Loop!

Mind Maps

Geduld entwickeln, Ruhe bewahren...

Noch 3 Tage, dann hat endlich das Quadrat zwischen Saturn und Neptun seinen Höhepunkt überschritten. Heliozentrisch betrachtet. Für alle, die sich darunter nichts oder nur wenig vorstellen können, folgt ein kurzer Überblick, denn gemessen am gesamten Alter astrologischer Beobachtungen steckt die heliozentrische Betrachtungsweise noch in einem embryonalen Stadium. Zwar soll schon ca. 250 v.Chr. der griechische Astrologe und Mathematiker Aristarchos von Samos die Idee verbreitet haben, dass sich die Erde um ihre eigene Achse drehen würde und die Planeten Umlaufbahnen um die Sonne hätten. Aber erst Nikolaus Kopernikus gelang es 1543 mit seinem Werk „Über die Umschwünge der himmlischen Kreise“ die Welt davon zu überzeugen, dass die Erde eben doch nicht der Mittelpunkt des Universums sei. Heute wissen wir, dass auch die Sonne nur ein Himmelskörper unter vielen ist und sie sich, genau wie die Planeten, um das gemeinsame Baryzentrum unseres Sonnensystems dreht.

Heliozentrische Ephemeriden mit denen man astrologisch-sinnvoll arbeiten konnte, gibt es erst seit einigen Jahrzehnten und so muss es niemand wundern, dass dieser Zweig der Forschungsarbeit noch relativ unentwickelt ist. Was wohl auch daran liegt, dass viele Astrologen Angst vor scheinbaren Widersprüchen haben, wenn sie denn beide Systeme verwenden würden, denn:

„Nimmt man für ein und denselben Zeitpunkt beide Charts und vergleicht sie, stellt man schnell fest, dass Sonnen- und Erd-Uhren sehr unterschiedlich ticken. Zum einen findet das seinen Ausdruck in den Umlauf-Zyklen bezogen auf den Tierkreis. Während aus unserer Erdsicht Merkur und Venus fast ein Jahr benötigen, um alle zwölf Wandlungsphasen zu durchlaufen, brauchen beide für einen vollständigen Umlauf aus Sonnensicht nur ca. 87,9 Tage (Merkur) bzw. 224,7 Tage (Venus). Bei den äußeren Planeten ab Mars gleichen sich die Zeitverhältnisse fast an, aber für alle gilt – heliozentrisch gibt es nur eine Richtung, in der sich die Taktgeber der Zeit, die Planeten, bewegen. Immer nur vorwärts, niemals zurück. Auch das mag ein Hinweis darauf sein, dass das heliozentrische Abbild, in Bezug auf den Ausdruck der Zeitqualität, näher an der Wirklichkeit ist. Während unsere Erdsicht mit dem Phänomen der Rückläufigkeit tatsächlich einer „wirklichen“ Erscheinung entspricht, die aber im Widerspruch zu unserer sonstigen Zeiterfahrung steht.“

aus Helio-Synthese: Die zwei Gesichter der Zeit 

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Aquarius: Vorhang auf für 'Zirkus Welt'

And the mind's true liberation - Aquarius! Aquarius! (Hair, Musical mit Schütze-Uranus am GZ).

Das einzig Sichere ist natürlich die Veränderung. Ein Satz aus der 11. Dimension, dem Vogelflug, wo Dinge so unberechenbar bleiben mit Millionen überraschender Facetten: Willkommen in den luftigen Himmeln des puren Minds, der Freiheit exzentrischer Begnadung und Möglichkeit, der Kühle neuer Gedanken, optionaler Abschiede und vieler Trümmer, in der Klarheit der Revolutionen.

Überall, wo etwas zu fest wird, arbeitet Uranus jetzt doppelt dagegen an. Willkommen im Wassermann! Um 15.27.06 Uhr GMT läuft die Sonne ins Zeichen der Rebellen ein und es wird Zeit, die saturnische Verhärtung wenigstens gedanklich (Wassermann ist die Krönung der Mental-Zeichen) hinter sich zu lassen. Sonst muss und wird etwas außen die Mauern schmerzhafter sprengen. Gegen jeden Widerstand, angesichts dessen der so eigene Kopf des Wassermanns am Lebendigsten wird. Ziehen wir uns besser sein Narrenkostüm freiwillig an, wenn kurz vor dem Wechsel und in den ersten Graden diese kleine, gnadenlose Leere im Kopf entsteht, die auf Entwicklung hinweist, auch wenn man sie am liebsten entfernen möchte.

