Loop!

Astro-Labor

(M+Pi+Rie) x Leben = Astrologie?

Man stelle sich einmal kurz folgendes vor: nächsten Montag wird in allen Medien eine Sensation verkündet – Mathematiker vom Institut soundso haben neue Ziffern entdeckt. Ziffern, nicht Zahlen. Zu den bisherigen zehn kommen jetzt ein paar Neue hinzu.

Die Vrei, die Sünf und die Zweun.

Sie werden ab sofort den anderen Ziffern gleichgestellt, damit das Chaos aber nicht zu groß wird, bleibt aber irgendwie doch alles beim Alten. Denn die neuen Ziffern verkörpern im Prinzip nur die Inhalte der schon vorhandenen.

Die Vrei kann wahlweise statt der Drei oder der Vier eingesetzt werden, die Sünf ist so etwas wie eine halbe Sechs, und die Zweun umfasst alles zwischen Zwei und Neun. Praktisch ändert sich also nichts, es bleibt beim kleinen Einmaleins. Aber – jeder Forscher kann in Zukunft die neuen Ziffern in seine Formeln einbauen. Und da ihre Zuordnung nicht mehr eindeutig ist, sind es diese Formeln auch nicht mehr. Mit anderen Worten – was am Ende dabei rauskommt, ist ziemlich beliebig.

Man soll ja nie nie sagen, aber aller Voraussicht nach kämen Mathematiker nicht auf solch abstruse Ideen. Denn Mathematik funktioniert auch deshalb immer noch ganz gut, weil die Grundparameter seit Pythagoras und Co. kaum bis gar nicht verändert wurden.

Ein anderes, schönes Beispiel von sri: Man stelle sich vor, daß wir in Zukunft hauptsächlich nur noch Adjektive in Wort und Schrift benutzen. Subjekt, Objekt und Prädikat werden rigoros ausgeklammert aus ganzen Sätzen, stattdessen reihen sich Wieworte aneinander. Das „Hinzugefügte“ bestimmt also den Inhalt, am schönsten laut und schrill, schwammig und nichtsagend.

Eine solche Entwicklung deutet sich seit einiger Zeit in astrologischen Kreisen an. Während sich das eigentliche System über Jahrtausende hinweg kontinuierlich entwickelt hat, Neuerungen nur Eingang fanden, wenn sie mit den bisherigen Parametern kompatibel waren, finden sich heute scharenweise neue „Planeten“, Planetoiden, Asteroiden, Zentauren und Transneptunier in den Horoskopen wieder, die vor ein paar Jahren noch niemand kannte.

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Die 2. Dimension: Dekliniere Fussball!

Wenn ausgerechnet heute das Wunder von Bern 60 Jahre alt wird und wieder eine deutsche National-Mannschaft spielt, könnte man sich fragen, wieso eigentlich Sepp Herberger, Widder mit Zwillinge-AC, damals gewann. Schließlich hatte er Pluto exakt am Löwe-IC und auch sonst sah es astrologisch eher schwachbrüstig aus. Aber halt, da war doch noch was! Platin-Trainer verfügte nämlich über stärkste Deklinations-Parallelen. Die andere Dimension, die nun unterwegs zu den wichtigsten Final-Spielen immer auch auffällig bedeutsam wird, erklärte einst der geniale Philip Schiffmann kurz und bündig so: "Die Abweichung eines Gestirns vom Himmelsäquator nennt man Deklination. Sie ist positiv (+), wenn in Richtung zum Nordpol, negativ (-), wenn zum Südpol." (STERNWELTEN). Das Format, das die alten Hasen lange benutzten, ist heute astrologisch fast in Vergessenheit geraten. Trotzdem erwies sich auch 2014 wieder, dass die übrig gebliebenden WM-Finalisten, sprich, vor allem Coaches, mit den Stichtagen magische Zahlen gemeinsam haben. Parallele und Kontra-Parallele, die letztlich wie Konjunktion oder Opposition wirken.

