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Vorwärts nimmer, rückwärts immer

Margot Honecker: Mars + Pluto grenzfrei - Astrologischer Unterboden eines Starrsinns

Auferstanden aus Ruinen: Immer noch ist sie die Urmutter aller eisernen Ladys, ein Widder im schwierigsten Sinn und nicht umsonst mit einem Vornamen beschenkt, den manche "Mar-Gott" buchstabierten. Frau Honecker, die Gattin, ist wieder da. Unter Saturn über Mond und Sonne bricht sie endlich ihr mehr als 20jähriges Schweigen in den Medien. Wenn auch nur, um dem nachzugehen, was sie stets so gut konnte: Die Wirklichkeit, wie sie im Auge eines Fische-Merkur-Uranus nun mal ist, wieder gerade zu rücken, bis sie die Welt davon überzeugt hat. Sprich, heute erzählt die ehemalige Volksbildungs-Ministerin (in der Dokumentation "Der Sturz", 2. April, 21 Uhr, ARD) die einzige GESCHICHTE, die sie nun mal kennt. Alles war, wie ich es erlebt habe. Oder: Margot H. und wie sie die Welt sah. Damals, heute und immer.

Zur Zeit begutachtet Frau Ex-Gattin ihre Vergangenheit zwar von Chile aus, aber selbst der Great Attractor, zu dem es die ganze Galaxie hinzieht, könnte kaum weiter entfernt von gewesenen Realitäten sein, als diese genormte Erinnerung. Übrigens eine Saturn-Mond-Analogie, passend zum aktuellen Transit von Margit Honecker. Nicht die Spur anders hört sich all das jedenfalls nach so vielen Jahren an, als in der damaligen, gelebten Direktheit einer idyllischen, toleranz-feindlichen Deutschen Demokratischen Republik. Vorwärts nimmer, rückwärts immer.

An solchen wunden Stellen im Raum-Zeit-Kontinuum wird klar: Es gibt sie tatsächlich, die Fische-Schütze-Version einer Art Alien-Wahrheit, in der andererseits aber - bei etwas mehr Achtsamkeit auf Tatsächliches - soviel Tiefe stecken könnte, dass sie Leben wirklich ein Stück besser machen würde. Chance vertan. Mit Fische-Jupiter wird entweder Wahrheit oder eben auch Lüge sehr groß. Letzteres eher bei real existierenden Menschen, die auf ihre Bilder des Subjektiven (Konzepte und Systeme) so sehr bestehen, dass sie schließlich unrevidierbar sind.

Auch Skorpion als dritte Station des fixen Kreuzes (und Nachfolger des Löwen) macht's möglich. Nur dass Margot Honecker im Chart gar keine Skorpion-Betonung hat. Und einen Pluto, der bestenfalls als unangebunden an's restliche Radix bezeichnet werden kann. Ein rasender astrologischer Faktor, der völlig befreit von Ausgleich wie eine abgeschossene Gewehrkugel durch ihr Radix teichelt. Frei nach LIZ GREENES Bild von unaspektierten Planeten, die wie weggesperrte Untermieter immer wieder einfach so durch die Wohnungs-Decke brechen. Genau das ist der springende Punkt.

Neben einem außer Rand und Band geratenen Out-Of-Bounds-Mars, der Frau Honecker, die Gattin, über die Jahrzehnte, als sie Geschichte schrieb, zu einem Lebenskampf sondergleichen verleitete. Prinzip Widder, Prinzip "Mit dem Kopf gegen jede Wand, die sich anbietet."       


Widder wie Margot Honecker bitten grundsätzlich unbewusst darum, gestoppt zu werden. Aus sich heraus kennt das erste Tierkreiszeichen ja noch gar keine Form, keine Begrenzung. Es ist schiere Energie. Zumal, wenn (wie bei ihr) auch noch einer der Langsamläufer auf 0 Grad Widder steht. Uranus, der kosmische Ausgleichsfaktor aller Gegensätze. Allerdings muss bei ihm normalerweise das Subjektive (Löwe) daran glauben, damit das Objektive überlebt. Und ausgerechnet das ist in Margot Honeckers Chart von einem Mars-Quadrat angegriffen. Inklusive der Folgen für eine eher faktische Sicht. 