"Zirkus Welt: Ein Wassermann betrachtet die Welt gleich einem Vogel von oben, etwas spöttisch, etwas amüsiert. [...] Ihm scheint das menschliche Leben in seinen Gegensätzen geradezu grotesk, er lebt in anderen Kategorien. Warum sollte er in tierischem Ernst Maßstäbe anwenden, denen er sowieso nicht traut, die ihm sowieso fragwürdig und angreifbar erscheinen." (Wolfgang Döbereiner, Mars 0° Wassermann, RADIX Astro-Databank)

Die Wassermann-Phase im Zodiak ist die der Neutralisierung von Unterschieden. Dazu muss oft erst ein starker Wackler ins reibungslos laufende System eingebracht werden. Auch in reibungslos abgespulte Konflikte übrigens. Aquarius erkennt ja blitzartig, wo man sich über die Dualität erheben muss, unvermittelt und kurz. Oft fühlt sich gerade seine Präferenz störend an. Sie bringt etwas, was einem noch fehlt, gerade, weil es klirrt und scheppert im Alltag. Wie sollte das Ungewohnte vertraut und angenehm sein? Wassermanns Prinzip liebt nun mal das und die Andere(n), alles, was nicht stromlinienförmig, sondern spitz, eckig, gegen das Eingepasste, Vertraute, Sichere ist. 

Stier als Wassermanns Schatten gründet die geschlossenen Gesellschaften, an denen Uranus kratzt, bis - Venus-Uranus - die Systeme crashen. Seine Repräsentanzen sind Haus 11 und König Uranus, der das Abrupte, Radikale, Unruhige, Unverbindliche, das Schweben so sehr liebt - Zwischenzustände, weil sie den Druck erhöhen, etwas zu brechen. 

"Ich will da rein" (Der junge Gerhard Schröder, Mond-Neptun in 11 Trigon Uranus, als er am Zaun des Kanzleramts rüttelt)

Wassermann ist gewöhnungsbedürftig, weil selten windschnittig. Die Pforte, über die man ins Noch-Nicht oder Nicht-Mehr der Fische kommt, den Zauber erlangt und die Grenzenlosigkeit. Und über den umgekehrt auch die Grenzenlosigkeit auf die Erde fliegt. Er erlöst, astrologisch übersetzt, zwischen den beiden, Neptun zum Saturn hin, in die Zeit. Nicht nur für euch mit den wichtigen Uranus-Transiten sind seine Themen nun bedeutsam (da die einlaufenden Sonne im Zeichen die Überläufe wie ein Scheinwerfer aktiviert). Überall vervielfacht sich nun Widerstand, wo Dinge zu starr (und damit zerbrechlich) geworden sind. Wassermann-Sonne wird zur Ampel: Die kleinen Störer sind auf einmal in deinem Leben los? Ob durch Geräusche, Gerüche, Ideen, Beeinflussungen, Behinderung? Schau, was dir das sagt Wo bist du momentan zu eng, zu hart, zu unbeugsam? Wassermann ist der Finger, der auf den Durchbruch zeigt, ist der Himmel des Herausgehoben-Seins aus dem Üblichen. 

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Leerer 3. Quadrant: Die Wüste lebt

Eigentlich ist es eine Art Fernseh-Sessel-Prinzip: Wer mit einem komplett leeren 3. Quadranten gesegnet ist, hat natürlich auch Beziehungen. Die Wüste lebt, sozusagen. Aber manchmal kommt es einem vor, als werkele diese Spezies den halben Tag in und an ihrem ersten, zweiten oder vierten Tierkreis-Viertel herum (je nachdem, wo es bei ihnen so clustert) und ließe das lebendig begegnende Leben filmreif vorüberziehen. Mal sehen, ob mich einer berührt und was mir zustößt. Ah, schau, dort taucht wieder wer auf! Ein Mensch! Will er etwa was von mir? Oh nein, oh nein! Wie hieß der bloß noch mal?