Betrachtet man die Finals buchstäblich aus der Höhe, fällt einem der Grad der Erfolgs-Tendenzen wie Schuppen von den Augen. Oder wie der Ball ins Tor. Nicht nur bei Herberger (RADIX), dem Mann, den sie nur "Chef" nannten. Er sorgte bei mundaner Jupiter-Uranus-Konjunktion seinerzeit für die "eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik". Mit einem dritten Tor gegen die sonst unbesiegbare Gold-Elf der Ungarn, in der 84. Minute, um 18 Uhr 39. Seine aktivierte Venus-Neptun-Parallele war genau da über den Deszendenten ausgelöst. Mundan schoß dann Löwe Helmut Rahn Deutschland in den Rekord. Auch er hatte an dem Tag diese leuchtenden Deklinationen, eine Sternstunde: Venus-Jupiter-Pluto im Radix parallel, die Sonne-Jupiter-Uranus-Pluto des Spiels trafen. In der MAGI-Astrologie, die mit planetarer Geometrie arbeitet und überhaupt sehr wirksame Überraschungen in petto hat, werden Deklinationen auch heute noch höchst geschätzt. Bei einem Orbis von 1.10 wertet sie Gleichklang als ebenso wirksam wie andere große Aspekte. Kein Wunder, dass in den letzten großen Fußball-Turnieren immer wieder ein Lasso-Effekt bei den Trainern der erfolgreichen Mannschaften auffiel. Je näher die End-Ausscheidungen rückten, umso mehr verengte sich die Gruppe der Gewinner auf Coaches mit deutlichen Parallelen zu denen des jeweiligen Stichtags.

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Der Tierkreis - nur ein Mythos?

Was genau ist der Zodiak, dieser magische Kreis, der den Hintergrund für jede astrologische Deutung bildet? Ist er etwas „Reales“, „Greif- und Messbares“, oder nur eine symbolische Größe, die keinen Bezug zu den tatsächlichen Vorgängen in unserem Sonnensystem hat? Eine Frage, die dem sprichwörtlichen Stich in ein Wespennest gleicht. Und weitere Fragen aufwirft. Die erste ist sicher, welches der beiden Tierkreis-Modelle denn gemeint ist, das tropische oder das siderische? In diesem Artikel dreht sich alles nur um den tropischen Zodiak, wer mehr über den siderischen Tierkreis und seine Entsprechungen wissen möchte, sollte am besten Kollegen fragen, die damit dauerhaft arbeiten.

Seit sich Astrologie und Astronomie nach Johannes Keplers Entdeckungen vor einigen hundert Jahren immer mehr auseinander entwickelt haben, sind relativ wenige Astrologen auch ausgebildete Astronomen und umgekehrt. Kein Wunder also, dass Fragen, die sich auf den astronomischen Hintergrund beziehen, in den meisten astrologischen Lehrbüchern auch heute nur am Rande behandelt werden. Ist das gut so? Sicher nicht, denn dadurch wird der astrologische Hintergrund in gewisser Weise beliebig, was sich dann auch unmittelbar auf die anderen Pfeiler des Systems auswirkt. Solange wir ein Horoskop vor dem Hintergrund des Zodiaks deuten und nur dadurch Planetenstellungen und andere Faktoren eine spezifische Färbung bekommen, solange werden unbeantwortete Fragen dazu, auch bei den Astrologen selbst, für Unsicherheit sorgen müssen. Denn wir benutzen ansonsten ja sehr reale Elemente in der Astrologie, berechnen Planeten äußerst akribisch und legen deshalb größten Wert auf richtige Zeitangaben.