Uranus stellt den einzigen der großen "Schicksals-Faktoren" dar, die eine enge Verbindung zu Feuer oder Luft haben. Die drei anderen (Jupiter ist ein Übergangs-Faktor) entstammen Erde und Wasser. Spannend, dass passenderweise auch bei Erich Honecker Uranus auf einem Nuller-Grad (Luft) stand - noch stärker als bei Frau Gemahlin, im Wassermann nämlich. Insofern ergänzten sie sich beide zu seinen Lebzeiten als Ausdruck der mundanen Zeitqualität prächtig. Nur heisst prächtig nicht auch gleichzeitig, konstruktiv für die Umwelt.

Was immer bei Uranus im Wassermann an revolutionären Inhalten rein geistig aufkommt (damals der Wunsch nach absoluter Freiheit von Beschränkungen), wird im Widder kämpferisch durchgesetzt, um im Zwilling erst wirklich formuliert und im Löwen subjektiv nutzbar gemacht zu werden - vom Einzelnen schluckbar, sozusagen. Bevor man es in Waage wiederum breit publiziert und im Schützen zur Vision (oder Projekt) hochzieht. Dieser Zyklus von Feuer-Erde stand auch bei Honeckers Pate. Zum Ausdruck der Null-Grad-Uranus-Stände gehören immer einige sehr pure Eigenschaften des Wassermann-Herrn im jeweiligen Zeichen. Margot Honeckers Chart passt aber im Vergleich besser zur Umsetzung sämtlicher sozialistischer Revolutionen, als das ihres Gatten.

Ihm stand zwar der emotionale Druck des Objektiven durch Wassermann-Mond und Uranus am AC zur Verfügung. Er hielt sich damit auch für einen echten Rebellen. Aber seine Jungfrau-Sonne konnte eben nur das umsetzen, was ihr veranlagt war. Den herrschenden Bedingungen zu dienen. Sie kam - mit den starken Ambivalenzen durch die Belastung eines Saturn- und Jupiter-Quadrats - auch nur sehr schwer zurecht. Immer begann bei Erich Honecker alles mit der prima Idee des Gerechten, Heroischen, der Nützlichkeit und des Bestimmenden. Aber endete dann doch nur im faden, durchstrukturierenden Alltags-Ritual allgemeiner Verregelung samt Zuckerguß des ewigen "Irgendwann wird alles anders!" obendrauf. Eben ein König (Saturn-Jupiter) mit Jägerhütchen (Jungfrau), der allein gar keiner sein wollte, geschweige denn konnte.

Margot hingegen, die so viel leichter Agitierbare, raste mit einem Mars, dessen Deklination (25) sich weit jenseits der Ekliptik bewegt, und damit als Symbol auch jede äußere Grenze sprengt, immer wieder frontal über ihr ausgeprägtes Empfinden vom Du (Waage-Mond) tätlich hinweg. Stoppte man sie, tat sie das, was Waage-Planeten schon mal tun, die in ihrer Denk-Ästhetik gestört werden: Sie begann, geistig brutal zu werden. So lassen sich auch die Boden-Komponenten für ihre prima Ideen von A wie Adoption bis Z wie Zwang sowie ihre ausgefeilte "Bildungs"- und Jugend-Politik erklären. Waage-Mond wird ja gern zum intrinsisch getriebenen Überzeugungstäter, wenn man ihm nicht öffentlich huldigt oder sein Fühldenken ohne Widerstand vervielfältigt. Das Problem: Er merkt es leider nicht.

Am liebsten war Margot Honecker allerdings, wirklich und wahrhaftig einfach zu tun, tun und nochmal zu tun. Hauptsache anfangen, Hauptsache nicht still stehen, Hauptsache verändern, agitieren, wo sie selbst agitiert war und Ventile benötigte. Widder. Denn auch zodiakal steht ihr Mars auf einem Initiativgrad: 0 Krebs, dem existenziellen Neubeginn des Empfindens, das sie so unglaublich jung hält, wie sie heute noch äußerlich wirkt. Zeiten sind vergangen, Geschichte änderte sich, Staaten gingen zugrunde - nur sie verfolgt wie jeder Marsbetonte allein eigene Ziele. Im Krebs sind die (rückwärts immer!) traditionell, ursprungsbezogen und bewegen sich gleichzeitig durch das Quadrat zum Uranus in Energiemustern, die günstigenfalls unberechenbar zu nennen sind. Und stets Konstellationen von Umsturz beinhalten - auch letztlich egal von was.  