Wie kann nun so ein Leben mit so viel Begegnung-Variable aussehen? Ganz praktisch einige Beobachtungen: Selbst habe ich leider ein heftigst ausgestattetes Beziehungs-Viertel im Geburts-Horoskop. Bin daher ständig unterwegs, um andere Leben zu kolonialisieren. Deshalb schickt uns ja das "Schicksal" (oder wer auch immer) Protagonisten, deren übersichtlicher 3. Quadrant immensen Raum für Befriedungs-Wünsche bietet. Gern gähnende Leere, allerhöchstens ein kleiner Saturn als 7. Hausbewohner (den lasse ich als verschärfend für die Rest-Leerheit gelten), der hier als Anführer der -Losigkeit die Sache nicht viel besser macht. Man darf sich darauf einrichten, Auslöser sein zu müssen. Weil sich von selbst im leeren Dritten nichts auslöst. Vielleicht ist diese Wechselwirkung zwischen 1. und 3. Quadranten ja ein Sog. Nach beiden Seiten. Nie werde ich folgende drei Begebenheiten vergessen, die viel über das Wesen des leeren Begegnungs-Quadranten erzählen (alle drei Betroffenen haben einen so gut wie leeren BQ):

Die erste Begebenheit: Haus 7 ist ja auch Haus 1 des anderen = die fremde Durchsetzung, Haus 8 das fremde Revier, Haus 9 der fremde Ausdruck. Sind sie leer, werden sie häufig sekundär, indirekt über Herrscher anderswo ausgelebt. Ein Beispiel mein Kind. Dessen Orientierung (es ist starker 1. Quadrantler mit leerem 3.) im Raum war immer etwas löchrig. Menschen nahm es stets als stark auf sich bezogen wahr, weniger als eigenständig. Grenzen, die nicht von ihm selbst abhingen, blieben ihm mysteriös. Wenn wir früher aus dem Ruhrgebiet nach Berlin heimfuhren, kam stets die Frage: "Wann sind wir denn endlich wieder in Deutschland?" Es war ihm nicht beizubringen. Die Wahrheit draußen zählte nicht.

Einmal wollte es abgeholt werden. Aus dem Hause eines neuen Freundes. Tim. Soviel Identität war immerhin hängen geblieben. Wo ich denn klingeln müsse? Schweigen. Ja, weißt du denn den Nach-Namen gar nicht? Was für eine Frage für jemanden, der nicht - wie ein 3.Quadrantler - nach sieben Minuten Bekannschaft Sockenfarbe und Geburtszeit des anderen kennt. Schließlich murmelte das Kind etwas, das wie "Schlüdde!" klang. "Bist du sicher?" Nicken. Wir suchten dann abends stundenlang in der düsteren Hauptstadt nach dem Kind und Tim Schlüdde, dem neuen Bewohner seines 3. Quadranten. Kurz vor Benachrichtigung der Polizei stellte sich  - durch starke Anteilnahme von Schlüddes Nachbarschaft - heraus, dass Tim Schlüdde Jan Flehheider hieß.

Bockig stand das Kind dann da, als ich auf das Klingelschild tippte und "Fle-hei-der!" sagte. "Ja, Schlüdde!" gab das Kind zurück. "Sagte ich doch!" Der dritte Quadrant ist ja der geistige. Wir können nur benennen, was uns wirklich begegnet. Das hat aber bei einem leeren 3. Quadranten weniger Eigenheit als bei einem vollen. Daher richtet Mensch seine Aufmerksamkeit nur auf sein leeres Viertel, wenn es sich quasi aufbäumt. All die Kai-aus-der-Kiste-Figuren, die ihre Planeten hineinsetzen, nimmt er als flächenhaft diffus wahr. Ihnen streift er dann gern die private Sicht ganz vortrefflich über. Bis sie entweder seinen Stempel nehmen oder Leine ziehen. 

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"Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif..."

2016 und die Reisen der Seele:

Dies wird auch das Jahr der Erlkönige des Saturn-Neptun, der nötigen psychologischen Lösungen (wenn es überhaupt welche gibt) für bestehende Probleme. Die Nebel des Unbewussten wallen ja weiter, über Flüchen und Flüchtenden, im Versuch des Chaos, das Bewusstsein der Formen zu entmachten. Und das ist auch gut so. Denn jene zahllosen Traumgestalten der Angst (wie immer sie hießen in den vergangenen Monaten) ähneln inzwischen Riesen und anderen gewaltigen Archetypen aus Märchen. Das ist die Kompensation durch das Neptunische, Namenlose, des Zaubers von zeitloser Wahrheit, der überall vom Diktat des Faktischen (Jupiter Jungfrau) so sehr in die Ohnmacht dirigiert wurde. Diese Welt ist nicht so logisch, wie sie sein soll, nicht so richtig und falsch, nicht so kontrollierbar, wie man sie gerade haben will. Wir alle sind das Schicksal, das wir befürchten, je nachdem, wie wir das Leben sehen wollen.