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Astro-Logics IX: Der Kreis und das Ganze

Wir leben in einer Zeit der Überinformation. Dank der rasanten Entwicklung des Internets steht uns heute im Prinzip das gesamte Menschheitswissen zur Verfügung, wer nur lange genug nach etwas sucht, wird in aller Regel auch fündig. Astrologisches Wissen bildet hier keine Ausnahme, im Gegenteil. Das Ganze hat nur einen Haken – wenn der Raum immer größer und weiter wird, dann nimmt  man sich oft auch weniger Zeit, um an einzelnen Stellen ausgiebig zu verweilen. Dann jedenfalls, wenn man sich von dem Überangebot dazu verleiten lässt, die Antworten auf bestimmte Fragen nur noch dadurch zu finden, in dem man immer mehr dieser Wissens-Schnipsel in einer endlosen Jagd ansammelt und hofft, dass sich diese vielen Teile von alleine zu einem Gesamtbild zusammen fügen würden.

Da die Ansammlung von Wissen dem Merkur-Prinzip untersteht, ist es im Prinzip auch durchaus in Ordnung, alles Verfügbare einfach nur als Information aufzunehmen. Sinngebend wird es aber erst durch  das Jupiter-Prinzip, das in all dem einen roten Faden finden muss. Und praktisch anwendbar erst durch Saturn, dann wenn alles Überflüssige wieder auf ein paar wenige, unverzichtbare Basics reduziert wird, um die eigentliche Essenz des Ganzen zu erfassen.

Das astrologische System macht hier keine Ausnahme. Wenn man all die vielfältigen Teilinformationen nur aneinander reiht, dann landet man schnell im Universum der Deutungs-Kochbücher. Eigene Ableitungen und Schlüsse über Inhalte und Themen, die dort nicht angesprochen werden, haben keinen tragfähigen Boden. Man ist allenfalls in der Lage, korrekt zu zitieren, wirklich praktisch arbeiten kann man damit aber selten bis nie.

Dabei ist es simpel und einfach. Das astrologische Basis-Modell ist ja keine Erfindung von einigen Wenigen. Es hat sich im Laufe von Jahrtausenden aus den Beobachtungen unzähliger Menschen aus verschiedensten Kulturkreisen, Epochen und Generationen entwickelt. Und diese Beobachtungen wurden ausgedrückt in Bildern, in Formeln, mithilfe derer man wiederum neue Assoziationen entwickeln konnte. Im Prinzip ist hier also genau das geschehen, was die modernen Wissenschaften heute noch für sich beanspruchen.

Betrachtet man aber deren Erkenntnisse, oder besser, die Prinzipien auf denen ihre Erkenntnisse basieren, wird man feststellen, dass vieles davon schon im Grundkonzept der Astrologie enthalten ist. Allerdings in einer Sprache, die statt abstrakter Formeln und Erklärungen, einfache Bilder benutzt.

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Chariklo - die Frau des Heilers

Die Mühlen des Kosmos mahlen zwar bekanntlich etwas langsam, aber nun ist es so weit – endlich emanzipieren sich auch weibliche Kleinstplaneten und Himmelskörper. Denn bisher war das Tragen von Ringen nur den vier großen Gasplaneten Jupiter (4), Saturn (mehr als 100 000), Uranus (13) und Neptun (5) vorbehalten. Aber am 26. März 2014 gaben Forscher aus Brasilien bekannt, dass sie auch bei dem größten Zentauren in unserem Sonnensystem zwei schmale Ringe entdeckt haben (LINK zu SPON). Pardon, Zentaurin wäre wohl die richtige Bezeichnung, zumindest was die Herleitung des Namens angeht.

Chariklo wurde am 15. Februar 1997 von dem Astronomen James V. Scotty entdeckt (Link zum Entdeckungschart). Das ist insofern bemerkenswert, da Zane B. Stein, der Deutungs-Vater von Chiron, schon vor einigen Jahren auffällige Verbindungen in den Geburtshoroskopen von Science-Fiction Autoren im Zusammenhang mit Chariklo entdeckte. Was ihn über Gene Roddenberry, dem Erfinder des Star Trek Universum, zu einer Untersuchung der verschiedenen Mannschaften auf dem Raumschiff Enterprise führte. Und natürlich fand sich vor allem bei „Scotty“, dem legendären Schrauber der ersten Crew (bzw. beim Schauspieler James Dohan) ein prägnantes Signum. Die kleine Zentaurin steht bei ihm im Quadrat zur Venus, zu seiner Jupiter-Neptun Konjunktion, und in Opposition zu seinem Radix-Mars.

