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Alte Schublade

Die Gespenster einer Hyper-Inflation

Nun wabern sie wieder, die Gespenster. Inflation allein reicht längst nicht mehr. Schon winken einzelne Medien mit der noch gefährlicheren Hyper-Variante. Pünktlich zum Jahrswechsel wird sogar 1923 ausrufen. Aber was jetzt passiert, hat chronologisch intimere Gründe: Als 1995 bis 2008 die visionären Seifenblasen besessen blubberten, durchlief Pluto gerade den Schützen. Nach dem weltweiten Internet-Boom pumpten sich plötzlich Märkte auf. Weg mit jeder Einschränkung! Alles auf Zucker!

Am Ende war selbst der Hausmeister zum Facility-Manager mutiert und wienerte den Boden voller Abenteuerlust. Der Zwang zur Bedeutung explodierte. Seit der Skorpion-Herr allerdings Saturns Zeichen durchläuft,  hat sich die Sache weitgehend erledigt. Gehen Sie nicht mehr über Los! Das Prokrustes-Bett-Prinzip ist nun Trumpf: Alles, was oben und unten übersteht, wird einfach wieder abgeschnitten.

Im Steinbock baut Pluto immer mit Förmchen. Wer da nicht ins Reale will, muss weg. Soweit die Mühen der Ebenen. Was da jetzt in der Visionslandschaft, wo die Dagobert Ducks ihre hart verdienten Talerchen ins Virtuelle zerrten, zusammenbricht, ist klar: Eine reine Idee. Das göttliche Alles-Ist-Möglich. Von all den erzwungenen Superlativen aus dem Schützen bleibt ein Wort: Inflation. Dahinter steckt übrigens das lateinische Verb für „sich aufblasen“.

Nicht nur wegen der wirtschaftlichen Grippeepedemien, die wir dem Trendfanatismus der letzten Pluto-Runde verdanken, erinnert die Lage an das Jahr, als ein Kilo Brot noch 233 Milliarden Reichsmark kostete. Wie damals, steht Saturn wieder in der Waage. Fast exakt da, wo er sich schon beim Höhepunkt der Hyper-Inflation im November 1923 befand. Das weckt Archetypen. Auch ohne astrologische Zusammenhänge zu kennen. Nur war damals trotzdem vieles anders: Pluto hielt sich im Krebs, gegenüber seiner heutigen Stellung, auf. Von dort aus fanatisierte er emotionale Berührbarkeit und subjektive Leidensfähigkeit des Volkes. Direkt in jene dünne Luft der Selbstversessenheit hinein, die dann erst unmittelbar nach Eintritt in den Löwen Slogans wie: „Seit 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen!“ ermöglichte. Auch Jupiter bewegte sich zuvor, seinem heutigen Stand entgegengesetzt, durch Skorpion. Das schuf als flankierende Maßnahme vieler knallharter Konzepte einen Ehrgeiz, sich zur Not auch von weniger als nichts zu ernähren. Die Ära der großen deutschen Ängste vor Verlust bot insofern ein fast absurd astrologisches Negativ dessen, was sich heute am Himmel abspielt.

Wenn aktuell Banken & Börsen verrückt spielen und Währung mit Ware nur noch am Rande kollaboriert, kreiert die Medien-Prophetie rasch neue Hypes um Hyper-Notfälle. Denn dieser Saturnstand lässt im Zeichen der Bilder, Ideen und Öffentlichkeit jedes Klischee gleich im Bewusstsein festfrieren. Schütze, mundan 3. Haus ab Waage, prägt der Zeit ein letztes Mal seinen übertriebenen Selbstausdruck als Option geistiger Beliebigkeit auf. Saturn erhöht neigt ohnehin dazu, die Substanz der Waage dem öffentlichen Denken einzumeißeln. Damals wie heute führt er bei jedem publikumswirksamen Austausch zum Faible für harte Schlagworte. Kurzfristig ausbrechende Freundes-, Feind- und Endzeitszenarien der Medienwelt sind aber nur eine seiner Äußerungsoptionen.

Stattdessen wäre eine Enttarnung jeder Beschönigung möglich. Denn Waage ist auch das Zeichen der Pop-Strategen, die ihre geistigen Impulse generalisieren und in die Begegnung zwingen. Mit Saturn entstehen dann nur angeblich neue, gesellschaftliche Maßstäbe. Ausgerechnet da, wo Balance so wichtig ist, im öffentlichen Bewusstsein, führt das viel schneller zu federleichten, luftigen Hinrichtungen von saturnischer Zeit und Raum (Quadrat Waage zu Steinbock). Oder wahlweise zu Propaganda, die dann erst in Skorpion massiv ausbricht. Eins der möglichen Gegenmodelle, die trotzdem die aktuelle Zeitqualität ausdrücken würden, könnte die Nutzung dessen sein, was mundan davor, in der Jungfrau, erarbeitet wird. Der Gebrauch eines mentalen Siebs. Was an all dem nützt eigentlich? Und vor allem, wem?

