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Sonne-Skorpion: Tanz auf dem Vulkan

"Erzeugen, doch nicht besitzen;
tun, doch nicht darauf bauen;
leiten,doch nicht beherrschen - 
dies nennt man mystische Tugend."
- aus dem TAO TE KING

Nach dem kardinalen Initiationsschub der Waage folgt jetzt, wie jedes Jahr, die Verarbeitung dieser Impulse. Zumindest wenn man den Sonnenlauf durch den tropischen Bilderkreis als Maßstab nimmt. Am Donnerstag, den 23.10. um 13:57 Uhr wechselt die Sonne ins Zeichen Skorpion, die achte Phase der Evolution wird „erleuchtet“ und glaubt man den altbekannten Kochbuch-Deutungen, dann kommen jetzt finstere Zeiten auf uns zu. Kein Wunder, denn tatsächlich werden in den nördlichen Breitengraden, die Tage jetzt immer kürzer, die Kräfte der Natur wenden sich nach innen und erinnern uns daran, dass alles nur eine bestimmte Zeit hat. Zumindest im Sichtbaren.

Allerdings – auf der anderen Seite der Welt dreht sich alles ins genaue Gegenteil, in Australien, Neuseeland und in weiten Teilen von Afrika und Südamerika hat gerade der Frühling angefangen, die Tage werden länger und das Leben drängt in die Unmittelbarkeit der sinnlichen Erfahrung. Was im ersten Moment wie ein unüberbrückbarer Widerspruch erscheinen mag, zeigt aber lediglich auf, dass der astro-logische Bilderkreis eben kein Konstrukt ist, in dem willkürlich verschiedene Teile aneinandergereiht sind, sondern ein dynamisches und lebendiges Ganzes darstellt, in dem alles mit allem verbunden ist und sich somit gegenseitig bedingt. Stier und Skorpion sind nur die beiden Pole eines gemeinsamen Themas, das Eine kann nicht ohne das Andere existieren.

Die Unterschiedlichkeit der Jahreszeiten auf Nord- und Südhalbkugel bringt also nur diese Achsen-Bezüglichkeit zum Vorschein. Was aber trotzdem bleibt als globale Gemeinsamkeit ist der Abstand zwischen Erde und Sonne. Anfang Januar befindet sich die Erde auf ihrer Umlaufbahn in größter Sonnennähe, Anfang Juli ist sie am weitesten entfernt. Zwar handelt es sich dabei „nur“ um einen Unterschied von knapp 5 Millionen Kilometer, aber würde man diese Entfernung auf den Abstand zwischen Erde und Mond übertragen, stünde der Mond an seinem entferntesten Punkt 12,5 mal weiter weg, als er dies normalerweise tut. Welche Auswirkungen das zum Beispiel auf Ebbe und Flut und andere Rhythmen hätte, kann man sich leicht ausmalen. So gesehen hat die Wanderung der Sonne im Jahresverlauf also durchaus für alle Teile der Welt eine gleiche Bedeutung, während die Gegensätzlichkeit der Jahreszeiten das Phänomen der bedingten Abhängigkeit der verschiedenen Achsen-Themen bebildert.

Denn vergehen kann jetzt bei uns nur das, was sechs Monate vorher auch lebendiger Ausdruck des Stier-Archetyps war. Was in die Fülle drängte, in die Be- und Ergreifbarkeit. Das alles wird sich jetzt endgültig zurückbilden, wieder Teil der Erde werden und somit zur Grundlage, damit im nächsten Frühjahr wieder Neues an die Oberfläche drängen und dort auch bestehen kann. Es ist ein ewiges Hin und Her, ein Auf und Ab, und das skorpionische Element erfüllt eine wichtige und auch fordernde Aufgabe in diesem Tanz.

Denn innerhalb unserer eigenen Erfahrung geht es um nichts weniger als um „das Loslassen“. Dieser Prozess der Wandlung erreicht jetzt einen Punkt, an dem es keine Umkehr mehr geben kann. Das was in der Außenwelt scheinbar unabhängig und selbstständig existierte, kann auf diese Weise nicht weiter expandieren und davon übrig bleibt allenfalls ein innerer Eindruck, eine verborgene, nicht mehr sichtbare Eigenschaft.