Ihr Starrsinn hat dabei aber noch eine ganz andere, verwickelte, eigene Geschichte. Während Gatte Erich mit einem diktatur-konformen Mars-Pluto-Quadrat immerhin ahnte, dass und wie er sich als Stellvertreter des lieben Gottes aufspulte (und womöglich in den Jungfrau-Anteilen sogar darunter litt, wenn ihn die Wassermann-Mond-Attitüde des anti-kapitalistischen Welt-Revolutionärs in schwärzeren Stunden verließ), findet bei Margot der Pluto nur als völlig vorbewusster Selbstläufer statt.

Ohne Verbindung zu persönlichen Planeten, höchstens als Herr eines Skorpion-AC, den man ihr nur zu gerne andichten würde (allerdings liegt wegen der geistigen Attacken auch Waage nah), spukt der massive, eiserne Vorhang der plutonischen Konzepte. Als nicht ins Gewebe des sonstigen Radix' einbezogene Führungsspitze der emotionalen Unterwelten, geistert das Skorpionische in Margot Honeckers Vorstellungskosmos herum und prägt ihn ohne Unterlaß. Denn um ein begrenztes System aus den noch freien Waage-Ideen zu entwickeln, sie emotional zu versteinern und dann, massiver, durchzusetzen, benötigt es immer viel Pluto. Mars oder Widder oder Haus 1 an sich sind ja stets völlig konzeptlos. Sie stürmen einfach los. Ohne Sinn und Verstand. Einfach, weil sie so sind.

Wo immer nun Skorpion in Margot Honeckers Horoskop auch angelagert sein mag (ihr Aszendent ist aufgrund fehlender Geburtszeit unbekannt), eine deutliche Sprache spricht in jedem Fall die Causa "Pluto" durch ihre Symtome. Astrologisch werden nicht angebundene Planeten häufig deutlich unterschätzt - vor allem, wenn sie dann doch besonders dominant wirken. Als Neurosen auf zwei Beinen. Autonome Komplexe. Hoch eigensinnige Themenstränge, die das Universum der Betroffenen unendlich prägen.

Benutzt man sehr weite Orben, lässt sich jedenfalls diesem Faktor bei Margot Honecker gerade noch ein Trigon zum Fische-Jupiter aufdrücken. Ansonsten allerdings befindet sich Skorpion-Herr tatsächlich allein auf weiter Flur. Trotzdem war Margot Honeckers Dasein über weite Strecken ein einziges Pluto-Symbol, dessen typische Sprache beispielsweise ihr großes "Man" ist. Von dem sie - wie viele Generationen in der DDR Aufgewachsener - sich bis heute (siehe Dokumentation) nicht befreien konnte.   

Pluto stellt unter anderem den Generalisierungs-Versuch einzelner Gesichtspunkte dar, aus denen dann Moral zusammengebastelt wird. Man tut, man sagt, man lässt. Für all die, die Pluto im Krebs haben, war der Schutz einer überbordenden Vorstellung, die Wirklichkeit legierte ein großes Thema. Wie übrigens auch eben jene Heimatlosigkeit, unter der die Heimat-Besessene Frau des Staatsrats-Vorsitzenden in den Jahren in der Diaspora gelitten haben muss. Bei Krebs-Pluto wird Heimat allerdings verschacherbar, ein konzeptuelles Gebilde, das seine Standorte wandelt, sofern es nur die heimatlichen Einstellungen beinhaltet. Es geht dabei um ein zwanghaftes Element der Selbstversicherung im Gefühl. Dessen Schwarz und Weiß mit Zähnen und Klauen verteidigt werden muss. 