Saturn als Hüter der Zeit und der Verantwortung bietet in diesem Zeichen auch die Kontaktaufnahme zum Nicht-Ich an, zum Anderen, als sinnvolle Strategie. So würden Schneeballeffekte möglich: Am Pluspol der Waage die Ideensammlung, aus der Skorpions eine tragfähige Ethik konstruiert, die im Schützen zum perspektivischen Sinn gemacht und im Steinbock in die Bestimmung geholt wird. Astrologie folgt insofern einem zauberhaften, inneren Kreisbogen. Ohne das Risiko von Waages ungeliebter Dunkelnatur auszumachen jedoch (viele Nazi-Köpfe hatten prominente Betonungen im „Liebeszeichen“), bleibt jede begegnende Idee schlicht ein Fall für den Papierkorb.

Der Unterschied der Hyperinflation von 1923 stammt letztlich vom damaligen Neptunstand im Löwen. Dort wurden persönliche Fehleinschätzungen produziert, die Vernebelung der „Könige“. Es ergab sich ein scharfes mundanes Quadrat zum Stier, dem Zeichen materieller Substanz. Die angeblich so romantische Verbindung der Prinzipien von Neptun und Venus wurde zur Entwertung des tatsächlichen, stofflichen Geldes. Beide Venuszeichen, Stier und Waage, betreffen ja Werte und Maßstäbe. Stier stellt dabei eher den materiellen Pol dar, Waage die immaterielle Bewertung. Noch vor den fixen Konzepten des Skorpion lässt sie alle einströmenden, gedanklichen Impulse zu. Hier entsteht das Geld als geistiges Bild, seine Virtualität, mit all unseren anderen Wertmaßstäben und Ideen. Saturn in Waage verregelt daher jetzt erneut alle Wertigkeiten als frei flottierende Idee und Symbol für Austauschbarkeit. Wo Geld entstofflicht wird, wie in den virtuellen Geschäften der Banken, lässt es sich beliebig und scheinbar folgenlos verschieben. Das kann am Ende, auch ohne Hyperinflation, bitter sein.

   Der Irrtum überstürzter Entwicklungen

Zur Zeit hält Jupiter im Stier zwar an letzter Substanz trotz aller Härte verbissen fest, aber Fischeherr kurz vorm Zeichenwechsel kündigt einen tieferen Bewusstseinsumschwung an. Für Stier ist Fische nun mal das 11. Haus. Helfen, Heilen, Öffnen müssen in Fragen der Eigenabgrenzung (also Mein und Dein) eine Rolle spielen. Das führt zur Freiheit von zu engen Selbst- oder Wertgrenzen. In den ersten Jahren der Finanzkrise empfing das Mundanzeichen Stier noch die „objektivierbare“ Verlustdrohung eines Neptun-Quadrats aus dem Wassermann. Stichworte wie „Bürgergeld“ kamen auf, die der Gesellschaft uranische Gleichwertigkeit anboten. Stattdessen lebte man die dunklere Seite des Neptun  – als Irrtum heilsamer, weil überstürzter Entwicklung. Da Stier für Fische wiederum im 3. Haus steht, ist aber der vorzeigbar gesunde Selbstwert durch Grenzen und Werte immer auch Anzeiger der Verwirklichung sehr feiner, unsichtbarer Zusammenhänge des Lebens. Überall, wo stoffliche (Stier) und geistige (Waage) Werte in Frage stehen, wird häufig auch ein völlig verwirrtes Verständnis von gegenseitiger Bedingtheit praktiziert. Alles hängt nun mal voneinander ab. Das ist Neptuns wichtigste Botschaft. An ihrem Selbstausdruck wird der spirituelle Zustand einer Gesellschaft am besten ablesbar.

Sobald Neptun sich in Fische einrichtet, entstehen Schleiertechniken. Lüften. Bedecken. Beides geht. Das Wasserelement braucht nun mal schwebendere Empfindungsmodelle als Pluto im Steinbock. Der beantwortet die Hypes des Jupiter als publikumswirksame Events höchstens mit Konsequenzen. Saturn in Skorpion schafft in Rezeption dazu außerdem bald bestenfalls Formate bindender Ethik. Schlechtestenfalls aber einen noch stärkeren Amtszwang als bislang. Das riecht nach großer Spannung. Denn die Grundlage ist sehr fein und störbar: Fische-Neptun muss aus den Tiefen menschlichen Bewusstseins das Wahre hochtauchen. Hindert man ihn daran, vergiftet er mit diebischer Geduld die Zustände schleichend. Auf 0 Grad Fische fordert er größte Achtsamkeit. Die nun gesetzten Impulse wollen Klarheit. Nur guter Anfang heisst auch gute Mitte und gutes Ende. 

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Mittwoch, 8. Juli 2020

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