Wer in einer Vorstellungswelt lebt, in der nur das Sicht- und Greifbare Ausdruck des Lebens ist, der wird diese Zeit zwangsweise als beängstigend und bedrohlich empfinden. Aber wer das Leben als Kreislauf begreift, in dem Geburt und Tod nur zwei Seiten einer größeren Geschichte sind, der hat nichts zu befürchten und kann sich für eine grundlegende Wandlung öffnen. All die negativen Eigenschaften, die dem Zeichen Skorpion oft zugeordnet werden, sind lediglich eine vorschnelle Reaktion auf das eigentliche Thema dieser grundlegenden Veränderung. Ohne eine größere Perspektive, ohne das Vertrauen in diesen dynamischen Prozess als etwas Richtiges im Sinne einer Wahrheit, die man nur akzeptieren kann, entsteht Angst und Abwehr. Dem Gefühl der Ohnmacht begegnet man dann mit einem überbordenden Kontrollanspruch, und die Suche nach dem vermeintlichen Fehler im System, der Endlichkeit erst ermöglicht, wird bisweilen zwanghaft. Dieses Prinzip begleitet uns immer, egal ob wir ausgeprägte, skorpionische Anlagen haben oder nicht. Aber nur dort, wo wir zwingend vor einer Entscheidung stehen, entweder zu akzeptieren was nicht zu ändern ist, oder ewig dagegen anzukämpfen, ohne die geringste Chance auf dauerhaften Erfolg, nur dort zeigen sich dann eben auch die Auswüchse einer solchen Haltung drastisch und unübersehbar.

Aber dies der skorpionischen Phase, dem zweiten Gesicht von Mars oder der Natur Plutos zu zuschreiben, ist ein Interpretationsfehler. Denn dieser Prozess befindet sich ja in vollster Übereinstimmung mit unseren Lebensgrundlagen,  es ist nichts Falsches an ihm. Der „Fehler“, wenn es denn einen gibt, liegt im Festhalten an den eigenen Konzepten, an Vorstellungen und Sichtweisen, wie dieses Leben sein sollte, im Gegensatz zu dem, wie es nun mal ist. Und hierzu tragen alle Archetypen des Bilderkreises ihren Teil bei, angefangen beim Widder über den Stier, die Zwillinge, den Krebs, Löwe, Jungfrau und Waage. Jeder von ihnen trägt irgendwo ein Ideal-Bild in sich, in dem die Voraussetzungen für dauerhaftes Glück schemenhaft skizziert sind und all das könnte auch prima funktionieren, gäbe es da eben nicht diese Endlichkeit. Aber die Antwort auf die Frage, warum wir im Kampf um dieses Glück beständig scheitern, wird immer in der falschen Richtung gesucht, und es ist die Aufgabe des Skorpions, diesen grundlegenden Irrtum aufzudecken. Nur darum geht es. Dass damit eine zwangsweise Abkehr von bisherigen Fixierungen verbunden ist, liegt in der Natur der Sache und ist keinesfalls Ausdruck der „Bösartigkeit“ des Zeichens.

Denn das Wissen um unsere eigene Vergänglichkeit ist ja nichts, das wir uns erst mühsam erarbeiten müssten. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, begegnet dem in jeder Sekunde. Aber in aller Regel sind wir meist sehr damit beschäftigt, diesen Umstand zu verdrängen oder durch Ablenkung zu kompensieren, solange es eben möglich ist. Das „Skorpionische“ in uns wird aber immer versuchen, dieses Wissen als bewusste Erfahrung, als unmittelbares Erleben zum Vorschein zu bringen. Und je mehr wir dies abwehren, desto größer wird der innere Druck, desto anstrengender und kräftezehrender wird der daraus entstehende „Lebenskampf“.

Ein möglicher Ansatz, wie man die nächsten Wochen energetisch effektiv nutzen könnte, wäre also zum Beispiel, sich mit dem gesamten Thema Vergänglichkeit bewusster auseinander zu setzen. Gelegenheiten dazu ergeben sich wohl vor allem zwischen dem 10. und 19. November. Zum einen wird sich Mars zu Pluto gesellen und dessen Quadrat mit Uranus nochmals beleben, zum anderen wandert die Sonne zusammen mit Venus in eine Konjunktion mit Saturn. In aller Regel kann man davon ausgehen, dass sich das alles auch in den aktuellen Nachrichten und Schlagzeilen ausdrücken wird, für praktischen Übungsstoff dürfte also gesorgt sein.

Titelbild: By Rovepestcontrol (Own work) [CC-BY-SA-4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

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