Die beweglichen Zeichen machen leicht Zeit zum Deal und Dasein zum Verhandlungs-Schauplatz. Deshalb schwanken wir alle gerade auch so berührbar zwischen den vielen flüchtigen Symptomen und Symbolen des veränderlichen Zodiak-Kreislaufs (der mit der Abstraktion von Luft in den Zwillingen beginnt, auf die sich nun Saturn und Neptun auswirken). Begriffe und Sinn-Zuschreibungen kommen auf, mit denen wir der Welt Logik aufprägen. Jungfrau-Fische getriggert, das heisst aber auch: Merkur-Neptun regiert die Wahrnehmung mit allen drohenden Verschiebungen. Ja, wir sind immer noch, was wir denken. Soweit die gute und die schlechte Nachricht zugleich. Wie also wird 2016 im Untergrund der psychologischen Entwicklungen? Dieses brandneue Jahr, das als Kind einer konstruierten Zeit doch auch bloß Erfindung des menschlichen Bewusstseins ist? So wie wir es wählen. Und das ist keine Ausrede, sondern eine Chance.

"Das Bild der Welt ist eine Projektion der Welt durch das Selbst. [...] Wenn wir darüber hinausgehen wollten, würden wir ein Erdbeben im Geist des Durchschnittsmenschen hervorrufen, der ganze Kosmos würde erschüttert, die heiligsten Überzeugungen und Hoffnungen würden aus den Angeln gehoben." (CG Jung, Tavistock Lectures) 

Für Neugierige zum Vorab-Klicken: 

2016 geht es im "inneren Klima" der Welt, im Bereich der nötigen Entwicklung, ja auch sehr stark um die drängenden Erweiterungen Jupiters, die Anschauung und Vision, und um Neptun, das Unbewusste, was jetzt versucht, in die scheinbare Wirklichkeit der Detail-Welten vorzudringen, so wie wir sie verstehen. Obwohl in Wahrheit das Unsichtbare vielleicht noch stärker als sonst die umfassendere Realität ausmacht. Dadurch scheinen diese Zeiten manchmal erst recht schlüpfrig, schlammig und missverständlich. Wer jetzt keine Klarheit hat darüber, was sein Eigenanteil an den Schwierigkeiten des Außen ist, wird lange blind sein. Wo jetzt ein Flächenbrand von Bereinigungen entsteht, den der Jupiter in der sauberen Jungfrau ansteckt, wird die Sucht nach scharfen Grenzen und Purheit des Unvermischbaren (metaphorisch und buchstäblich) auch im Land und inneren Landschaften lange bestehen bleiben.

Astrologische Jahres-Prognosen sind immer ein Wagnis, weil sie grundsätzlich auch mit einem Teil des generellen Problems jeder Erkenntnis dealen müssen. Wir arbeiten mit genau dem, was nun tatsächlich ein so wichtiges Thema der kommenden Monate wird. All den Brillen, die uns die veränderlichen Bereiche des Zodiak aufsetzen, damit wir Welt begreifen und überhaupt leben können, statt in der Auflösung jedes Sinns im 12. Zeichen unterzugehen. Aber diesmal sind sie es noch mehr. Denn genau das lässt doppelbödig in diesem von den Aspekten zwischen beweglichen Zeichen geprägten 2016 auch die Gespenster auferstehen, die wir aktuell so wahr und faktisch umrissen im Außen zu sehen meinen. Diese Feinde, die doch in Wahrheit nur die Geister des eigenen Verdrängten sind:

"Das Unbewusste ist kein dämonisches Ungeheuer, sondern ein moralisch, ästhetisch und intellektuell indifferentes Naturwesen, das nur dann wirklich gefährlich wird, wenn unsere bewusste Einstellung dazu hoffnungslos unrichtig ist. In dem Maße, wie wir verdrängen, steigt die Gefährlichkeit des Unbewussten." (CG Jung, Traum und Traumdeutung)

Dominant werden, anders als bei der Kardinal-Betonung von 2015, die Themen der fallenden Zeichen (rechts das Jahres-Radix, berechnet auf Greenwich). Alles dreht sich um Merkurs Information und Verwertung, Jupiters Anschauungen und Neptuns Leuchten hinter den Scheibenwischern der bekannten Horizonte: Da gibt es noch so viel mehr, was an Unterströmung und geheimer Vernetzung regiert. Insofern wäre es kein Wunder, wenn auch Spionage wieder als Topos auftauchte - neben der Notwendigkeit, in jedem Außen-Symbol die innere Entsprechung zu entdecken - wenn wir weiterkommen wollen. In tieferem Sinn.