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Man sieht das Chart vor Daten nicht

Ukraine, Russland & das Radix-Problem:

Dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, ist manchmal nicht zu vermeiden. Dass man ein "funktionierendes" Radix vor lauter kursierenden Daten nicht findet, wird vor allem bei Nations-Horoskopen manchmal zur unangenehmen Alltags-Herausforderung der Astrologie. Beispiel Krim, Ukraine und Russland. Für das Krim-Referendum am Sonntag sind die Länder-Grafiken wichtig.

Aber: Es spuken gerade in diesem Bereich viele anekdotenhafte Annahmen herum, die alles bieten, nur keine stabile Grundlage für die Deutung. Kurz, man betritt den klassischen Urwald an Möglichkeiten zur Prognose, wenn jeder nur sein eigenes Süppchen kocht und einfach die eine oder andere Idee mit in den ohnehin köchelnden Daten-Brei wirft. Obwohl andere bereits gründliche Vorarbeiten geleistet haben und es trotz des Trends zur freien Wahl durchaus unermüdliche und sehr genaue Termin-Forscher gibt. Am besten reagieren solche Geburts-Bilder, die sich einerseits auf ausdifferenzierte Angaben stützen und zum anderen wirklich "in der Zeit stehen". Das heißt, sich im Kontext der Geschichte als reagibel erweisen, historische Eckpunkte treffen und das aktuelle Klima aus sich heraus abspiegeln.

Wo findet sich nun aber die "wahre" Geburt eines Landes? Schwer zu sagen. Geschichtlich geben sich nun mal die "harten" Zeitpunkte neuerer politischer Gebilde genauso die Klinke in die Hand (in modernen Zeiten besonders in Richtung Osten) wie die Verantwortlichen. Wenn es gut (und abgesichert) läuft, beziehen sich später aber alle einander ablösenden Horoskope wieder wie in einer Kette inhaltlich aufeinander. Das heißt zum Beispiel: Russlands "altes" Radix wird in Teilen schon sein neueres Bild spiegeln. Fast immer gibt es bei den Nationen aber zu allem Unglück nicht nur widersprüchliche Angaben (vor allem durch das Gewirr von Zeiten und Zonen in schwierigen Phasen), sondern auch ganz unterschiedliche Wertungen über die Bedeutung eines Stichtags im unermesslichen Daten-Chaos. Ein Dschungel, der sich hier und jetzt, in Bezug auf Russland, Ukraine und Krim, wenigstens ein bisschen lichten soll.

Leider vervielfacht das Internet mit seiner Informations-Flut zunehmend willkürlich ganz "neue" Zeiten und Daten, die dann wie Jack In The Box unbestätigt wieder irgendwo auftauchen und sich per Gerücht festsetzen. Obwohl sie oft höchstens dem Anschein nach sicher sind. Die Kunst des Quellen-Hinweises, der astrologisch so wichtig ist, wird im Netz mit seinen Ritualen des Abschießens von Meinung bis Urteil gründlich verlernt. Auch am Beispiel der jetzigen Konflikte zeigt sich, wohin astrologische Ungenauigkeit immer führt. Zum freien Floaten im Tank der kosmischen Fantasie.

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Nazi-Suche: Mars des fixen Kreuzes

Töten ehrt nur den Tod, die dunkle Seite (Star Wars).

