gesetze und Regeln gebrochen haben, die man als gläubiger Muslim nur brechen kann. Egal was irgendwelche Idioten in ihren angeblichen Wüstenlöchern wieder per Internet verbreiten.

Solchen Menschen fällt zwar auf, dass sie selbst in Sachsen oft keine vernünftige Verbindung ins Netz bekommen. Und das mitten in einem der reichsten und fortschrittlichsten Länder der Erde. Aber sie kämen nicht auf die Idee mal nachzuforschen, wie man denn mitten in der syrischen oder irakischen Wüste aufwendige Videofilme und Aufrufe ins Netz laden kann. So ganz ohne Infrastruktur und Glasfaserkabel.

Aber warum sollte man Fragen stellen, die das eigene Weltbild in Frage stellen könnten?

Lieber die eigene Dummheit der Lügenpresse oder den Andersdenkenden ankreiden, die einen falsch informieren und immer nur alles vertuschen wollen. Und dann hoffen, dass der nächste Präsident der USA Donald heißt und die nächste Bundeskanzlerin ein adliger Storch ist. Oder ein blonder Volkstribun, der früher einmal Geschichte unterrichtet hat.

Warum nun all das ausgerechnet heute zum Vollmond? Und was bitte hat das mit Astrologie zu tun?

Weil dieser Vollmond, wie so viele vor und nach ihm, eine besondere Chance bietet. Einerseits all das, was sich in den letzten Tagen und Wochen angesammelt hat, in einem und um einen herum, auf den Punkt zu bringen. Gerade die emotionalen Komponenten.

Denn schließlich steht die Sonne immer noch im Zeichen Krebs und der Mond folglich im Steinbock. Damit ist es einerseits möglich, sich über all die Gefühle und emotionalen Bilder, die einen durchs Leben begleiten und oft gar nicht ins Bewusstsein dringen, etwas bewusster zu werden. Und gleichzeitig auch eine gewisse Distanz aufzubauen, eine gewisse Disziplin an den Tag zu legen, um nicht jedem Gefühl, dass sich in einem breit macht, den Status Quo absoluter Wahrheit anzudichten.

Zum Beispiel unseren Ängsten.

In seinem Standardwerk „Grundformen der Angst“ hat der Psychoanalytiker Fritz Riemann (der auch dieses wunderbare Buch „Lebenshilfe Astrologie“ geschrieben hat) vier Persönlichkeitstypen beschrieben, denen jeweils eine spezifische Angstform zugewiesen wird. Es sind dies:

-          die Angst vor der eigenen Selbstwerdung und -entfaltung der depressiven Persönlichkeit,

-          die Angst vor Hingabe und Nähe der schizoiden Persönlichkeit,

-          die Angst vor Veränderungen der zwanghaften Persönlichkeit sowie

-          die Angst vor dem Notwendigen und Endgültigem der hysterischen Persönlichkeit.

Diese Unterteilungen sind leicht und einfach den vier Elementen zuzuordnen, woraus sich wiederum eine einfache und überschaubare Aufstellung der verschiedenen Zeichenstrukturen und ihren Antipathien ableiten lässt. Aber das wird vielleicht Thema in einem anderen Artikel, wichtig in diesem Zusammenhang ist mir heute nur das Verhalten vieler Menschen in Bezug auf die scheinbaren Gefahren durch Ausländer, Asylanten und Muslime bei uns.

Wer also wirklich an „der Wahrheit“ interessiert, der sollte sich anhand der obigen Aufstellung einfach mal die Frage stellen: Was genau macht mir an diesen fremden Einflüssen solche Angst?

Ist es das Gefühl, sie würden meine eigene Selbstentfaltung behindern? Oder die Ablehnung jeglicher Nähe bzw. dem Kontakt mit diesen anderen Menschen? Habe ich Angst vor den Veränderungen, die durch sie in mein Leben kommen könnten? Oder ist es das Gefühl, dass ein Zusammenschluss aller Kulturen im Zuge der Globalisierung unabwendbar ist?

Dem stelle man die Frage gegenüber, ob einem die Vorstellung  Angst macht, auf einer Feier von einem Wahnsinnigen mit einem LKW überrollt zu werden, während man im Cafe sitzt von einem Wahnsinnigen mit einem Maschinengewehr erschossen zu werden oder während einer Zugfahrt von einem Wahnsinnigen mit einer Axt und einem Messer ermordet zu werden?

Letzteres macht auch mir Angst, genauso wie zum Beispiel die Vorstellung, dass mir demnächst mitten in der Nacht auf der Autobahn ein Geisterfahrer entgegen kommt. Oder sich in meinem leckeren Salat EHEC-Bakterien befinden könnten.

Und all das würde ich als saturnale Signale bezeichnen, tatsächliche Gefahren von denen man Kenntnis hat, nicht zu ignorieren, sondern vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, damit man sich selbst schützen kann.

Allerdings – diese Maßnahmen sind dann immer auf Handlungen und Aktivitäten bezogen, die ich selbst(!) ausführen muss, es liegt in meiner Verantwortung mit diesen Themen einen Umgang zu finden. Während bei den allgemeinen Ängsten, die jetzt so sehr durch das Bewusstsein vieler besorgter Bürger wandern, immer „die Anderen“ dafür sorgen müssen, dass man selbst mit den vermeintlichen Problemen in einer vorgestellten Zukunft, nicht belästigt wird.

Und wenn man dann mal aus diesem Muster ausbricht und selbst etwas tut, dann nur auf eine äußerst gewalttätige und menschenverachtende Art und Weise. In dem man die Not und das Leiden anderer vollkommen ignoriert, ihre armseligen Unterkünfte abfackelt oder sie selbst offen angreift.

Wenn es nicht so traurig wäre, dann wäre es brüllend komisch, wie sehr die selbsternannten Verteidiger des Abendlandes hierin ihren scheinbaren Widersachern, den selbsternannten Verteidigern des Morgenlandes gleichen. Der einzige Unterschied ist (noch), dass letztere von ihren Führern zu all den Greueltaten angestiftet werden, während hier bei uns die „bösen Politiker“ noch dafür sorgen, dass sich der „Volkszorn“ nicht wieder so entlädt, wie schon vor einigen Jahrzehnten.

Aber man stelle sich nur vor, demnächst regiert eben Donald oder auch Björn.

Und wieder die Frage – wo ist hier der astrologische Bezug?

Einfache Antwort, jenseits von Fach- und Spezialwissen:

Sonne und Mond stehen beide im Quadrat zu Uranus, es besteht als durchaus die Chance, anlässlich dieses Vollmonds eine komplett neue und auch überraschende Perspektive zu entwickeln, wenn man sich mit diesen Themen ehrlich auseinander setzt. Und zum anderen ist da dann immer noch das Quadrat von Saturn und Neptun, in das jetzt der Mondknoten eingebunden ist. Was den heutigen Vollmond noch bedeutsamer macht und eine klare Sichtweise gerade in Bezug auf die eigenen Ängste bestens unterstützt.

Und das soll es dann auch gewesen sein mit dem Voll-Mund, in diesem Sinne allen Lesern - ob sie nun meiner Meinung sind oder nicht – einen erleuchtenden Vollmond.

Titelbild: By Branko Collin from The Netherlands (Full moon over Amsterdam) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons; 

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Dienstag, 7. Juli 2020

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