Was den Blick auf die Welt auch noch prägen könnte und sollte. Gerade, wenn Schwierigkeiten entstehen, die aus Gedanken-Klischees geboren wurden. 2016 handelt mehr als andere Jahre mit Sinn und Verstand und der Frage, wie und wo man ihn verliert. Mit Wahrheit und Lügen, Detail und Überblick, der Leere, die dem ewigen Ankern an Gebräuchlichem folgen muss, wollen wir nicht Messies des Bewusstseins werden. Und schließlich dem Wald, den man vor lauter Bäumen unter Umständen nun wirklich nicht mehr sieht. Mond-Jupiters wohlige Versprechen sind in 12 als Lösung (Mond Herr MC Greenwich!) aber im Neujahrs-Chart noch völlig verdeckt, undurchsichtig.

Die Erweiterung des Mitgefühls, das hier heimlich lebt und herausgeholt und verbrauchbar gemacht sein will fürs Leben, braucht Ausdruck. Da ist auch dieses stetige, poetische Funkeln der Grandiosität an der Schwelle zum Sein (Jupiter Herr 3), das aber als positiver Schritt noch völlig verneint scheint. Es fehlen nach wie vor die guten Lösungen, auf die man sich einigen wollte. Seit Uranus-Plutos Quadrat mit seinen zwingenden Konzepten, das immer noch den unterschwelligen Grundtakt angibt, sitzen wir chronisch zwischen Baum und Borke. Nun muss ich wählen: Wie sehe ich die Welt? Als Traum oder Wirklichkeit, Problem oder Lösung? Im Bann der mundanen Aspekte von Jupiter, der kosmischen Lupe, dem Füger, der die losen Enden so viel Probleme in der Hand hält, soll ein Schuh draus werden. Zuhause, wo immer das sein mag (Pluto in 4) regiert (Steinbock) starker Druck. Imme noch dreht sich das Denken über's Jahr (Merkur im letzten Grad des Saturnischen) um Verregelungen, Rechte und Gesetzmäßigkeiten. Oder, in einer kleineren Alltags-Erfahrung, auch um die Routinen des Jupiters in der Jungfrau, der jetzt einen berechenbaren Umgang mit Schicksal sucht. Aber:

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2016: Jenseits von Hoffnung und Furcht

Da ist es nun also - das neue Jahr. Herzlich willkommen und alles Gute wünschen wir da natürlich und wie es sich für ein astrologisches Magazin gehört, gibt es auch den obligatorischen Blick in die Zukunft. Nur - astrologisch gesehen bringt 2016 nicht wirklich etwas Neues. Weder sind gravierende, neue Planeten-Verbindungen absehbar, noch gibt es außergewöhnliche Zeichenwechsel. Lediglich Jupiter wandert im Spätsommer von der Jungfrau in die Waage und markiert damit auch einen Abschluss der Themen, die unter dem großen Halbquadrat von Jupiter, Saturn und Neptun in den Fokus rückten.

Es geht also im Prinzip um die Aufarbeitung dessen, was in den zurück liegenden Monaten initiiert wurde. Dabei  wird das gesamte Thema in mehrere, kleinere Abschnitte unterteilt und dementsprechend behandelt. Das Quadrat zwischen Jupiter und Saturn ist ein Aspekt davon, das Quadrat zwischen Saturn und Neptun ein anderer.

Die Suche nach einer generellen Überschrift war relativ kurz – Jupiter steht nun eindeutig für den gesamten Bereich des Glaubens, der Überzeugungen und der Hoffnung, was in einem erweiterten Sinne auch auf Neptun zutrifft, wenn gleich hier der Begriff der Sehnsüchte passender ist.  Saturn andererseits steht für das Prinzip der natürlichen Begrenzung, der universellen Endlichkeit aller Formationen. Und dementsprechend auch für eine Grundangst vor diesen Grenzen, was wiederum ebenfalls auf das neptunische Prinzip zutrifft, wenn auch in anderen Zusammenhängen.