Zerstörung, Transformation, Macht, Ohnmacht und all die anderen fanatischen Genossen, die thematisch so gern aus plutonischen Zusammenhängen entstehen, wenn keine solide Ethik sie begleitet (ebenfalls eine plutonische Entwicklung), sind Margot Honecker mit ihrem aspekt-freien Pluto allerdings wunderbare Lebensbegleiter gewesen. Ihr Fische-Merkur, der noch im Einzugsbereich von Uranus im Widder sitzt, kann aus allem, was als Phänomen in ihrer Wirklichkeit erscheint, ein radikales Ereignis realitätsfreier Denk-Landschaft destillieren. Auch in diesen Gefilden von illusionärer Sinnzuschreibung traf sie sich mit Erich Honecker, der mit Löwe-Merkur rückläufig schlicht eitel im Denken war und immer wieder der Verführung durch Hofschranzen auf den Leim ging.    

Margot Honecker allein wäre mit ihren Konstellationen vielleicht eine fabelhafte Brigaden-Führerin irgendeiner Krankenstation geworden, die mit einer gewissen Radikalisierungs-Tendenz Neuerung zugunsten der Schwachen und Armen durchgesetzt hätte. Ihrem Merkur und Jupiter in den Fischen liegt - man mag's nicht glauben - ja Mitmenschlichkeit nicht wirklich fern. Bei Gatte Erich hätte es andererseits vielleicht auch später gereicht, im Staatsrat die Bänke zu putzen, wenn man ihn nur ordentlich dafür belobigt hätte.

Dieser Hang zur praktischen Dienstbarkeit blieb der Gattin hingegen eher fremd. Beim Widder in Sonnen-Form kommt oft erst Ich, dann nochmal Ich und dann ganz lange gar nichts. Wenn er sich nicht irgendwann die Hörner abstößt. Das geschieht aber nur, sofern er den mundan regelnden Steinbock im Quadrat, den Krebs von der anderen Seite als persönlichen Mitfühl-Faktor oder Waage als begegnende Idee auch zulässt. Das ist bei Sonnen-Mond-Opposition aber nicht ganz so einfach. Immer nur entweder, oder. Sie oder ich. Margot Honecker entschied sich für: Ich. Sekt. Nicht Selters.

Margot und Erich, sie und er, machten erst zusammen den geschichtlichen Clou. In der Synastrie nagelt ihr Saturn auf seinem Jupiter seine Königs-Opposition fest und fordert den Thron. Merkur-Uranus setzt sich ins Sextil zu seinem Rebellen-Bewusstsein: Einmal Sozialismus für alle, bitte! So wie Margot sich das dachte. Allein hätte er es nicht unbedingt chronisch ganz so weit gebracht.

Die Combin-Sonne am GZ mit Mond und Merkur-Lilith, ebenfalls im Schützen, sowie die Wiederholung von Honeckers Mars-Pluto-Quadrat und eine weitere 90-Grad-Spannung aus Venus, Jupiter und Neptun, beschreiben allerdings erst richtig, wohin diese Beziehung wollte: Zu den Sternen und weit darüber hinaus. Welten bestimmen. Und sich dabei als Visionäre eines besseren (Schütze), gerechteren (Wassermann) und schöneren (Mars in Waage) Kosmos empfinden. Wohl dem, der da einen Ausgleich hat. Für die Honeckers kam der leider erst, als Saturn, Uranus und Neptun 1989 mit ihrer gewaltigen Energiemasse ins Quadrat zum Combin-Mars und Opposition zum Combin-Pluto liefen. Späte Einsicht ist besser als keine, heisst es so schön.

Allerdings hat die bei Margot Honecker noch nicht recht gegriffen. Unter Neptun Trigon Mars und Quadrat Venus leben die alten Heldinnen-Geschichten wieder auf. Saturn auf der Vollmond-Konstellation schafft es offenbar gerade mal, die innere Anspannung zwischen Sein und Empfinden so zu verregeln, dass ein Denkmal der Vergangenheit daraus wird. Es gibt Dinge, die sind zu ändern. Und andere, die sind es nicht. Der Hüter der Zeit im Transit hütet eben auch die Irrtümer der Erinnerung an scheinbar bessere Zeiten...

Foto (bearbeitet): Bundesarchiv, Bild 183-1986-0313-300 / Brüggmann, Eva, via Wikimedia Commons

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