Wenn jetzt die Zentralstelle für NS-Verbrechen neue Überführungen von unentdeckten, überlebenden Nazi-Tätern ankündigt, wird fast 75 Jahre nach Beginn des 2. Weltkriegs auch die Frage nach astrologischen Mustern der "prominenten" Nazis wieder wach. Wer sich länger mit der höllischen Quadriga beschäftigt (links Hitler, Goebbels, Himmler und Göring), ihren Zulieferern und Werkzeugen, den bekannten Köpfen des Terrors, entdeckt einige gemeinsame Auffälligkeiten. Hitlers "Kampf" (in Wahrheit seine Spiegel-Gefechte einer Betonung aus dem 7. Prinzip) prägte dabei mehreren stabil und fanatisch einklickenden Mars-Stellungen seiner Helfer seine gefährlichen Bedrohungs-Konzepte und ihre flachen "Lösungen" auf.

Im Vergleich der astrologischen Anlagen ergibt sich so ein lückenloses gemeinsames, fixes Durchsetzungs-Kreuz, unter anderem per Mars-Zeichen. Ihm sind ähnlich vernetzte AC-Herrscher (immer der persönliche Hilfs-Mars) in kardinalen Häusern als Verwirklichung beigeben. Ein Signum, das nicht nur Täter verbindet, sondern auch Manifestations-Willen mit den Zündern der Zerstörung. Die fixen Zeichen stehen ja unter anderem auch für die Erbauer wie Vernichter des Lebens und der Welt. Denn ihre Ängste legt das Existenz-Kreuz fest.

Dessen Qualität bringt wie keine andere die energetischen Initial-Zündungen aus dem Kardinalen in stoffliche Form. Was so bereichernd sein kann, spielt sich am anderen, dem Negativ-Pol, oft wie unterm Zwang zum Überleben um jeden Preis ab (Stier-Skorpion oder Venus-Pluto) mit dem Motto Alle für einen, einer für alle (Löwe-Wassermann oder Sonne-Uranus). Hier herrscht auch leicht eine extreme Störbarkeit vor, das Gefühl, bedroht zu werden. Dieses Szenario wird vom Kardinalen laufend mit neuen Freundes- oder Feind-Bildern beliefert. Dem so entstandenen Stoff einer meist unendlichen Geschichte setzen dann die fallenden Prinzipien wechselnde Sinn-Zuschreibungen auf, die überall Begründungen für Destruktivität entdecken. Nicht umsonst fängt das ebenso fruchtbare wie gefährliche (weil immens wirksame) Fix-Kreuz mit Erde (Stier) an, einer Phase, die Substanz aus allem herauskristallisiert, was ins Dasein will. Konzepte des Lebens und Sterbens, Werdens und Vergehens. Sie spiegeln sich besonders in den Radix-Horoskopen der führenden Nazis. Schaut man sich 12 Schlüssel-Figuren an (Liste weiter unten), fällt sofort auf, dass 9 von ihnen den AC-Herrn in Kardinal-Häusern haben und damit auf einer Verwirklichungs-Ebene Macher, Signal- und Taktgeber sind. Dazu taucht neunmal auch ein hoch fanatischer Mars in Fix-Zeichen auf.

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Wiedergeburt: Ein Dalai-Lama-Krimi

Manchmal entwickelt sich astrologische Forschung wie ein Krimi - zum Beispiel, wenn man sich aufmacht, die Wiedergeburten der Dalai-Lama-Linie astrologisch zu analysieren. Als 1391 ein kleiner Junge namens Pema Dorje in eine Nomaden-Familie geboren wurde, ahnte keiner, dass er bis 2014 dreizehnmal neu inkarnieren würde. Von seiner zukünftigen Bedeutung als spirituelles Oberhaupt der Tibeter ganz zu schweigen. Inzwischen lebt der erste "ozeangleiche Lehrer" (die Übersetzung des Titels) schon sein 14. Leben, diesmal unterm Namen Tenzin Gyatso, im Exil in Indien. Oder geht, wie jetzt, auf Stippvisite im Weißen Haus, wo Barack Obama ihn empfängt.