Insofern sind die beiden Begriffe Hoffnung und Furcht treffend genug, um das generelle Stimmungsbild dieses Quadrats wieder zu geben, das „Jenseits“ soll eher eine positive Richtung aufzeigen, ist also keineswegs schon eine Prognose, wohin die Reise gehen wird.

Leider.

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Sonne im Steinbock: Sei Jetzt Hier!

Und es überrascht mich immer noch. Diese Deutlichkeit der spürbaren Veränderung, wenn Sonne von einer Zodiakphase (sprich Tierkreiszeichen) in die Nächste wechselt. Vor allem, wenn dieser Wechsel in ein Kardinalzeichen führt, so wie heute morgen in Saturns Heimatgefilde, den Steinbock. Oder auch Ziegenfisch, wie man diesen Abschnitt in alten Zeiten nannte, als Mythen und Märchen sich in Bilderworten ausdrückten, um Inhalte und Sinngebendes zu vermitteln.

Und gerade dieser Wechsel vom Schützen in den Steinbock hat auch in unseren modernen Zeiten noch nichts von seiner Eindeutigkeit verloren, Weihnachten sei Dank. Da gibt es eben diese jupiterhafte Zukunftsorientierung mit der man wochenlang Geschenke für die Lieben zum Lichterfest bastelte, früher zumindest. Heute macht man es sich da leichter und trägt den Wohlstand in die Gesellschaft, in dem man fröhlich kauft, was anderen eine Freude machen könnte. Solange alles im Lot bzw. im Schützen ist, lebt man dann auch von der Vorfreude auf das was da kommt.

Und dann kommt eben dieser Wechsel, in der Regel 2-3 Tage vor der Bescherung. Bescherung ist Saturn-Zeit, hier wird ausgepackt und ins Leben gebracht, hier wird die Zukunft zur Gegenwart. Mit allen Vor- und Nachteilen, die so eine Erdung mit sich bringt. Es ist wichtig, sich vor allem dieses Prinzip vor Augen zu halten, denn wenn man sich heutzutage nur auf die äußeren Bedingungen beziehen würde, blieben manche bisherigen Deutungsansätze in Bezug auf den Steinbock auf der Strecke.

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Transite - Farben der Zeit (3)

Forschungen des amerikanischen Neurologen David Eagleman weisen darauf hin, dass unser Gehirn Zeit nicht einfach nur passiv registriert, sondern je nach Umständen und Erfordernissen aktiv konstruiert. Wenn wir den Terminus Gehirn mit dem buddhistischen Begriff „Geist“ oder „Mind“ ersetzen, landen wir dort, wo astrologisches Hintergrundwissen hilfreich wird. Geist umfasst in diesem Zusammenhang aber wesentlich mehr als unser bewusstes Denken und Fühlen. Geist oder Mind steht hier für das umfassende Erleben aller Wahrnehmungen, ob scheinbar innerlich oder auf äußere Erscheinungen bezogen. Geist ist in diesem Sinne auch der Schöpfergeist - das was Welt und Erfahrung erschafft.

Neben dem Prinzip der allgemeinen Raum-Zeit scheint es demnach auch ein selbsterschaffenes Universum innerhalb unserer Eigen-Zeit zu geben. Dass sich zwar mit den Gesetzmässigkeiten der allgemeinen Raum-Zeit verbindet, aber daraus etwas sehr individuelles und subjektives erschafft.
Dieses subjektive Empfinden von Zeit kennen wir alle  – in bestimmten Momenten unseres Lebens scheint Zeit plötzlich sehr langsam zu vergehen, dehnt sich also quasi. In anderen vergeht sie wie im Fluge, Minuten und Stunden rauschen einfach vorbei.
Ähnliches findet sich auch in größeren Zusammenhängen. Die meisten Menschen werden bestätigen, dass mit fortschreitendem Alter der Eindruck entsteht, dass Zeit insgesamt schneller vergeht. Als Kind umfasste ein zeitliches Jahr eine kleine Ewigkeit, im reifen Alter von 70 oder 80 Jahren fliegen dieselben  Jahreszeiträume  immer schneller vorbei.
Auch das kann man als eine Bestätigung für die Nicht-Existenz von absoluter Zeit, die immer gleichförmig vor sich hinfliesst, begreifen. Denn für zwei Personen, Opa und Enkelin zum Beispiel, wird derselbe Moment, in dem sie sich einander zuwenden, äußerst unterschiedlich schnell oder langsam vergehen. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs.

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Donnerstag, 20. Juni 2024

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