Dieses indirekte Statement zur Besetzung Tibets ist China erneut ein Dorn im Auge. Für die Loop! Serie Astrologie & Reinkarnation doppelter Anlass, sich astrologisch mit den letzten Dalai Lamas zu beschäftigen, die alle "Tulkus" waren.

Damit verkörpern sie im tibetisch-buddhistischen Glauben nicht nur ihre jeweiligen Vorgänger in anderer Gestalt, sondern auch Chenrezig, den Bodhisattva des Mitgefühls. Die Anerkennung neuer, hoher Reinkarnationen benötigt dabei eine besonders komplizierte Prozedur, bis die wahre Wiedergeburt endlich gefunden ist. Ähnlich verwickelt ging es mir beim ersten Versuch einer astrologischen Analyse der ungebrochenen Linie dieser wenigen als "anerkannt" geltenden Wiedergeburten vor einem Jahr. Ich hatte mich lange darauf gefreut, sie mir sogar aufbewahrt, weil ich bombastische Ergebnisse schon zu riechen glaubte. Gerade hier mussten sich deutliche astrologische Muster zeigen. Wenn nicht bei den Dalai Lamas, als "offiziell" Reinkarnierten, wo sonst? So kann man sich irren. Was stattdessen passierte, als ich die Geburtsbilder des 13. und 14. spirituellen Oberhaupts übereinander legte, war trotzige Desillusionierung und später fast etwas wie Entgeisterung. Denn der Vergleich wirkte jämmerlich beliebig. Wie konnte das sein? 

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Die neuen Farben der Zeit

Wenn man das astrologische Modell als kosmisches Zeit-Ordnungs-System begreift, als eine bildhafte Analogie, die die Mechanismen des Raum-Zeit-Kontinuums aus einer anderen Perspektive beleuchtet als die Naturwissenschaften, dann muss man sich zwingend eine Frage stellen:

Wo bitte sind auf dieser kosmischen Uhr die Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger?

Das Ziffernblatt des Zodiaks zeigt gemeinhin ja nur zwölf Abschnitte. Und je nach Umlaufgeschwindigkeit der einzelnen Planeten verweilen diese mehr oder weniger lang in einem davon. Seit ca. 14 Tagen steht die Sonne jetzt im Zeichen Skorpion, belässt man es dabei, dann würde das zwangsweise bedeuten, dass sie sich auch in den nächsten zwei Wochen durch ein und dieselbe Hintergrund-Atmosphäre bewegt. Die Welt wandert also symbolisch durch eine Landschaft, die ganz plötzlich aus dem Nichts entsteht, sich zwar von der vorherigen unterscheidet, aber in ihrer gesamten Ausdehnung nur eine einzige Struktur kennt, die sich innerhalb dieses Abschnitts nie verändert.

Stimmt das mit unserer Lebens-Erfahrung, mit unseren eigenen Beobachtungen überein?

Wohl kaum…

Versierte Astrologen und Astrologinnen werden jetzt zu Recht einwenden, dass sich die Dynamik des astrologischen Modells ja nicht nur aus den Zeichendurchläufen der Planeten ableitet. Sondern dass es im Prinzip eine fast unüberschaubare Anzahl von unterschiedlichen Rhythmen gibt, die in ihrer Gesamtheit das Phänomen der Zeit wiederspiegeln. Mond- und Planetenphasen sind ein Beispiel, der Häuserkreis ein anderes. Kombiniert man all das, hat man tatsächlich ein weitläufiges Spektrum an verschiedenen Intervallen, die, jedes für sich gesehen, auch anwendbar und aussagekräftig  sind.

Trotzdem bleibt der etwas fade Beigeschmack, dass der grundlegende Hintergrund, der Zodiak und seine Unterteilungen, etwas grob gestrickt ist. Eine Uhr eben, auf der die kleinen Zeiger scheinbar fehlen.

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Freitag, 3. Juli 2020

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